Seit ihrer Gründung vor über 220 Jahren haben die Vereinigten Staaten schon so manchen US-Präsidenten kommen und gehen sehen.

Wenn das amerikanische Volk nun am 6. November 2012 zum 57. Mal zu den Wahlurnen schreitet, wird sich entscheiden, wer in den nächsten vier Jahren als nunmehr 45. Präsident der USA die Geschicke des Landes lenken wird - Grund genug, einmal zurückzublicken auf einige der namhaftesten Persönlichkeiten unter den bisherigen US-Präsidenten.

George Washington (1789-1797)

Der aus Virginia stammende Politiker George Washington nimmt eine besondere Stellung in der amerikanischen Geschichte ein, denn mit ihm fing am 30. April 1789 alles an: An diesem Tag legte er als erster Präsident der Vereinigten Staaten den Amtseid ab.

Zuvor hatte Washington im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775 bis 1783) als Oberbefehlshaber der Kontinentalarmee die dreizehn nordamerikanischen Kolonien zum Sieg gegen die britische Kolonialmacht geführt. Nach dem Krieg gehörte er zudem zu den Delegierten des Verfassungskonvents, die die neue Konstitution unterzeichneten - Washington wird deshalb als einer der Gründerväter der USA verehrt.

In seiner achtjährigen Regierungszeit von 1789 bis 1797 verfolgte der parteilose Washington eine Neutralitätspolitik und versuchte, zwischen den zwei großen Parteien des Parlaments - den Föderalisten und den demokratischen Republikanern - zu vermitteln. Außerdem setzte er Maßstäbe für alle nachfolgenden Präsidentschaften, beispielsweise indem er 1797 auf eine dritte Amtszeit verzichtete - eine Konvention, die sich durchsetzte und 1951 schließlich sogar zum Gesetz wurde.

Abraham Lincoln (1861-1865)

Einer der bekanntesten und auch beliebtesten Präsidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten ist zweifellos Abraham Lincoln. Denn mit seinem Namen verknüpfen die Amerikaner vor allem die Abschaffung der Sklaverei.

Der aus Kentucky stammende Sohn eines armen Farmers wurde am 6. November 1860 als erster Republikaner zum 16. Präsidenten der USA gewählt. Seine vierjährige Amtszeit von 1861 bis 1865 wurde jedoch durch den Amerikanischen Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südstaaten überschattet. Die Wahl des überzeugten Sklaverei-Gegners Lincoln nahmen die Sklaven haltenden Südstaaten nämlich zum Anlass, noch vor seiner Amtseinführung am 4. März 1861 aus der Union auszutreten.

Da die Nordstaatler, allen voran Lincoln, die Abspaltung des Südens als verfassungswidrig betrachteten und die Union der amerikanischen Staaten wenn nötig mit Waffengewalt bewahren wollten, schien ein Bürgerkrieg unvermeidbar. Als dieser im April 1861 dann tatsächlich ausbrach, hielt das Lincoln jedoch nicht davon ab, am 22. September 1862 die Abschaffung der Sklaverei zu verkünden.

1864 wurde Lincoln schließlich für weitere vier Jahre in seinem Amt bestätigt, doch das Ende seiner zweiten Amtszeit sollte er nicht erleben: Am 14. April 1865 - nur wenige Tage nach der Kapitulation der Südstaatenarmee - wurde Lincoln während einer Theateraufführung in Washington von dem fanatischen Südstaatler John Wilkes Booth erschossen. Lincoln ist damit der erste amerikanische Präsident, der während seiner Amtszeit einem Attentat zum Opfer fiel.

Franklin D. Roosevelt (1933-1945)

Über zwölf Jahre, von März 1933 bis April 1945, dauerte die Amtszeit des 32. US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt. Er ist damit der einzige Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten, der die Rolle des Staatsoberhauptes länger als zwei Amtszeiten inne hatte. Wäre Roosevelt nicht wenige Monate nach seiner dritten Wiederwahl im November 1944 überraschend an einer Hirnblutung gestorben, hätte er die Geschicke des Landes sogar für eine vierte Amtsperiode gelenkt.

