Kritik am Verfahren zur Suche einer neuen Parteispitze hat Lars Klingbeil zurückgewiesen und wirbt zugleich um Geduld. "Politik braucht Umbrüche", so der SPD-Generalsekretär.

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SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat Kritik am Verfahren zur Suche einer neuen Parteispitze zurückgewiesen. "Hätten wir das alte Verfahren beibehalten wollen, dass einfach die nächsten von der Liste jetzt den SPD-Vorsitz übernehmen, dann hätten wir gar nichts ändern brauchen", sagte Klingbeil am Sonntagabend in den ARD-"Tagesthemen".

"Es wird ein spannendes Rennen"

"Aber Politik braucht Umbrüche. Die sind jetzt da. Wir haben ein komplett neues Verfahren gewählt. Wir lassen uns jetzt die Zeit, bis wann sich alle gemeldet haben. Dann entscheiden die Mitglieder. Es wird ein spannendes Rennen."

Klingbeil ging davon aus, dass sich noch weitere Bewerber melden. Er warb zugleich um Geduld. "Und jetzt machen sich einige noch Gedanken, ob sie selbst ins Rennen einsteigen. Dazu gehöre ich auch. Aber alle haben Zeit bis zum 1.9.. Und da verspüre ich auch gar keinen Druck."

Die SPD steht in Umfragen derzeit bei 11,5 bis 14,5 Prozent. Der Vorsitz ist nach dem Rücktritt der bisherigen Parteichefin Andrea Nahles Anfang Juni nur kommissarisch besetzt.

Mehrere Bewerber im Rennen

Im Rennen um ihre Nachfolge gibt es derzeit mehrere Bewerber, darunter sind aber bisher keine Schwergewichte aus den Reihen der Minister oder Ministerpräsidenten. Kandidaten für den Posten, erstmals auch Teams, haben bis zum 1. September Zeit, sich zu bewerben. Der Vorsitz soll nach einer Mitgliederbefragung auf einem Parteitag Anfang Dezember besetzt werden.

Der SPD-Politiker Matthias Machnig etwa hatte seiner Partei zuletzt "organisierte Verantwortungslosigkeit" vorgeworfen. "Das jetzt gewählte Verfahren, in dem sich jeder auf den Vorsitz der Partei bewerben kann, demonstriert nicht Verantwortungsbewusstsein, sondern Mutlosigkeit, Ratlosigkeit und Führungslosigkeit", schrieb Machnig in einem Gastbeitrag für "Spiegel Online".  © dpa

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