Die meisten Mannschaften würden sich über einen Spieler vom Kaliber Zlatan Ibrahimovic freuen. Doch für die schwedische Nationalmannschaft war die Präsenz ihre Topspielers nicht immer förderlich. Das hat nun Ibras ehemaliger Nationalmannschaftskollege Albin Ekdal offenbart.

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Die dominante Rolle von Zlatan Ibrahimovic ist für die schwedische Fußball-Nationalmannschaft aus Sicht des einstigen HSV-Profis Albin Ekdal nicht nur von Vorteil gewesen. Die Gesten und die scharfen Kommentare des Stürmerstars hätten dem Selbstbewusstsein einiger Mitspieler geschadet, sagte Ekdal am Samstag im schwedischen Radio.

Ekdal: "Taktik ist nicht aufgegangen"

"Unsere Mannschaft bestand aus einem Weltstar und zehn ordentlichen Spielern, die ihm helfen sollten zu dominieren. Diese Taktik ist nicht aufgegangen", sagte der 30 Jahre alte frühere Hamburger, der nun für Sampdoria Genua spielt.

Der 38-jährige Ibrahimovic spielte zuletzt bei der Fußball-EM 2016 für Schweden, das in Frankreich in der Vorrunde als Gruppenletzter ausschied. Der inzwischen beim AC Mailand aktive Angreifer erzielte in 116 Länderspielen 62 Tore.

Sich nur auf einen Einzelnen zu verlassen, funktioniert nicht

Es habe zwar Einigkeit bestanden, dass ein Spieler solchen Kalibers den Ball so oft wie möglich bekommen sollte. Sich auf einen Einzelnen zu verlassen und dadurch allmählich die eigene Verantwortung zu vernachlässigen, funktioniere weder im Fußball noch einem anderen Mannschaftssport, erklärte Ekdal.

Niemand habe sein Niveau oder seine maximalen Fähigkeiten erreicht. "Danach dachte ich: Vielleicht waren viele in der Nationalmannschaft nicht in der Lage, mit Zlatans Ansprüchen klarzukommen", fügte er hinzu. Ohne Ibrahimovic erreichte Schweden bei der WM 2018 in Russland das Viertelfinale. Dort habe es in der Mannschaft einen engen Zusammenhalt, Harmonie und Selbstvertrauen gegeben, sagte Ekdal. (dpa/ska)  © dpa

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