Die Deutsche Umwelthilfe weitet ihren Kampf gegen Böller und Silvesterfeuerwerk aus: Nach einem ersten Vorstoß im Juli hat die Organisation für die Innenstädte von weiteren 67 Kommunen in Deutschland Verbote beantragt. Die Argumente: Umweltschutz und Tierwohl.

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Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat die Bundesregierung aufgefordert, Städten ein Verbot von Silvesterfeuerwerk und Böllern zu erleichtern. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) solle sich für eine Änderung der Sprengstoffverordnung einsetzen oder des Gesetzes gegen Luftverschmutzung, sagte DUH-Chef Jürgen Resch am Mittwoch in Berlin.

Nach eigenen Angaben beantragte die Organisation in weiteren 67 deutschen Kommunen ein offizielles Verbot innerhalb von Innenstädten. Bereits im Juli hatte sie dies in 31 Kommunen getan. Die DUH kritisiert die Feinstaubbelastung und die Verschmutzung, die durch Einsatz von Pyrotechnik entsteht.

Verbotsanträge reicht sie nach eigenen Angaben in Städten ein, in denen die Luft im Jahresmittel mit mehr als 20 Mikrogramm Feinstaubpartikeln je Kubikmeter belastet ist. Laut einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte diese Konzentration nicht überschritten werden.

Pyrotechnische Industrie hält Verbote für unzulässig

Resch sagte, an Silvester gelange in vielen Städten etwa ein Sechstel der Feinstaubmenge in die Luft, die sonst das ganze Jahr über aus dem Straßenverkehr komme.

Am Mittwoch legte die DUH bei einer Pressekonferenz in Berlin zudem ein Rechtsgutachten vor, das nach ihren Angaben Möglichkeiten für entsprechende Verbotsregelungen durch Kommunen aufzeigt.

Der Verband der pyrotechnischen Industrie veröffentlichte ebenfalls am Mittwoch ein Rechtsgutachten, demzufolge Feuerwerksverbote von Kommunen nicht zulässig seien. Die geltende Gesetzeslage erlaube derzeit nur das Verbot von Knallkörpern wie Böller.

Umwelthilfe argumentiert auch mit Tierwohl

Die DUH setzt sich seit langem dafür ein, Feuerwerk an Silvester in Deutschland zu beenden. Sie argumentiert dabei sowohl mit Umwelt- und Sicherheitsaspekten als auch mit dem Tierwohl, weil der Lärm Tiere verschreckt.

Stattdessen wirbt die Umweltorganisation für Licht- und Lasershows als "moderne und saubere Alternative", wie etwa Landshut in Bayern sie zu Silvester veranstaltet.

In einigen Städten ist Pyrotechnik im Innenstadtbereich zum Jahreswechsel bereits verboten. In anderen Kommunen gelten Einschränkungen, etwa, um alte Fachwerkhäuser vor Bränden zu schützen. Die Forderung nach generellen Verboten ist stark umstritten. (mcf/dpa/AFP)

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