Millionen von Nachrichten kursieren rund um das Coronavirus im Netz. Doch nicht alle sind inhaltlich korrekt. Nun verbreitet sich eine Falschmeldung als Kettenbrief über WhatsApp.

Mehr aktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie hier

Im Internet hält sich derzeit ein Gerücht hartnäckig. Es heißt: Ein italienisches Krankenhaus in der von dem Coronavirus stark betroffenen Stadt Bergamo erhält jedes Mal dann finanzielle Unterstützung, wenn ein bestimmtes Video bei YouTube abgespielt wird. Ein Klick gleich eine Spende, so die Behauptung. Doch das stimmt nicht.

Die Falschmeldung verbreitet sich über WhatsApp wie ein Lauffeuer. Der beigefügte YouTube-Link hat innerhalb weniger Tage mehrere Millionen Aufrufe generiert und liegt in den Trends des Videoportals, den derzeit am meistgeklickten Videos. Geworben wird mit einem Lied des italienischen Sängers Roby Facchinetti.

Falsch: Jeder Klick nicht gleich eine Spende

"Dieses Lied ist von der berühmtesten Band Italiens der 70er Jahre. Sie haben die Urheberrechte an das Krankenhaus überschrieben", heißt es in der Nachricht. "Jeder Klick auf das Video ist damit quasi eine Spende, da YouTube dem Inhaber Geld pro Klick bezahlt."

Diese Nachricht macht derzeit im Internet die Runde - doch es stimmt nicht.

Die Aussage ist falsch, sowohl rechtlich als auch technisch ist dies überhaupt nicht möglich. Zwar wurde das Video monetarisiert, allerdings vergütet YouTube nicht jeden Klick, sondern lediglich jeden 1.000. Auch können die Urheberrechte des Songs beziehungsweise Videos nicht überschrieben werden, höchstens die Verwertungsrechte.

Sänger will helfen im Kampf gegen Coronavirus

"Im Krankenhaus von Bergamo sind alleine gestern 800 Menschen gestorben", heißt es in dem Kettenbrief abschließend. Auch das ist nicht korrekt. Zwar sind bereits deutlich mehr als 800 Menschen an COVID-19 in Italien ums Leben gekommen, jedoch nicht an einem Tag alleine in Bergamo.

Facchinetti hatte zwar auf seiner Facebook-Seite für seinen Song geworben, doch hatte er deutlich gemacht, dass nur dann Geld gespendet werde, wenn das Lied gekauft würde.

An anderer Stelle schrieb er weiter: "Es gibt (...) einen WhatsApp-Kettenbrief, der sagt, dass man durch das Anschauen des Videos für unser Projekt spendet. Wir distanzieren uns eindeutig von diesen falschen Informationen."