Der demokratische Politiker wurde am 4. März 1933 zum Präsidenten vereidigt, nachdem er sich bei den Wahlen vom 8. Dezember 1932 klar gegen seinen republikanischen Konkurrenten - den amtierenden Präsidenten Herbert H. Hoover - hatte durchsetzen können.

Begünstigt wurde Roosevelts Wahlsieg vor allem dadurch, dass es Hoover während seiner vierjährigen Amtszeit seit 1929 nicht gelungen war, die verheerenden Folgen der Weltwirtschaftskrise auf die US-Ökonomie zu bekämpfen. Doch was Hoover nicht geschafft hatte, das vollbrachte nun Roosevelt: Mit seiner staatsinterventionistischen Wirtschafts- und Sozialpolitik - bekannt unter dem Schlagwort des "New Deal" - holte er die USA in den 30er Jahren allmählich aus der großen Depression heraus.

Während des Zweiten Weltkrieges überzeugte Roosevelt dann als unerschrockene Führungspersönlichkeit, insbesondere als der Kriegseintritt der USA nach dem Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941 unvermeidlich wurde. So war es auch Roosevelts Führung, unter der sich die Vereinigten Staaten endgültig zu einer Supermacht entwickelten.

Harry S. Truman (1945-1953)

Als Franklin D. Roosevelt kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges am 12. April 1945 - im Alter von gerade mal 63 Jahren - starb, übernahm sein Vize-Präsident Harry S. Truman das Amt. Für zwei Amtsperioden - bis zum 20. Januar 1953 - amtierte der Demokrat als 33. Präsident der Vereinigten Staaten.

Eine der ersten größeren - und äußerst umstrittenen - Amtshandlungen Trumans bestand darin, den Befehl zum Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 zu geben. Truman zufolge sollte damit die sofortige und bedingungslose Kapitulation Japans herbeigeführt werden. Doch inwieweit so kurz vor Ende des Krieges tatsächlich die Notwendigkeit zum Einsatz von Atomwaffen bestand, ist fraglich. Wahrscheinlicher ist, dass Truman damit der Sowjetunion im Vorfeld des Kalten Krieges die militärische Stärke der USA demonstrieren wollte.

Truman war es dann auch, der am 12. März 1947 - als die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und den Westmächten immer angespannter wurden - den Grundstein zum Kalten Krieg legte: Denn an diesem Tag verkündete er vor dem Kongress seine neue außenpolitische Strategie, die unter dem Namen Truman-Doktrin bekannt wurde. Ziel der daraus resultierenden Containment-Politik war die Eindämmung des sowjetischen Einflussbereiches - und zwar durch die Unterstützung aller durch den Kommunismus bedrohten demokratischen Nationen.

So setzte sich Truman 1947 für die Durchführung des Marschallplans zum Wiederaufbau Westeuropas ein. 1948 erteilte er zwei Tage nach dem Beginn der sowjetischen Berlin-Blockade den Befehl zur Errichtung der legendären Luftbrücke. Und 1950 beschloss Truman nach dem Ausbruch des Koreakrieges, Südkorea mit Waffengewalt gegen das kommunistische Nordkorea zu verteidigen.

Dwight D. Eisenhower (1953-1961)

Die Nachfolge Harry S. Trumans übernahm am 20. Januar 1953 der ehemalige Fünf-Sterne-General Dwight D. Eisenhower. Als Kandidat der republikanischen Partei war dieser am 4. November 1952 zum 34. Präsidenten der USA gewählt worden.

Bereits im Zweiten Weltkrieg hatte sich der aus Texas stammende Eisenhower einen Namen als wichtige militärische Führungspersönlichkeit gemacht. Denn am 6. Juni 1944 leitete er als Oberbefehlshaber sowohl der US-amerikanischen Truppen als auch der gesamten alliierten Streitkräfte die Invasion in der Normandie - den sogenannten D-Day. Zudem war Eisenhower derjenige, der am 7. Mai 1945 in seinem Hauptquartier im französischen Reims die bedingungslose Kapitulation Deutschlands entgegennahm.

