Die Umstellung auf Sommer- oder Winterzeit kann für viele Menschen eine Herausforderung sein. Doch nicht nur Menschen haben mit den plötzlichen Veränderungen ihres Tagesrhythmus zu kämpfen – auch Hunde, insbesondere Arbeitshunde wie Schlittenhunde, sind betroffen.

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Jedes Jahr werden in Deutschland die Uhren im Frühjahr auf die Sommerzeit und im Herbst auf die Winterzeit umgestellt. Für uns Menschen bedeutet das, dass wir über Nacht gefühlt eine Stunde gewinnen oder verlieren. Eine Studie der Universität Toronto zeigt, dass auch Hunde die Zeitumstellung spüren.

Die Studie ist Teil eines größeren Forschungsprojekts, das sich mit den Unterschieden im Verhalten zwischen Wölfen und domestizierten Hunden befasst. Eine zentrale Frage dabei ist, inwieweit Tiere in der Lage sind, sich an von Menschen beeinflusste Zeitstrukturen anzupassen. Während der Mensch durch künstliche Zeitvorgaben seinen Alltag flexibel gestalten kann, fällt dies nicht allen Tieren gleichermaßen leicht.

Spüren Hunde die Zeitumstellung?

Zahlreiche frühere Studien befassten sich bereits mit den Auswirkungen der Zeitumstellung auf den Menschen. Dabei wurden unter anderem Schlafstörungen und sogar eine erhöhte Zahl von Verkehrsunfällen in den Tagen nach der Umstellung festgestellt. Die aktuelle Untersuchung aus Kanada ist jedoch die erste, die sich mit den Auswirkungen auf Hunde beschäftigt, berichtet "BBC".

Für die Studie wurden 25 Schlittenhunde und 29 Haushunde, hauptsächlich in der kanadischen Provinz Ontario, beobachtet. Die Zeitumstellung bedeutete für die Schlittenhunde eine plötzliche Verschiebung ihres strikten Tagesablaufs als Arbeitstiere. Vor der Umstellung trafen ihre Betreuer immer zum Sonnenaufgang ein, doch nachdem die Uhren zurückgestellt wurden, waren die Hunde eine Stunde zu früh aktiv. Allerdings hielt diese "Störung" nur kurz an – bereits am nächsten Morgen hatten sich die meisten wieder an den neuen Zeitplan ihrer Halter angepasst.

Unterschiede zwischen Schlittenhunden und Haushunden

Haushunde hingegen zeigten keinerlei messbare Auswirkungen auf ihr Verhalten. Ihre Aktivitätsmuster passten sich sofort an die neue Routine ihrer Besitzer an. Obwohl viele Tierhalter den Forschern berichteten, dass ihre Hunde oder Katzen nach der Zeitumstellung morgens unruhig werden, sobald sie gefüttert werden möchten, konnte die Studie dies nicht eindeutig belegen.

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Auch Haushunde der Rassen Husky oder Alaskan Malamute, die in Kanada als Schlitten- und Arbeitshunde eingesetzt werden, zeigten sich unbeeindruckt von der Zeitumstellung. Sie schienen die zusätzliche Stunde Schlaf problemlos zu genießen, ohne ihr Verhalten merklich zu verändern. Die Wissenschaftler waren überrascht über diesen Unterschied, da sie ursprünglich davon ausgingen, dass sowohl Arbeits- als auch Haustiere ähnlich auf die Zeitverschiebung reagieren würden.  © Deine Tierwelt