Training, Meuterei und Partys: Die legendärsten Trainingslager des DFB

Bei der Vorbereitung auf die verschiedenen Fußballturniere kam es immer wieder zu kuriosen Geschichten: Die legendärsten Trainingslager in der Geschichte der deutschen Nationalmannschaft.

1954 hieß das Trainingslager noch ganz offiziell DFB-Lehrgang. Trainer Sepp Herberger gelang es, in der Sportschule Barsinghausen ein eingeschworenes Team rund um Helmut Rahn zu formen.
Schwitzen für den Erfolg: 1970 hielt langsam auch eine gewisse Wellnessmentalität Einzug ins deutsche Trainingslager. Uwe Seeler (re.) sieht trotzdem nicht besonders glücklich aus.
Ausbruch aus Malente: Im Trainingslager in Schleswig-Holstein sollten sich die Spieler nur auf Fußball konzentrieren. Das gelang nicht immer: 1974 floh Sepp Maier eines Nachts mit dem Auto nach Hamburg, wo die Spielerfrauen untergebracht waren. Der Legende zufolge versagten auf dem Rückweg die Bremsen des Wagens, Maier musste die Handbremse zur Hilfe nehmen. Am nächsten Tag waren die Blasen an der rechten Hand so schmerzhaft, dass er das Training abbrechen musste.
Franz Beckenbauer und Günter Netzer (beide mit Sturmfrisur) waren da natürlich viel professioneller unterwegs.
Neben Trainings und nächtlichen Autofahrten fanden die Spieler 1974 aber auch immer Zeit für ein kleines Tischtennismatch. Eine Beschäftigung, der auch viele Spieler des heutigen DFB-Teams gerne nachgehen.
Wie der Schlucksee entstand: 1982 sollte sich die Nationalmannschaft im Schwarzwald in Ruhe auf die WM vorbereiten. Am Schluchsee nutzten die Spieler um Paul Breitner ihre neu gewonnene Freiheit jedoch für ausschweifende Partys und Trinkgelage. So wurde in der Presse aus dem Schluchsee schnell der Schlucksee.
Vor dem WM-Titel 1990 traf sich die deutsche Nationalmannschaft mit Trainer Franz Beckenbauer in Kaiserau zum Trainingslager und erhielt prompt hohen Besuch: Bundeskanzler Helmut Kohl wollte auch unbedingt gegen den Ball treten und offenbart dabei eine recht hölzerne Schusstechnik.
Zu viel Harmonie in Nizza: Allem Anschein nach hatten die deutschen Spieler im Trainingslager vor der WM 1998 in Frankreich sehr viel Spaß. Doch nach der Vorbereitung in Nizza schied das Team von Berti Vogts schon im Viertelfinale gegen Kroatien aus.
Meuterei auf Mallorca: Während des Trainingslagers in Vorbereitung auf die EM 2000 sollen Spieler des FC Bayern und von Bayer Leverkusen eine Revolte geplant haben. Ziel selbiger: Die Entmachtung von Trainer Erich Ribbeck. Ersetzt werden sollte Ribbeck durch Lothar Matthäus. Vermutlich weil Matthäus sich weigerte, scheiterte der Plan allerdings.
Neue Methoden in Sardinien: Vor der Heim-WM 2006 zog sich Jürgen Klinsmann mit seiner Mannschaft nach Sardinien zurück. Die dort erprobten neuen Trainingsmethoden sorgten in der deutschen Öffentlichkeit zunächst für Gespött. Doch Klinsmann behielt recht: Es folgte das berühmte "Sommermärchen".
Bei einer PR-Aktion des damaligen DFB-Sponsors Mercedes kam es währen des WM-Trainingslagers in Südtirol 2014 zu einem schweren Autounfall.
Bei der Werbeaktion kam DTM-Fahrer Pascal Wehrlein (zweiter von rechts) mit seinem Wagen im Passeiertal von der Straße ab und erfasste zwei Zuschauer. Mit im Wagen saß Benedikt Höwedes.
Auch Jogi Löw sorgte bei den WM-Vorbereitungen 2014 für Schlagzeilen. Der Bundestrainer gab damals zu, dass er seinen Führerschein wegen mehrerer Vergehen für sechs Monate abgeben müsse. Bereits vor der WM 2006 hatte Löw ein Fahrverbot für vier Wochen erhalten.
Bislang kommt das diesjährige Trainingslager in Eppan noch ohne Skandale aus. Das ist allerdings kein Wunder. Es fokussiert sich ohnehin jeder nur auf einen Mann ...
Torhüter Manuel Neuer: Ist er fit für die WM? Die nächsten Tage werden es zeigen.
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