Der Traum von einer eigenen Immobilie rückt für mehr Menschen in weite Ferne. Der Kauf eines Hauses wird kostspieliger und viele machen sich Sorgen um die Finanzierung ihres Eigenheims. Das Problem könnte sich nun weiter verschärfen.

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Mit einem riesigen Finanzpaket soll Deutschland wieder wettbewerbsfähig werden. 500 Milliarden Euro sollen in Infrastruktur und Verteidigung fließen und nicht zuletzt die Wirtschaft in Schwung bringen. Genau dieser Schuldenberg wird indirekt zum Problem für Menschen, die eine Immobilie gekauft haben oder eine kaufen wollten.

Die Bauzinsen hängen laut der "WirtschaftsWoche" weniger vom Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) ab, als viele denken. Viel entscheidender ist die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe. Sie gibt Banken eine Orientierung für ihre eigene Refinanzierung, die über Pfandbriefe läuft.

Steigen die Renditen dieser Anleihen, verteuern sich die Pfandbriefe – und damit auch die Kredite für Bauherrinnen und Immobilienkäufer. Genau diese Renditen steigen nun wegen des geplanten Schuldenpakets der Regierung.

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Innerhalb kurzer Zeit sind deshalb die Zinsen für eine zehnjährige Baufinanzierung spürbar gestiegen – von 3,4 auf 3,7 Prozent. Auf den ersten Blick scheint das kaum ins Gewicht zu fallen, doch für Immobilienkäufer macht sich das nach einem Bericht des "Spiegel" bemerkbar, schließlich geht es beim Kauf eines Hauses in der Regel um eine mindestens sechsstellige Summe. Angesichts ohnehin hoher Immobilienpreise wird der Traum vom Eigenheim für viele damit noch schwieriger zu erreichen.

Gründe für teure Immobilien liegen auch in den USA

Wer nach den Gründen für die gestiegenen Zinsen bei der Baufinanzierung sucht, sollte auch einen Blick auf die USA werfen. Die unberechenbare Politik von US-Präsident Donald Trump sorgt für zunehmende Nervosität an den Märkten.

Besonders seine geplanten Strafzölle könnten die Preise nicht nur in den USA in die Höhe treiben. Steigt die Inflation, könnten Notenbanken gezwungen sein, die Zinsen anzuheben – mit direkten Folgen für Baufinanzierungen in Deutschland. Kredite für Immobilienkäufer würden laut "Spiegel" dadurch noch teurer.

Die zunehmend kostspielige Immobilienfinanzierung hat aber auch andere Ursachen. Der Wohnungsmarkt steckt insgesamt in einer tiefen Krise. Während die Baukosten steigen und die wirtschaftliche Unsicherheit zunimmt, bleibt die Nachfrage nach Wohnraum weiterhin hoch. Gleichzeitig wird laut der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) immer weniger gebaut. Die Zahl der Baugenehmigungen ist massiv zurückgegangen und die Fertigstellung neuer Wohnungen stagniert.

Das Schuldenpaket des Bundestags könnte auch dieses Problem verschärfen. Das Geld soll anteilig in die Sanierung maroder Brücken und Straßen fließen. Experten warnen laut "Spiegel", dass diese zusätzlichen Aufträge den Fachkräftemangel in der Baubranche verschärfen könnten. Die Baubranche selbst beteuert allerdings, die Unternehmen seien aktuell nur zu 70 Prozent ausgelastet.

Immer weniger Menschen können sich eigene Immobilie leisten

Vieles deutet momentan auf weiter steigende Kaufpreise bei Immobilien hin. Und das, obwohl die Preise schon jetzt für viele nicht mehr zu stemmen sind. Die Zahl der Landkreise und Städte in Deutschland, in denen der Preis eines Hauses das Budget der Einwohner übersteigt, hat laut SZ in den letzten Jahren zugenommen.

Für den Traum von der eigenen Immobilie ist das alles nicht gerade zuträglich. Wer jedoch gerade dabei ist, ein Haus zu kaufen, sollte sich beeilen: Bis die Banken die Konditionen anpassen, kann es einige Zeit dauern – und diese sollten Käuferinnen und Käufer nun nutzen.

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