Die in Erfurt aufgewachsene Moderatorin Janin Ullmann hat in einem Interview über ihre Kindheit gesprochen und verraten, warum diese "etwas anders als auf der anderen Seite der Mauer" gewesen ist.

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Moderatorin und Schauspielerin Janin Ullmann ist ein Kind der DDR. Die 37-Jährige wuchs in einem Plattenbau in Erfurt auf. Sie habe definitiv eine glückliche Kindheit erlebt, habe aber in jungen Jahren auch durchaus die Unterschiede zum Westen gespürt, erzählt sie im Interview mit der Agentur spot on news.

Miniatur-Panzer als Spielzeug, Fake-Granate als Sportgerät

"Ich habe im Kindergarten mit Miniatur-Panzern gespielt und später im Sportunterricht den Weitwurf mit F-1-Fake-Handgranaten geübt", erklärt Ullmann. Probleme bekam die Schauspielerin, als sie einen Trainingsanzug von Verwandten in Ungarn in der Schule trug, der als Nicht-DDR-Produkt verboten war.

"Ich habe ihn natürlich trotzdem angezogen", erinnert sich Ullmann. An diesem Tag sei sie aus der Klasse geflogen. "Und am nächsten Tag habe ich ihn wieder angezogen und bin wieder rausgeflogen. So ging das eine ganze Woche."

Eine Reise öffnete Janin Ullmann die Augen

Bei einer Reise zu Bekannten nach München, die sie wenige Tage nach der Genscher-Rede in Prag mit ihrer Mutter unternommen hatte, sei ihr der Unterschied zum Westen besonders deutlich geworden.

Sie, für die eine Tafel Schokolade lange Zeit "das Größte" gewesen sei, habe in einem Kinderzimmer gestanden, "das so voll mit Spielzeug war, dass ich den Boden nicht mehr sehen konnte". Dennoch habe sie rückblickend nicht das Gefühl, als Kind in der DDR etwas verpasst zu haben. "Ich hatte Geborgenheit und mehr brauchte ich nicht", sagt die Moderatorin.

Am kommenden Samstag (9. November) feiert die Bundesrepublik zum 30. Mal den Tag des Mauerfalls. Ob Ost und West mittlerweile zusammengewachsen sind? Von einer "wirklichen Einheit" möchte Ullmann nicht sprechen. "Ich glaube, es braucht noch mindestens ein oder zwei Generationen, bis die Mauer auch in den Köpfen gefallen ist." (jom)  © spot on news

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