• Die Kritik am Hygienekonzept der Handball-WM wird täglich lauter. Norwegens Superstar Sander Sagosen spricht vom "Wilden Westen".
  • Auch das deutsche Team äußert sich besorgt über die Zustände im Hotel.
  • Mehrere Teams mussten bereits ihre Teilnahme absagen.

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Die heftigste Kritik am Hygienekonzept der Handball-WM bislang kam aus der Mannschaft der Norweger. Sander Sagosen vom THW Kiel gab sich fassungslos: "Bis jetzt ist das alles eine Parodie und Wilder Westen gewesen." Seine Mannschaft befinde sich in einem "Schockzustand", erklärte er in einem Pressegespräch.

Sagosen selbst war ursprünglich nicht für eine Absage der WM, aber so wie es derzeit laufe, "kann man die Frage danach stellen". Im Hotel würden die Menschen ohne Mundschutz ein und aus gehen, die Teams essen zusammen. Alle im Vorfeld abgegebenen Versprechen würden nicht eingehalten.

Corona-Chaos: Sorge auch bei der deutschen Nationalmannschaft

Das Corona-Chaos bei der Handball-WM lässt auch die deutschen Handballer vor dem Auftaktspiel gegen Uruguay (Spielplan und alle Ergebnisse der Handball-WM finden Sie hier) nicht kalt. "Ich hoffe, dass es nicht mehr Nachrichten von dieser Sorte gibt und wir davon verschont bleiben", kommentierte Kapitän Uwe Gensheimer am Mittwoch die zahlreichen Corona-Fälle bei verschiedenen Teams, die in der WM-Absage von Tschechien und den USA gipfelten. Für Rückraumspieler Kai Häfner ist klar: "Ganz ausblenden kann man das nie, weil das Thema sehr präsent ist. Natürlich bekommt man das alles mit."

Auch Bundestrainer Alfred Gislason kritisiert die Hygienebedingungen im Teamhotel. "Das sind Umstände, die wir uns anders vorgestellt hatten und die uns anders zugesagt worden sind. Das ist so, es scheint nicht möglich, daran etwas zu ändern", sagte der Isländer.

Ähnlich besorgt äußert sich auch DHB-Sportvorstand Axel Kromer: "Das übertrifft unsere Befürchtungen. Wir hoffen, dass die vielen Hiobsbotschaften, die wir aus allen Ecken der Welt erhalten, endlich ein Ende nehmen. Für die Kritiker ist das natürlich eine Bestätigung. Wir müssen jetzt die Sicherheit unserer Mannschaft und Betreuer vor Ort vorantreiben."

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DHB fordert Nachjustierung

Aus diesem Grund nahm der Deutsche Handballbund am Mittwoch umgehend Kontakt mit dem Weltverband IHF auf. "Wir müssen in einigen Dingen nachjustieren", berichtete Kromer. Dazu gehöre eine stärkere Separierung bei den Mahlzeiten im Teamhotel in Gizeh. "Da wollen wir mit Nachdruck erreichen, dass weitere Räumlichkeiten geöffnet werden, um das Risiko in diesem Bereich weiter zu minimieren", betonte der 44-Jährige.

Zugleich warnte er aber vor Hysterie: "Ich kann nicht über Emotionen an solch ein Thema herangehen. Wir müssen daran arbeiten, dass alles so läuft, wie wir uns das vorstellen. Wir können die Dinge, die außerhalb unseres Kreises passieren, ohnehin nicht beeinflussen."

Am Mittwochabend hatte Gastgeber Ägypten mit einem 35:29-Sieg gegen Chile das Turnier eröffnet. (dpa/AFP/ska)

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