Die CDU sucht einen neuen Parteivorsitzenden. Wer Angela Merkel auf diesem Posten beerbt sei ganz entscheidend für die Weiterführung der großen Koalition in Berlin, sagt Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Doch der SPD-Politiker äußert auch Hoffnung.

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Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sieht in der Klärung der Nachfolge von CDU-Chefin Angela Merkel auch eine maßgebliche Entscheidung über die Weiterführung der großen Koalition.

Die Frage sei: "Bleibt die politische Ausrichtung der CDU die gleiche?", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). "Davon hängt eine ganze Menge ab, am Ende auch der Fortbestand der Koalition."

Führungsstärke "wäre für Koalition von Vorteil"

Der Ministerpräsident äußerte die Hoffnung, dass Merkel nun stärker ihre Führungsrolle wahrnehmen werde als bisher. "Vielleicht kann die Bundeskanzlerin freier aufspielen und sogar eine Führungsstärke entwickeln, die wir zuletzt schmerzlich bei ihr vermisst haben", sagte er.

Dies wäre "für die Koalition von Vorteil". Andernfalls sehe er allerdings für die Bundesregierung schwarz, warnte Weil weiter. "Es würde dann kaum lange gut gehen, nicht mit der Bundeskanzlerin und nicht mit der Regierung."

Bundeskanzlerin Merkel hatte am Montag mitgeteilt, dass sie zwar bis zum Ende der Legislaturperiode Regierungschefin bleiben, aber im Dezember nicht erneut für den CDU-Parteivorsitz kandidieren wolle.

Weil hat Wunschkandidaten für CDU-Vorsitz

Um ihre Nachfolge bewerben sich insbesondere Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der frühere Unions-Fraktionschef Friedrich Merz. Spahn und Merz gelten als Gegner der Kanzlerin. Es wird spekuliert, dass sich Merkel nicht mehr lange im Regierungsamt halten werde, sollte einer der beiden Konservativen den CDU-Vorsitz übernehmen.

Weil sagte dazu, er selbst habe einen Wunsch für die Merkel-Nachfolge – wer dies sei, werde er aber nicht verraten. (jwo/AFP)