Für Andreas Sander ist Soldeu ein hervorragendes Pflaster. Am Tag nach Platz drei in der Abfahrt unterstreicht der konstanteste deutsche Speedfahrer im Super-G seine hervorragende Spätform. Ganz vorne aber rast ein Schweizer einem Punktrekord entgegen.

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Andreas Sander dürfte das Saisonende bedauern. Nach Rang drei am Vortag hinter dem Österreicher Vincent Kriechmayr sowie seinem Teamkollegen Romed Baumann in der Abfahrt, verpasste der Westfale im Super-G im Rahmen des Weltcup-Finals in Soldeu in Andorra nur knapp einen weiteren Coup.

Sander, Junioren-Weltmeister 2008 in dieser Disziplin, kam mit nur 0,25 Sekunden Rückstand auf das Podest und den Norweger Aleksander Aamodt Kilde auf Rang sechs. "Das nehme ich auf jeden Fall mit", sagte Sander, "vielleicht kann ich ja den Flow mitnehmen ins nächste Jahr."

Andreas Sander ist mittendrin in der Super-G-Weltklasse

Mit seinem "mega" Saisonabschluss war der 33-Jährige genau 15 Jahre und drei Tage nach seinem Debüt im Weltcup auf jeden Fall "happy - das macht Lust auf mehr". Tatsächlich beendete Sander den Weltcup-Winter als so überraschender wie auch hervorragender Vierter in der Super-G-Wertung - vor ihm lagen nur die großen Drei: Überflieger Marco Odermatt aus der Schweiz, Kilde und Kriechmayr. "Da bin ich", bemerkte der Zweitplatzierte der WM-Abfahrt von 2021, "extrem stolz drauf."

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In einer Liga für sich fuhr aber einmal mehr Odermatt. Der 25-Jährige gewann den letzten Super-G dieser Saison. Es war sein zwölfter Saisonsieg insgesamt und der sechste in der zweitschnellsten alpinen Disziplin - letzteres ist Rekord. Im Gesamtweltcup hat der Titelverteidiger nunmehr 1.942 Punkte: Im abschließenden Riesenslalom kann er die Bestmarke von 2.000 Punkten des Österreichers Hermann Maier aus der Saison 1999/2000 überbieten.

Marco Odermatt empfängt mit der Super-G-Kristallkugel eine der Belohnungen für seine Saison 2022/23
Ein Kuss für die gläserne Trophäe: Der Schweizer Marco Odermatt empfängt mit der Super-G-Kristallkugel am 16. März 2023 in Soldeu eine der Belohnungen für seine überragende Skisaison 2022/23. Der 25-Jährige fuhr zum 50. Mal auf ein Weltcup-Podest und zu seinem 23. Einzelsieg. © REUTERS/Albert Gea

Marco Odermatt bewegt sich in den Sphären der Ski-Legenden

Schon mit einem dritten Rang - es wäre sein 51. Podest im Weltcup - käme Olympiasieger und Doppel-Weltmeister Odermatt auf 2.002 Punkte. Bei einem weiteren Saisonsieg zöge er mit den Rekordhaltern Maier und Ingemar Stenmark aus Schweden gleich: Beide waren jeweils auf 13 erste Plätze in einem Winter gekommen. Odermatt hatte vor dem Finale bereits als Sieger im Gesamt-, im Super-G- und im Riesenslalom-Weltcup festgestanden. (sid/hau)

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