Nasenpflaster oder Torwarthandtaschen - die Bundesliga hat schon so manche Trends kommen und gehen sehen. Das neueste Kuriosum, das die Erstligaplätze heimsucht: Löcher in den Stutzen. Doch welchen Effekt erhoffen sich die Spieler davon?

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Schon 2018 sorgte Neymar mit den seltsamen Löchern in den Stutzen für hochgezogene Augenbrauen, doch der erste war auch er nicht. Von Giorgio Chiellini gibt es Bilder von 2007, als er noch in der U21 spielte, mit kreisrunden Ausschnitten auf Wadenhöhe.

Inzwischen sieht man auch immer mehr Spieler in der Bundesliga, die sich die Stutzen zerschneiden. Prominentestes Beispiel dürfte Jude Bellingham von Borussia Dortmund sein. Ein sehr offensichtlicher Effekt: Die Belüftung der Wade wird besser.

Trend oder sinnvoll?

Und der weitere Sinn dahinter? Bochum-Profi Patrick Osterhage erklärt im Gespräch mit unserer Redaktion: "Das machen viele, um sich mehr Platz in der Wadenregion zu verschaffen."

Er ergänzt aber auch: "Vielleicht ist es für viele Spieler auch ein Trend geworden. Einer hat mal damit angefangen, und die anderen machen es nach. Mir passen meine Stutzen noch. Aber ich habe auch nicht die dicksten Waden. Und deshalb habe ich damit keine Probleme."

Im Gegensatz zu Osterhage setzt Union-Berlin-Stürmer Sven Michel sehr wohl auf die zerschnittenen Strümpfe: "Ich hatte viele Probleme mit Wadenkrämpfen und gedacht: Das machst du auch mal", erklärte der 32-Jährige vor rund einem Jahr im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung. Obwohl man "es nicht zu 100 Prozent verringern kann", spüre er, "dass der Druck sich verringert und du nicht ganz so schnell Krämpfe bekommst."

Sportwissenschaftler sieht Placebo-Effekt

Sportwissenschaftler Veit Senner glaubt jedoch eher an einen Placebo-Effekt bei den Sportlern. "Am Ende schaut es halt cool aus für sie. Wenn man daran glaubt, hat es eine Wirkung, das hilft manchmal mehr als alles andere", erklärte er gegenüber dem Portal "FuPa Oberbayern".

Kompressionssocken, auf die lange Zeit im Sport zur Verhinderung von Ermüdungserscheinungen gesetzt wurden, sind jedoch offenbar auch nicht so zielführend, wie lange Zeit geglaubt. "Die mechanische Stabilisierung kann einen kleinen Einfluss haben", erklärt Senner. Aber: "Dieser Einfluss bewegt sich im Promille-Bereich." Der Hype um Kompression sei vorbei.

Und was die zerschnittenen Stutzen angeht, stellt Senner eines klar: Zu eng sollten die Stutzen sowieso nicht sein. "Was komfortabel ist, ist immer besser."(ska)

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