Die Warnstreiks weiten sich aus: Die Gewerkschaft "Verdi" hat 2,1 Millionen Beschäftigte nach zwei ergebnislosen Tarifverhandlungen erneut aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Am Montag starteten Warnstreiks in zwei Bundesländern. Gegen Ende der Woche müssen Passagiere am Frankfurter Flughafen sogar um ihre Flüge bangen. Wir sagen Ihnen, wo Sie noch mit Einschränkungen rechnen müssen.

Am Montag sind die Warnstreiks in Deutschland noch überschaubar. Derzeit wird in Brandenburg und in Teilen Baden-Württembergs gestreikt. In Brandenburg gehen Angestellte von Kitas, Sparkassen oder Bürgerbüros auf die Straßen. In Potsdam fand gegen Mittag eine Großkundgebung statt.

Indes streiken auch "Beschäftigte aller Bereiche" im baden-württembergischen Heilbronn. Der Nahverkehr steht still, öffentliche Bäder bleiben geschlossen und die Müllabfuhr rückte erst gar nicht aus.

Weitere Streiks geplant

Im Laufe der Woche sollen sich die Warnstreiks noch auf andere Bundesländer ausweiten. Das bestätigt eine "Verdi"-Sprecherin auf Anfrage. Am Dienstag sollen Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland hinzukommen. In den folgenden Tagen würden sich die restlichen Bundesländer anschließen. In ganz Deutschland sollten sich die Bürger also auf längere Wartezeiten im Nahverkehr und auch in Krankenhäusern einstellen.

Passagiere am Frankfurter Flughafen müssen am Donnerstag damit rechnen, dass sich Flüge verspäten oder sogar gestrichen werden. Denn Angestellte und die Feuerwehr des Flughafenbetreibers "Fraport" werden ihre Arbeit niederlegen. Bei den letzten Streiks am Frankfurter Flughafen Ende Februar wurden rund 100 von 1.300 Flügen gestrichen. Am Donnerstag droht ein ähnliches Szenario.

Pilotenverband streikt ebenfalls

Nicht nur "Verdi", sondern auch der Pilotenverband "Vereinigung Cockpit" (VC) ruft zum Streik auf. Das beschlossen die Mitglieder bei einer Urabstimmung am Freitag. Der Verband will mit der Lufthansa über einen neuen Tarifvertrag verhandeln. Die Fluggesellschaft hat sich bisher nicht dazu bereit erklärt.

Ein Streik von VC würde das Passagiergeschäft "Lufthansa Passage" sowie das Frachtgeschäft "Lufthansa Cargo" und die Tochterfluglinie "Germanwings" betreffen. Der Pilotenverband kündigte an, einen Streik "aus Rücksichtnahme auf die Passagiere" 48 Stunden vorher anzukündigen. Wann die Lufthansa-Piloten ihre Arbeit niederlegen, ist noch offen.

Ein Streik über Ostern sei laut VC aber nicht geplant. "Sollte Lufthansa uns herausfordern, werden wir das überdenken", relativiert die VC-Vorsitzende für Tarifpolitik, Ilona Ritter.

Dritte Tarifrunde beginnt Ende März

Die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die 2,1 Millionen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen endete am vergangenen Freitag ergebnislos. "Die Gespräche waren konstruktiv, und es gab in einigen Punkten Annäherungen. In wichtigen Fragen sind die Positionen aber noch deutlich auseinander", sagte der "Verdi"-Vorsitzende Frank Bsirske. Gewerkschaft und Arbeitgeber treffen sich am 31. März erneut zu Tarifverhandlungen.