Die Geburt eines Baby-Oktopus im Virginia Aquarium ist zum viralen Hit geworden. Allein der Anblick, wie der Meeresbewohner aus dem Ei schlüpft, ist faszinierend. Doch noch interessanter ist die Tatsache, dass das Tier umgehend seine Farbe wechselt. Was dahinter steckt, erfahren Sie hier.

Wie die Betreiber des Virginia Aquariums auf Twitter erklären, sei der Farbwechsel von weiß zu braun völlig normal. Jeder Tintenfisch würde nach der Geburt seine Äußeres ändern. Der Stress beim Schlüpfen sorge dafür, dass sich die Farbzellen direkt nach der Geburt ändern, erklärt ein Mitarbeiter des Aquariums.

Die Geburt des kleinen Tintenfisches sehen Sie in diesem Video:

Tintenfische sind Meister der Tarnung

Oktopusse gelten als hochintelligent. Sie können beispielsweise Schraubgläser öffnen und Werkzeuge benutzen, heißt es auf "spektrum.de". Doch eine ihrer größten Eigenschaften ist die Fähigkeit, sich blitzschnell nahezu unsichtbar zu machen.

Dass sich die Tintenfische optisch perfekt an ihre Umgebung anpassen können, beruht auf dem einzigartigen Aufbau ihrer Haut. Die besteht aus drei Schichten. Einzelne Hautzellen sind dabei direkt mit Muskeln und Nerven verbunden.

Oktopusse steuern ihr Äußeres über das Gehirn

Forscher haben herausgefunden, dass Oktopusse ihr Äußeres dabei über das Hirn steuern – über den optischen Hirnlappen. Mehrere Hirnareale sind gleichzeitig mit der Steuerung der Muskeln betraut, die eine bestimmte Kombination von Chromatophoren (Zellen mit einer dehnbaren Außenhülle und verschiedenfarbigen Pigmenten) zusammenziehen.

Dabei wird jeweils ein festgelegtes Muster auf der Haut erzeugt. Werden mehrere Bereiche im Hirn gleichzeitig aktiviert, kommt es zum neuen Erscheinungsbild. Beim Großflossen-Riffkalamar wurden beispielsweise 14 Mustervarianten identifiziert.

Wie funktioniert die Tarnkappe?

Die Chromatophoren stehen direkt in Kontakt mit den Muskelfasern. Die können sich entspannen und zusammenziehen. Bei entspannten Muskeln können sich die Zellen ausdehnen, die Folge: Die Farbe wird außen sichtbar. Werden die Muskeln angespannt, werden sie zusammengedrückt und die Farbe ist von außen nicht mehr zu sehen.

Woher wissen Oktopusse, wie der Untergrund aussieht?

Unter den Chromatophoren befinden sich noch zwei weitere Zellenschichten, die die Farbgebung beeinflussen. Einige Zellen wirken wie ein Spezialfilter, sie verstärken oder verschlucken einen Anteil des Lichts, das von den Farbzellen reflektiert wird. Dann gibt es noch eine Schicht weißer Hautzellen, die wie eine Leinwand für einen kontrastreichen Hintergrund sorgt.

Doch wie wissen Tintenfische nun, welche Farbe sie annehmen müssen? Die Meeresbewohner benutzen dafür ebenfalls ihre Haut. Die reagiert nämlich auf Helligkeitsunterschiede und enthält Rhodopsine. Dabei handelt es sich um dieselbe Art lichtempfindlicher Proteine, die auch in den menschlichen Augen zu finden sind.  © 1&1 Mail & Media / CF