Nach seiner Rückkehr in die USA erfreute sich der Fünf-Sterne-General daher großer Beliebtheit als Kriegsheld. Doch an einer politischen Karriere war Eisenhower zunächst nicht interessiert - er zog es vor, eine Stelle als Leiter der Columbia University anzunehmen. 1952 ließ er sich schließlich doch als Präsidentschaftskandidat der Republikaner aufstellen, woraufhin er mit einer deutlichen Mehrheit vom amerikanischen Volk gewählt wurde.

Eisenhowers achtjährige Präsidentschaft zeichnete sich zum einen durch eine Innenpolitik aus, die auf eine Stabilisierung der Verhältnisse innerhalb der USA abzielte. Zum anderen betrieb Eisenhower eine Außenpolitik, die zwar zur Verschärfung des Kalten Krieges führte, aber auch von Bemühungen um Entspannung gekennzeichnet war. So proklamierte er am 5. Januar 1957, dass die USA bereit seien, die Staaten des Nahen Ostens mit allen erdenklichen Mitteln vor einer sowjetischen Expansion zu schützen. Gleichzeitig suchte er 1959 aber auch den Dialog mit Nikita Chruschtschow, dem Staatschef der Sowjetunion.

John F. Kennedy (1961-1963)

"Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann, sondern fragt, was ihr für euer Land tun könnt." Mit diesen Worten trat John F. Kennedy am 20. Januar 1961 sein Amt als 35. Präsident der Vereinigten Staaten an. Der Demokrat war mit seinen 43 Jahren nicht nur der jüngste gewählte US-Präsident, sondern auch der erste und bislang einzige Katholik in diesem Amt.

Durch seine Ermordung am 22. November 1963, die nicht nur die USA, sondern die ganze westliche Welt in tiefe Trauer versetzte, wurde der charismatische, irischstämmige Politiker zum Mythos. Obwohl seine Präsidentschaft gerade mal 1.036 Tage währte, zählt Kennedy deshalb auch heute noch zu den beliebtesten Präsidenten der USA. Dabei resultiert Kennedys Ansehen nicht zuletzt daraus, dass er in seiner wenn auch kurzen Amtszeit entscheidende außenpolitische Ereignisse und eine Zuspitzung des Ost-West-Konflikts zu bewältigen hatte.

So stellt etwa die erfolgreiche Bewältigung der Kubakrise im Oktober 1962 einen seiner größten außenpolitischen Erfolge dar: Auf die Stationierung sowjetischer Atomraketen auf Kuba reagierte Kennedy am 22. Oktober mit einer Seeblockade Kubas und der Forderung zum sofortigen Abzug der Raketen. Der Ausbruch des Dritten Weltkrieges schien kurz bevorzustehen, doch sechs Tage später lenkte Chruschtschow schließlich ein. Im Anschluss daran begann Kennedy, seine Entspannungspolitik zwischen Ost und West zu verfolgen. Die Kubakrise markiert deshalb den Höhe- und Wendepunkt des Kalten Krieges.

Den Deutschen ist Kennedy vor allem durch seinen legendären Ausspruch "Ich bin ein Berliner" anlässlich des 15. Jahrestages der Luftbrücke am 26. Juni 1963 im Gedächtnis geblieben. In seiner unvergessenen Rede vor dem West-Berliner Rathaus Schöneberg demonstrierte Kennedy der geteilten Stadt seine Solidarität und sagte den Deutschen auch zukünftig die Unterstützung der USA zu.

Richard Nixon (1969-1974)

Bei den Präsidentschaftswahlen von 1960 musste der Republikaner Richard Nixon, der unter der Regierung Eisenhowers schon acht Jahre lang Vize-Präsident war, eine knappe Niederlage gegen John F. Kennedy hinnehmen. 1968 bewarb sich Nixon dann erneut um das Amt des Präsidenten - und ging diesmal als Sieger aus den Wahlen hervor.

