Wenn Nils Petersen ins Spiel kommt, schrillen beim Gegner des SC Freiburg die Alarmglocken. Aber nur noch bis zum Ende der Saison 2022/23. Der frühere Nationalstürmer beendet seine Karriere. Zurück bleibt eine Bestmarke der Bundesliga.

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Der frühere Nationalspieler Nils Petersen vom SC Freiburg beendet seine Laufbahn nach der Saison 2022/23.

"Nach knapp 16 Jahren Profifußball hänge ich die Schuhe schweren Herzens an den Nagel", schrieb der Stürmer des Bundesligisten auf seinem Instagram-Account und dankte dabei den Vereinen, bei denen er in seiner Karriere zum Einsatz gekommen war. "Alles, was ein Ende hat, hatte auch mal einen Anfang. Und ein neuer Anfang ist nicht gleich das Ende. Ihr werdet von mir hören. Versprochen."

Petersen spielt seit 2015 für die Breisgauer und erzielte in bislang 242 Spielen 89 Treffer, davon 33 nach bisher 141 Einwechslungen. Der 34-Jährige ist der treffsicherste Einwechselspieler der Bundesliga-Geschichte und zudem auch der Rekordtorjäger des Sport-Clubs. Zuvor lief der Mittelstürmer auch für Bayern München, Werder Bremen und Energie Cottbus in der Bundesliga auf.

Freiburgs Torjäger Nils Petersen verabschiedet sich am 6. August 2022 bei den Fans
Freiburgs Torjäger Nils Petersen verabschiedet sich am 6. August 2022 bei den Fans nach dem 4:0-Sieg in Augsburg am ersten Spieltag der Bundesliga. Petersen hat ab der 76. Minute für Neuzugang Michael Gregoritsch gespielt, der gleich gegen seinen Ex-Verein trifft. © action press/Kolbert-Press

Nils Petersen als Olympia-Held und trotzdem tragische Figur

2016 in Brasilien steuerte Nils Petersen sechs Tore zum überraschenden zweiten Platz der DFB-Auswahl bei. Keinem Spieler gelangen während des Turniers mehr Treffer als dem 27-Jährigen. Alleine fünf davon schoss Petersen beim 10:0 in der Gruppenphase gegen die Fidschi-Inseln. Im spannenden Finale gegen Gastgeber Brasilien war es ausgerechnet der ansonsten sichere Elfmeterschütze Petersen, dem der entscheidende Fehlschuss unterlief. Anschließend schoss Neymar Brasilien zum Olympiasieg.

Brasiliens Torwart Weverton wehrt Nils Petersens Elfmeter im Finale der Olympischen Spiele 2016 ab
Brasiliens Torwart Weverton (l.) wehrt am 20. August 2016 in Rio de Janeiro im Finale der der Olympischen Spiele Nils Petersens Elfmeter ab und dankt Gott dafür. Weil kurz darauf Neymar für Brasilien trifft, sind die Gastgeber im Männer-Fußball nach einem 1:1 nach 120 Minuten und einem 5:4 im Elfmeterschießen Olympiasieger. (Archivbild) © Getty Images/Lars Baron

Petersen stand 2018 stand im vorläufigen WM-Kader von Bundestrainer Joachim Löw. Es blieb allerdings bei zwei Testspiel-Einsätzen im DFB-Dress.

Wettbewerbsübergreifend kam er in bis zum 25. Spieltag der Saison 2022/23 31-mal zum Einsatz. Zum Stammpersonal gehörte er nicht mehr.

"Nun werde ich nochmal alles investieren, um dann sagen zu können: Man sollte gehen, wenn es am schönsten ist", sagte Petersen, der mit Freiburg im Saisonendspurt um die internationalen Plätze kämpft und im DFB-Pokal-Viertelfinale am 4. April bei seinem Ex-Klub in München zu Gast ist.

Nils Petersens Schiedsrichtereinsatz erregt Aufsehen

Am 26. März hatte Petersen, der in dieser Saison unter Trainer Christian Streich nur wenige Einsatzminuten bekommt, in einer anderen Funktion auf dem Spielfeld auf sich aufmerksam gemacht. Zusammen mit dem Mainzer Profi Anton Stach - jeder war eine Halbzeit lang im Einsatz - leitete er in Rheinhessen das Bezirksligaspiel VfR Nierstein gegen TSV Mommenheim (6:0), um Werbung für das Schiedsrichter-Amt zu machen. (dpa/sid/hau)

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