Sean Penn wird 60: Ein Schauspieler zwischen Genie und Hollywood-Rebell

Zwei Oscars und drei Hochzeiten später: Sean Penn feiert am 17. August seinen 60. Geburtstag. Der Schauspieler begann seine Karriere als Teenie-Star in den 1980er Jahren und sorgte als Enfant terrible Hollywoods für zahlreiche Schlagzeilen. Er ist Regisseur, Aktivist, Produzent - ein Rückblick auf die Karriere des Rebellen. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Sean Penn ist schon als Kind klar, dass er einmal in die Fußstapfen seiner Eltern treten will: Sein Vater Leo Penn war Regisseur, Mutter Eileen Ryan (r.) Schauspielerin. Er beginnt, Kurzfilme mit seinen Kindheitsfreunden zu drehen – darunter die Schauspieler Emilio Estevez und Charlie Sheen.
Seine erste kleine Filmrolle hat Sean Penn 1974 in einer Folge der Serie "Unsere kleine Farm", bei der sein Vater Regie führt.
Nachdem er Teil mehrerer Broadway-Stücke gewesen ist, wird Hollywood auf den Schauspieler aufmerksam: Im Film "Die Kadetten von Bunker Hill" spielt Penn 1981 seine erste große Filmrolle. An seiner Seite: Tom Cruise (l.).
1982 spielt er die Hauptrolle des surfenden Stoners Jeff Spicoli in der Teenager-Filmkomödie "Ich glaub', ich steh' im Wald". Diese Rolle trägt maßgeblich zur bis heute anhaltenden Popularität des Wortes "Dude" bei.
Ein Jahr später ist er als Mick O'Brien in "Bad Boys – Klein und gefährlich" zu sehen. Seine Leistung bringt ihm durchweg positive Kritik ein und verhilft ihm zum Durchbruch als seriöser Schauspieler.
1985 lernt er die Sängerin Madonna kennen, die beiden heiraten im August desselben Jahres – an ihrem 27. Geburtstag, er wird am Tag darauf 25. Die beiden spielen 1986 gemeinsam im Film "Shanghai Surprise" mit und Madonna widmet dem Schauspieler ihr drittes Album, "True Blue".
Nach seinen Auftritten im Thriller "Auf kurze Distanz" im Jahr 1986 und "Colors – Farben der Gewalt" 1988 nimmt Penn in den frühen Neunzigern eine mehrjährige Auszeit von der Schauspielerei. Er ist unzufrieden mit der Filmindustrie und arbeitet an seinem Regie-Debüt.
Die Ehe mit Madonna wird in den späten Achtzigern von gewalttätigen Ausbrüchen gegen die Presse getrübt. 1987 wird Penn verhaftet und zu 60 Tagen Gefängnis verurteilt. Madonna reicht im selben Jahr die Scheidung ein, zieht sie jedoch wieder zurück, nur, um sie 1989 erneut einzureichen.
Sein Regie-Debüt gibt er 1991 mit "Indian Runner". Inzwischen hat Penn bei fünf Filmen Regie geführt, die allesamt gute Kritik erhielten. Für seinen Film "Into The Wild" wird er 2007 für den "Directors Guild of America"-Award nominiert.
Nach dem Ende seiner ersten Ehe zieht Penn bei der Schauspielerin Robin Wright ein. 1991 erblickt das erste gemeinsame Kind das Licht der Welt - zwei Jahre später der zweite Spross. Nach einer kurzen Trennung im Jahr 1995, finden die beiden wieder zueinander und geben sich 1996 das Jawort.
1995 wird Penn erstmals von der Academy gewürdigt: Für seine Rolle als rassistischer Mörder im Drama "Dead Man Walking" wird er für einen Oscar nominiert. Vier Jahre später wird er für seine Leistung als Jazzgitarrist im Woody-Allen-Film "Sweet and Lowdown" erneut nominiert.
2001 erhält er seine dritte Oscar-Nominierung für seine Darstellung des geistig behinderten Vaters in "Ich bin Sam". 2004 gewinnt er dann schließlich den ersten Oscar für seine Rolle im Bostoner Krimi-Drama "Mystic River". Für diesen Film wird er außerdem mit dem Golden Globe als bester Schauspieler ausgezeichnet.
2008 spielt er den Politiker und LGBTQ-Ikone Harvey Milk in der Biografie "Milk". Der Film bringt ihm seinen zweiten Goldjungen ein. Penn setzt sich nicht nur privat für die Gleichstellung der Ehe Homosexueller ein - sondern auch öffentlich. In seiner Oscar-Dankesrede sagt er: "Wir brauchen Gleichberechtigung für alle."
Hin und her mit seiner Ehefrau: Im April 2009 trennt Penn sich erneut von Robin Wright, nachdem die beiden 2007 schon die Scheidung eingereicht und wieder zurückgezogen hatten. Im Mai 2009 versöhnen sie sich, im August reicht sie erneut die Scheidung ein. Im Juli 2010 wird die Ehe endgültig geschieden.
2010 ist Sean Penn in der Hauptrolle als Joseph Wilson im Polit-Thriller "Fair Game – Nichts ist gefährlicher als die Wahrheit" zu sehen. Im selben Jahr gründet er seine gemeinnützige Organisation "CORE", die nach dem Erdbeben in Haiti und Hurrikan Matthew Hilfe leistet sowie während der Coronakrise 2020 kostenlose Corona-Tests zur Verfügung stellt.
Von 2013 bis 2015 ist Sean Penn mit der südafrikanischen Schauspielerin Charlize Theron liiert, die in seinem Film "The Last Face" an Javier Bardems Seite die Hauptrolle übernommen hatte. Ein weiterer Regie-Erfolg: Der Film wird bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes für eine Palme d'Or nominiert.
2016 sorgt das Enfant terrible Hollywoods für einen Skandal. Es stellt sich raus, dass er im Oktober 2015 mit der mexikanischen Schauspielerin Kate del Castillo den Drogenboss El Chapo im mexikanischen Dschungel zu einem Interview getroffen hat. Zuvor war El Chapo aus einem Gefängnis geflohen.
Seit 2016 ist er mit der 32 Jahre jüngeren Australierin Leila George D'Onofrio liiert. Anfang August 2020 verrät Sean Penn in Seth Meyers' "Late Night"-Talkshow, dass die beiden inmitten der Corona-Pandemie geheiratet haben.
Schauspielerei und Regie-Arbeit sind für Sean Penn seit einigen Jahren nur noch eine Nebenbeschäftigung. Wichtiger ist ihm seine humanitäre und medizinische Arbeit mit seiner "CORE"-Organisation, mit der er während der Coronakrise Test-Zentren in Los Angeles und New York eröffnet hat.
Bald aber soll es ein Penn-Comeback geben: Seit Februar 2020 ist bekannt, dass er zusammen mit Julia Roberts, Armie Hammer und Joel Edgerton in der geplanten TV-Serie "Gaslit", die den Watergate-Skandal behandelt, zu sehen sein wird. Er soll den früheren US-Justizminister und Nixon-Vertrauten John Mitchell spielen.