So trat Nixon am 20. Januar 1969 als 37. Präsident der USA die Nachfolge Lyndon B. Johnsons an. Dieser hatte als Vize-Präsident Kennedys nach dessen Tod im November 1963 das Präsidentenamt übernommen und war bei den Wahlen 1964 für weitere vier Jahre in seinem Amt bestätigt worden. 1968 verzichtete Johnson jedoch auf eine weitere Kandidatur.

Zu den schwierigsten Herausforderungen, mit denen sich Nixon nach der Amtsübernahme konfrontiert sah, gehörte der Vietnam-Krieg, der 1964 unter Johnson eskaliert war. Von Nixon erwartete man nun, dass er den Krieg - zumindest aber die Beteiligung der USA - beenden würde. Die Nixon-Doktrin vom 25. Juli 1969 legitimierte dann auch tatsächlich den stufenweisen Abzug von US-Soldaten aus Süd-Vietnam. Im Januar 1973 - nach einem von Nixon mit herbeigeführten Waffenstillstandsabkommen - traten die USA schließlich endgültig aus dem Krieg aus.

Mit einer überwältigenden Mehrheit wurde Nixon im November 1972 wieder gewählt. Lange währte seine Beliebtheit allerdings nicht - die sogenannte Watergate-Affäre, bei der es um einen Einbruch in das im Washingtoner Watergate-Hotel untergebrachte Hauptquartier der Demokraten ging, zwang ihn am 9. August 1974 - als ersten Präsidenten der USA - zum vorzeitigen Rücktritt. Nixon blieb zeitlebens bei der Behauptung, nichts mit dem Einbruch zu tun gehabt zu haben, in den Augen der Amerikaner gilt er aber dennoch als schuldig.

Jimmy Carter (1977-1981)

Nach den Ereignissen des Vietnam Krieges und der Watergate-Affäre schienen die Amerikaner das Vertrauen in ihre Politiker verloren zu haben. Bei den Wahlen 1976 konnte sich deshalb der bis dato relativ unbekannte Demokrat Jimmy Carter gegen den Amtsinhaber Gerald Ford durchsetzen, der als Vize-Präsident Nixons nach dessen Rücktritt 1974 das Präsidentenamt übernommen hatte.

Der aus Georgia stammende Carter legte daraufhin am 20. Januar 1977 seinen Amtseid als 39. Präsident der USA ab. Da die Vereinigten Staaten während der Regierungszeit Carters in eine Rezession rutschten und außenpolitisch zunehmend an Einfluss verloren, wurde er jedoch nach nur einer Amtszeit wieder abgewählt. Dabei trug insbesondere die 444 Tage dauernde Geiselnahme amerikanischer Bürger in der US-Botschaft in Teheran und der gescheiterte Befreiungsversuch des US-Militärs im April 1980 zu Carters Wahlniederlage bei.

Obwohl Carter als einer der schwächsten Präsidenten der US-Geschichte eingeschätzt wird, konnte er während seiner Amtszeit dennoch einige außenpolitische Erfolge feiern. 1978 trat er in Camp David beispielsweise erfolgreich als Vermittler zwischen Ägypten und Israel auf, was ein Jahr später zum Friedensvertrag der beiden Staaten führte. Zudem nahmen die USA unter Carter erstmals diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China auf.

Nach dem Ende seiner Präsidentschaft engagierte sich Carter weiterhin als internationaler Friedensvermittler und setzte sich aktiv für die weltweite Förderung der Demokratie sowie die Einhaltung von Menschenrechten ein. Im Jahr 2002 wurde er deshalb mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. So konnte sich Carter trotz erfolgloser Präsidentschaft immerhin einen Namen als bester Ex-Präsident machen.

Ronald Reagan (1981-1989)

Der ehemalige Schauspieler und konservative Republikaner Ronald Reagan wurde im November 1980 mit einer deutlichen Mehrheit zum 40. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Als bislang ältester US-Präsident trat der damals 69-Jährige daraufhin am 20. Januar 1981 die Nachfolge des erfolglosen Jimmy Carter an.

