Auf der dunklen Seite des Mondes ist es bitterkalt: Die chinesische Mondsonde "Chang'e 4", die dort positioniert ist, muss kältere Nächte überstehen als angenommen. Die Temperaturen fallen in den dreistelligen Minusbereich.

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Die Temperatur auf der erdabgewandten Seite des Mondes ist weit tiefer als bisher angenommen. Sie sei in der Nacht auf minus 190 Grad gefallen, teilte die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA am Donnerstag mit. Dies sei "kälter, als die Wissenschaftler erwartet haben".

Bei früheren US-Missionen auf dem Mond seien nicht solch niedrige Temperaturen gemessen worden, sagte Missionsleiter Zhang He der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Dies lasse sich wahrscheinlich mit den unterschiedlichen Bodenstrukturen auf der erdnahen und der erdabgewandten Seite des Mondes erklären.

"Chang'e 4" wurde am Mittwoch wieder aktiv

"Chang'e 4" war am 3. Januar auf dem Mond gelandet. Es war die erste weiche Landung eines Raumgefährts auf der felsigen erdabgewandten Mondseite. Zu ihrem Schutz wurde die Sonde etwa zwei Wochen lang in einen Standby-Modus versetzt. Am Mittwoch wurde sie wieder aktiv und begann, die Temperaturen in ihrer Umgebung zu messen.

Die Mondsonde hat bereits das erste Panoramabild gesendet. Zu sehen sind darauf die graue Mondlandschaft und Spuren des Mondgefährts "Yutu-2" (Jadehase 2).

Li Chunlai, Leiter des Anwendungssystems der Mondsonde "Chang'e 4" am Boden, sagte der Nachrichtenagentur Xinhua zufolge, aus dem Panoramabild ergebe sich, dass die Sonde von vielen kleinen Kratern umgeben sei.

Sonde und Rover sollen Mondseite erforschen

Kurz nach der Landung von "Chang'e 4" hatte die Sonde das Mond-Gefährt "Yutu-2" (Jadehase 2) ausgesetzt. Sonde und Rover sollen auf der erdabgewandten Mondseite das unberührte Terrain erforschen und wissenschaftliche Experimente vornehmen.

Geplant sind unter anderem Forschungen zu Mineralien und der Anbau von Kartoffeln und anderen Pflanzen. Bei einem der Experimente soll ein von Wissenschaftlern der Universität Kiel entwickeltes Strahlenmessgerät zum Einsatz kommen.

Die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA bezeichnete das Anfangsstadium der Mission als "vollständigen Erfolg". Die Mission wird dadurch erschwert, dass zur Rückseite des Mondes keine direkte Funkverbindung aufgebaut werden kann. Aber der im Mond-Orbit stationierte Satellit "Queqiao" sorgt dafür, dass Bilder und Daten zur Erde übermittelt werden können.

Peking steckt Milliarden in Raumfahrtprogramm

Peking pumpt Milliardensummen in sein militärisch organisiertes Raumfahrtprogramm. Bis 2021 will die Volksrepublik eine wiederverwertbare Trägerrakete entwickeln, die mehr Fracht transportieren kann als die Nasa und das private Raumfahrtunternehmen SpaceX.

Außerdem plant China einen Stützpunkt auf dem Mond, bis 2022 eine bemannte Raumstation sowie ein Mars-Fahrzeug. Noch in diesem Jahr soll eine weitere Sonde, "Chang'e 5", auf dem Mond landen. Sie soll Proben sammeln und zur Erde zurückbringen. (pak/afp)

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