Auf den ersten Blick ist der braune Klumpen aus Fell und Haut kaum zu identifizieren. Schaut man allerdings genauer hin, kann man Details wie kleine Hände und Krallen erkennen. Forschende aus Kanada haben nun vorgestellt, was es mit dem mumifizierten Fellball auf sich hat.

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Vor einigen Jahren wurde in den Klondike-Goldfeldern in der Nähe der Kleinstadt Dawson City (Kanada) ein brauner Klumpen gefunden. Nun haben Forschende des kanadischen Territoriums Yukon enthüllt, worum es sich dabei handelt: um einen mumifizierten Arktischen Ziesel, der etwa 30.000 Jahre alt ist.

"Es ist nicht recht erkennbar, bis man die kleinen Hände und diese Krallen sieht, und man sieht einen kleinen Schwanz, und dann sieht man Ohren", sagte der Paläontologe Grant Zazula der Nachrichtenseite "CBC". Die zusammengerollte Position des Tieres deute darauf hin, dass es während seines Winterschlafs gestorben sei.

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Mumifizierter Arktischer Ziesel war ein junges Tier

mumifizierter Arktischer Ziesel
Der mumifizierte Arktische Ziesel wird im "Alpine Veterinary Medical Centre" geröntgt. © Yukon Beringia Interpretive Center via Facebook

Für weitere Analysen wurde das Fossil zum "Alpine Veterinary Medical Centre", dem lokalen Tierarzt, gebracht. Dort sollte es geröntgt werden. Zunächst war unsicher, ob auf den Bildern genug zu sehen sein würde. Manchmal verlieren die Knochen von mumifizierten Tieren mit der Zeit Kalzium, was Röntgenaufnahmen weniger deutlich werden lässt.

Das war allerdings kein Problem: Die Bilder lassen vermuten, dass es sich bei dem Exemplar um ein junges Erdhörnchen handelt. Woran es gestorben ist, ist dem Bericht zufolge unklar.

Das "Yukon Beringia Interpretive Centre" teilte einige Bilder sowohl von dem Arktischen Ziesel als auch von den Röntgenaufnahmen auf Facebook. Das mumifizierte Exemplar wird bald neben vielen anderen Fossilien in dem Museum zu sehen sein.

Arktische Ziesel bauen ihre Nester für Überwinterung unterirdisch

Arktische Ziesel sind in dem Territorium auch heute noch verbreitet. Sie bauen ihre Nester unterirdisch, damit sie dort überwintern können. Nester aus der Eiszeit werden Zazula zufolge regelmäßig im Permafrost gefunden. Ein vollständiger Ziesel allerdings sei bei Weitem ungewöhnlicher.

"Für mich sind die Fossilien des Arktischen Ziesels, die Nester und nun das mumifizierte Erdhörnchen wirklich die coolsten Sachen, die wir haben." Für ihn seien die Tiere besonders interessante Studienobjekte, da sie im Gegensatz zu anderen Spezies die Eiszeit überlebt hätten.

"Tiere, die wir heute hier haben, sind tatsächlich ziemlich zäh, weil sie die zahlreichen Veränderungen in der Vergangenheit ertragen mussten", so Zazula weiter.

Verwendete Quellen:

  • cbc.ca: 'Brown blob' found in Yukon is a well-preserved Ice Age squirrel
  • facebook.com: Yukon Beringia Interpretive Centre
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