In seiner achtjährigen Amtszeit gelang es Reagan zum einen, das durch Vietnam Krieg, Watergate-Affäre und Teheran-Geiseldrama zerstörte Selbstbewusstsein der Amerikaner wieder herzustellen. Zum anderen schaffte er es mit dem nach ihm benannten Wirtschaftsprogramm der "Reaganomics", das Steuersenkungen und Kürzungen des Sozialetats beinhaltete, die lahmende Konjunktur der USA wieder anzukurbeln. Reagans Politik hatte jedoch auch eine größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich sowie eine immens wachsende Staatsverschuldung der USA zur Folge.

Außenpolitisch strebte Reagan als entschiedener Kommunismus-Gegner - die Sowjetunion bezeichnete er als "Reich des Bösen" - die Beendigung des Kalten Krieges an. Zu Beginn der 80er Jahre initiierte er deshalb ein erneutes Wettrüsten mit der Sowjetunion, ging dann aber wieder zur Entspannungspolitik über, als er sich 1985 mit dem Generalsekretär der Sowjetunion zu Abrüstungsgesprächen traf. Diesen forderte Reagan in seiner legendären Rede vor dem Brandenburger Tor am 12. Juni 1987 schließlich auf: "Mr. Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer ein!"

Zwar gehen die Meinungen auseinander, inwieweit Reagan mit seiner Rüstungspolitik tatsächlich zum Zusammenbruch der Sowjetunion und zur Öffnung des Eisernen Vorhangs 1989 beigetragen hat. Die große Anteilnahme an seinem Tod im Juni 2004 zeigte jedoch, dass er trotz seiner umstrittenen Politik ein durchaus beliebter US-Präsident war.

Bill Clinton (1993-2001)

Der damals 46-jährige Demokrat Bill Clinton zog am 20. Januar 1993 als 42. US-Präsident ins Weiße Haus ein. Er wurde damit - nach John F. Kennedy und Theodore Roosevelt - der drittjüngste Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Während seinem republikanischen Vorgänger George H.W. Bush nur eine Amtszeit vergönnt war, wurde Clinton im November 1996 für weitere vier Jahre in seinem Amt bestätigt.

In seiner ersten Amtszeit setzte sich Clinton innenpolitisch insbesondere für die Bekämpfung von Drogenmissbrauch, Waffengewalt und Armut in den USA sowie die Einführung einer allgemeinen Krankenversicherung ein. Zudem versuchte er, das Haushaltsdefizit und die Staatsverschuldung, die Reagan und Bush hinterlassen hatten, abzubauen. 1997 schrieb der US-Haushalt dann auch tatsächlich erstmals seit 1969 wieder schwarze Zahlen. In der Außenpolitik bemühte sich Clinton unter anderem um eine Aussöhnung mit Vietnam und die Vermittlung zwischen Israel und Palästina.

Trotz der Erfolge Clintons wird sein Name heute vor allem mit der Lewinsky-Affäre in Verbindung gebracht, die seine zweite Amtszeit überschattete: Nachdem Clinton eidesstattlich erklärt hatte, keine außereheliche Affäre mit seiner Praktikantin Monica Lewinsky gehabt zu haben, wurde im Januar 1999 ein Amtsenthebungsverfahren wegen Meineid gegen ihn eingeleitet. Die Mehrheit des Senats sprach ihn jedoch von der Anklage frei.

Daraufhin konnte Clinton seine Amtszeit im Januar 2001 als einer der erfolgreichsten Präsidenten der USA beenden. Denn unter ihm hatte das Land den längsten Wirtschaftsaufstieg seiner Geschichte erlebt. Clintons Nachfolger wurde der Republikaner George W. Bush, der aufgrund seiner Irak-Politik große Chancen hat, als einer der unbeliebtesten Präsidenten nach Nixon in die US-Geschichte einzugehen.