Da die Deutschen immer älter werden, gehört die Rente mit zu den Dauerbrennern in den Wahlprogrammen der Parteien. Was sich die Parteien zum Rentenalter und zu einer Mindestrente ausgedacht haben, können Sie hier lesen.

Die Union sieht die gesetzliche Rentenversicherung durch den Beschluss der Rente mit 67 gestärkt. Bis 2029 soll sie schrittweise eingeführt werden. Zugleich soll die private und betriebliche Vorsorge gestärkt werden. Dabei folgt die Union dem Grundsatz: "Wer 40 Jahre versichert ist und privat vorgesorgt hat, soll einen Zuschuss zur Rente auf 850 Euro erhalten."

Die FDP macht sich für "mehr Selbstbestimmung in der Rente ohne starre Altersgrenzen" in ihrem Wahlprogramm stark. Die Menschen sollen ab dem 60. Lebensjahr den Zeitpunkt ihres Renteneintritts frei wählen können – was sich aber auf die Höhe ihrer Rente auswirken würde. Auch nach Auffassung der Liberalen sollte die gesetzliche Rentenversicherung künftig stärker durch private und betriebliche Vorsorge ergänzt werden.

45 Jahre Arbeit soll reichen

Nach dem Willen der SPD soll die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren auch schon mit 63 Jahren möglich werden. Der Zuschussrente der Union stellen die Sozialdemokraten die Idee der Solidarrente gegenüber: Sie soll dafür sorgen, dass langjährig Versicherte (30 Beitragsjahre/40 Versicherungsjahre) eine Rente von mindestens 850 Euro bekommen. Zur Rente mit 67 steht die SPD, hält sich aber eine Hintertür offen: Sie soll erst eingeführt werden, wenn mindestens die Hälfte der 60- bis 64-Jährigen sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist.

Die Grünen versprechen im Kampf gegen Altersarmut eine Garantierente von mindestens 850 Euro: Allen Neurentnern mit mindestens 30 Versicherungsjahren soll eine Rente oberhalb der Grundsicherung garantiert werden. Bei der Zählung soll nicht zwischen Teilzeit- und Vollzeit unterschieden werden: Auf diese Weise könnten auch Frauen die Garantierente realistisch erreichen.

Einführung einer Mindestrente

Die Rente mit 67 abschaffen will die Linkspartei: Jeder müsse spätestens mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen dürfen. Nach dem Willen der Linken sollen Arbeitnehmer grundsätzlich nach 40 Beitragsjahren ohne finanzielle Einbußen in den Ruhestand gehen können, auch schon mit 60 Jahren. Die Partei setzt sich für eine "solidarische Mindestrente" von 1.050 Euro netto ein.

Das Wahlprogramm der Piraten sieht eine Mindestrente für alle vor, die zusätzlich zum angestrebten bedingungslosen Grundeinkommen gezahlt wird. Dafür will die Partei alle bestehenden Rentensysteme, berufsständischen Versorgungssysteme und Pensionen im öffentlichen Dienst zu einer Rentenkasse zusammenführen.

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