Als Rudi Völler noch als Fußballer aktiv war, sagten sich Menschen Meinungen in der Regel noch direkt ins Gesicht. Das digitale Zeitalter begünstigt die Anonymität. Aus der heraus fielen Rassisten über zwei Nationalspieler der U21 her. Für Völler ist es "das Allerletzte."

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DFB-Sportdirektor Rudi Völler hat den Umgang der U21 mit dem Rassismus-Eklat um Youssoufa Moukoko und Jessic Ngankam gelobt. "Schon in der ersten Nacht haben die Verantwortlichen toll reagiert", sagte der 63-Jährige im georgischen Batumi. "Das darf hier keinen Platz haben. Diese Anonymität in den sozialen Netzwerken ist das Allerletzte."

U21-Nationalspieler Youssoufa Moukoko trainiert am 26. Juni 2023 in Batumi in Georgien
U21-Nationalspieler Youssoufa Moukoko trainiert am 26. Juni 2023 in Batumi in Georgien. Am Tag davor hat Europameister Deutschland im zweiten Vorrundenspiel der EM in Georgien und Rumänien mit einem 1:2 gegen Tschechien seine Chancen auf das Erreichen des Viertelfinals auf ein Minimum reduziert. © picture alliance/dpa/Sebastian Kahnert

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Rassistische Beleidigungen gegen deutsche Fehlschützen Moukoko und Ngankam

Moukoko von Vizemeister Borussia Dortmund und Herthas Ngankam waren nach ihren verschossenen Elfmetern im EM-Auftaktspiel gegen Israel (1:1) am 22. Juni Opfer massiver Beleidigungen im Netz geworden. "Es war richtig, schnell wieder zur Tagesordnung überzugehen", sagte Völler: "Das ist eine Sauerei und soll nicht wieder vorkommen, da wird der DFB auch alles Mögliche für tun."

U21-Nationaltrainer Antonio Di Salvo spricht am 21. Juni 2023 im Training zu seiner Mannschaft
U21-Nationaltrainer Antonio Di Salvo (M.) spricht am 21. Juni 2023 zu Beginn des Abschlusstrainings im Ramas-Schengelia-Stadion in Kutaissi zu seiner Mannschaft. Am Tag darauf kommt Titelverteidiger Deutschland zum Start ins EM-Turnier gegen Israel in Kutaissi über ein 1:1-Unentschieden nicht hinaus. © picture alliance/dpa/Sebastian Kahnert

Analyse: Das sind die deutschen Gruppengegner bei der U21-EM

Erst die Regenbogenbinde bei der WM in Katar, nun der Rassismus-Eklat bei den Junioren. Der sportliche Misserfolg wird zur Zeit auch von externen Themen überschattet. Droht auch bei der Heim-EM ein Fiasko? "Da müssen sie diese anonymen Netzwerker fragen. Wir werden immer versuchen, die Spieler zu schützen. Das sind alle super Jungs", so Völler. (sid/hau)  © SID

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