Schwer bewaffnet wird das deutsche Kriegsschiff "Hessen" ab sofort Handelsschiffe durchs Rote Meer eskortieren. Es ist der gefährlichste Einsatz der Marine in der Geschichte der Bundeswehr.

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Der Bundestag hat der Fregatte "Hessen" mit großer Mehrheit das Startsignal für ihren gefährlichen Einsatz im Roten Meer gegeben. 538 von 573 Abgeordneten stimmten am Freitag für die deutsche Beteiligung an der EU-Mission "Aspides", die Handelsschiffe vor Angriffen der vom Iran hochgerüsteten Huthi-Miliz schützen soll. 31 Parlamentarier votierten dagegen, vier enthielten sich. Neben den drei Ampel-Fraktionen SPD, Grüne und FDP hatten in der Debatte auch die CDU/CSU und die AfD ihre Zustimmung signalisiert.

240 Männer und Frauen an Bord

Die "Hessen" war bereits vor gut zwei Wochen von Wilhelmshaven aus Richtung Einsatzgebiet gestartet, um sofort nach dem Bundestagsbeschluss mit der Erfüllung ihres Auftrags beginnen zu können. Der Einsatz der 240 Männer und Frauen an Bord gilt als gefährlichster Marine-Einsatz in der Geschichte der Bundeswehr. Das Mandat ist zunächst auf ein Jahr befristet. An der Mission können sich bis zu 700 Bundeswehrsoldaten beteiligen.

Die aus dem Jemen agierenden Huthi wollen mit dem Beschuss von Schiffen ein Ende der israelischen Angriffe im Gazastreifen erzwingen, die eine Reaktion auf den Terrorüberfall der islamistischen Hamas am 7. Oktober sind. Der Seeweg durch das Rote Meer und den Suezkanal ist eine der wichtigsten Handelsrouten weltweit. Wegen der Huthi-Angriffe meiden große Reedereien zunehmend die kürzeste See-Verbindung zwischen Asien und Europa. Das hat mittlerweile erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

Auch Belgien, Italien und Frankreich schicken Schiffe

Die USA und Großbritannien haben deswegen zuletzt Ziele der Huthi im Jemen angegriffen. Der EU-Einsatz ist dagegen rein defensiv ausgerichtet. Insgesamt sind 18 Länder an dem Einsatz beteiligt. Neben Deutschland schicken Belgien, Italien und Frankreich Schiffe ins Rote Meer.

Kurz vor der Bundestagsabstimmung kündigten die Huthi an, ihre Angriffe auszuweiten. Man setze auf Eskalation als Antwort auf die Eskalation Israels im Gazastreifen, sagte der Anführer der Gruppe, Abdel-Malik al-Huthi, am Donnerstag in einer Fernsehansprache, wie der Sender Al-Masirah berichtete. Bislang seien 48 Schiffe angegriffen worden. Künftig würden auch Unterwasser-Waffen eingesetzt.

"Hessen" im "Kriegsmarsch" unterwegs

Die "Hessen" wird ab sofort bis Ende April "im Kriegsmarsch" unterwegs sein. Das bedeutet, dass die Besatzung rund um die Uhr in sechsstündigen Schichten in Alarmbereitschaft ist und damit für alle möglichen Attacken gewappnet - sei es mit ballistischen Raketen, Drohnen oder auch Kamikaze-Speedbooten mit Sprengladungen. "Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass auch wir als Ziel betrachtet werden", sagte der Kommandant, Fregattenkapitän Volker Kübsch, am Montag bei einem Besuch von Verteidigungsminister Boris Pistorius auf der Fregatte.

Die Fregatte "Hessen" wurde speziell für den Geleitschutz und die Seeraumkontrolle konzipiert. Mit ihrem Radar kann sie einen Luftraum von der Größe der gesamten Nordsee überwachen - 350 Kilometer in alle Richtungen. Ihre Flugabwehrraketen reichen mehr als 160 Kilometer weit. An Bord sind neben der Stammbesatzung und zwei Hubschraubern auch weitere Einsatzkräfte, darunter ein Ärzteteam und ein Militärpfarrer. (dpa/fab)

"Aspides": EU-Mission gegen Huthi-Angriffe im Roten Meer

Mit der Marinemission "Aspides" will die Europäische Union die Angriffe von Huthi-Rebellen auf Schiffe im Roten Meer verhindern. Die deutsche Marine beteiligt sich mit der Fregatte "Hessen" an dem gefährlichen Einsatz.
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