Die Notenbanken der USA, Japans und Südkoreas reagieren mit Notfallmaßnahmen auf die schon zu spürenden und noch zu befürchtenden Auswirkungen der Corona-Krise auf die Weltwirtschaft.

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Führende Notenbanken haben sich am Montag mit neuen Notfallmaßnahmen gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise gestemmt.

Weltweit werden die Zinsen gesenkt

Japans Notenbank versuchte am Montagmorgen mit einer Ausweitung des Anleihekaufprogramms gegen die Folgen der Virus-Krise anzukämpfen. Hierzu zählen demnach der Erwerb von börsengehandelten Indexfonds (ETFs) und Unternehmensanleihen. Außerdem sollen Japans Firmen Kreditprogramme zum Nullzins angeboten bekommen. Mit den Maßnahmen soll die Marktstabilität in Japan gewährleistet werden.

Im Anschluss an die Veröffentlichung der geldpolitischen Maßnahmen hat Japans Notenbankchef Haruhiko Kuroda versichert, dass die Bank of Japan die weitere konjunkturelle Entwicklung genau verfolgen werde. Man werde nicht zögern, die Geldpolitik noch weiter zu lockern. Kuroda ging aber davon aus, dass die aktuellen Maßnahmen den Markt stützen werden.

Am Morgen folgte auch Südkorea mit einer Zinssenkung. Die Bank of Korea senkte den Leitzins um 0,50 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent. In Hongkong reagierte die Notenbank mit einer kräftigen Leitzinssenkung um 0,64 Prozentpunkte auf 0,86 Prozent, nachdem die US-Notenbank bereits am Sonntagabend und damit nur wenige Tage vor der regulären Zinssitzung ein neues Maßnahmenpaket zur Eindämmung der Krise verkündet hatte und den Leitzins drastisch senkte.

Fed gewährt Banken in der Corona-Krise Notfallkredite

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hatte die US-Zentralbank (Fed) den Leitzins überraschend um einen ganzen Prozentpunkt auf einen Korridor von 0 bis 0,25 Prozent verringert.

Zudem will die Fed die Wirtschaft mit einem 700 Milliarden Dollar schweren Anleihekaufprogramm ankurbeln und Banken vorübergehend Notfallkredite gewähren, wie sie es bereits nach der großen Finanzkrise 2008 getan hatte. Die Maßnahmen erfolgten nur wenige Tage vor der geplanten Zinssitzung an diesem Mittwoch.

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Bundesfinanzminister Olaf Scholz und der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier, sprechen auf einer Pressekonferenz über Maßnahmen, mit denen eine Wirtschaftskrise durch das Coronavirus vermieden werden soll.

Nach der Zinsentscheidung hatte der Vorsitzende der Fed, Jerome Powell, deutlich gemacht, alle Instrumente zu nutzen, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie zu dämpfen. Die Krise habe große Auswirkungen auf die amerikanische Wirtschaft, sagte Powell.

Die Fed verfüge immer noch über genügend Handlungsspielraum. Negative Zinsen betrachte der Notenbankchef aber nicht als angemessenes Instrument. (hau/dpa)