Georgien, das kleine Land am Kaukasus ist gerade einmal so groß wie Bayern, hat es aber geschafft, sich innerhalb kurzer Zeit in mein Herz zu schleichen. und wird auf unserer Reise im Campervan zu einem meiner drei Lieblingsländern: Australien (ich liebe das Outback), Kanada (der Yukon lässt mein Herz höher schlagen) und eben Georgien.

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Im Land liegen sieben Klimazonen: Es gibt ein Hochgebirge mit drei Fünftausendern, eine Küste, mehrere Feuchtgebiete und Steppen, eine Halbwüste, viele Wasserfälle, einige Canyons, markierte Wanderwege, nur zu Fuß erreichbare Dörfer, pulsierende Städte, Architektur zwischen Sowjetcharme und Moderne, und – das war es natürlich noch nicht – es ist die Wiege des Weins. Georgien passt in keine Schublade. Vier Monate ziehen wir durch das Land.

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Neues Land, erste Eindrücke

Im ersten Moment ist es ein totaler Kulturschock. Wir sind die letzten drei Monate durch die Türkei gereist und haben gerade die Einreise nach Georgien hinter uns gebracht. Direkt am Schwarzen Meer gelegen, ist der Grenzübergang bei Sarpi ein kleines Abenteuer für sich, mit Chaos, das aber Struktur zu haben scheint.

Unser erster Stopp führt uns nach Batumi, ins Las Vegas des Ostens, und bereits hier komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus (und dieser Zustand hält von diesem Moment an mehrere Monate an). Abgeranzte Gebäude stehen zwischen modernster Architektur, so etwas wie einen Bebauungsplan scheint es nicht zu geben. Es kommt einem architektonischen Wildwuchs gleich und ein Ende ist wohl nicht in Sicht.

Die Stadt boomt, vor allem dank der vielen Casinos und dem Glücksspielverbot in den umliegenden Ländern. Wir machen erst mal das, was wir in jedem neuen Land zuerst tun: Wir heben Geld ab und kaufen uns eine SIM-Karte. Im Anschluss fahren wir aus der Stadt raus und landen dank Park4Night auf einem Grundstück deutscher Auswanderer, die gerade einen kleinen Campingplatz aufbauen (und die samt Nachbarschaft zukünftig sogar zu Freunden werden).

Die unberührte Natur des Kaukasus

Meist zieht es uns in die Berge. Dorthin, wo die Natur sich gigantisch und sanft zugleich zeigt, und zwar in Form von gewaltigen Felsmassiven und blühenden Wiesen. Denn da kommt alles zusammen: Höhe und Weite, Grau und Grün, Wärme und Kälte, Wasser und Kargheit, Grenzenlosigkeit und dieses kaum zu beschreibende Gefühl der Bedeutungslosigkeit im Anblick Jahrmillionen alter steinerner Riesen. Der Kaukasus setzt dem sogar noch eins drauf: Hier gibt es mehrere Fünftausender und drei davon befinden sich in Georgien.

Wir fahren ins nordwestlich gelegene Swanetien, wo sich nicht nur die Landschaft verändert, sondern auch die Architektur wandelt. Die Dorfstrukturen sind geprägt von mittelalterlichen Steinhäusern mit hohen Wehrtürmen, die kulturell und historisch einmalig sind. Die meiste Zeit halten wir uns rund um Mestia auf und starten von dort aus zu einigen Wanderungen. Mein Highlight jedoch ist Ushguli. Ushguli – bzw. ein Ortsteil davon – ist UNESCO-Weltkulturerbe und Ausgangspunkt für eine Wanderung zum Fuße des 5.201 Meter hohen Schchara, des höchsten Bergs Georgiens. Um aber überhaupt erst mal in den Ort zu kommen, benötigen wir drei Anläufe.

Die Straße ist schlecht und aufgrund eines Felsrutsches mehrere Tage gesperrt. Vor allem die letzten Kilometer haben es in sich und hat man es doch bis zum Ortseingang geschafft, wartet im Dorf selbst eine sehr steile und ausgewaschene Piste. Stellplätze sind zudem knapp, denn der kleine Ort verfügt nur über wenig Infrastruktur.

Es ist ein kleines Bergdorf, das mehrere Wochen im Jahr vom Rest der Welt abgeschnitten ist. Das Wetter ist traumhaft, als wir dem Enguri flussaufwärts folgen, mit dem wolkenfreien Schchara im Blick. Während dieser Wanderung zeigt sich uns eine riesige Biodiversität. Wir laufen an blühenden Wiesen vorbei, die ich in dieser Vielfalt noch nie gesehen habe! Es ist bunt, es summt überall und der Duft ist fast schon betörend. Am Ende setzt der mächtige Schchara-Gletscher dem Ganzen noch das i-Tüpfelchen drauf.

Kleine und große Zwischenfälle

Ein paar Tage später sind wir wieder auf dem kleinen Campingplatz unserer Freunde, als es beim Losfahren einen lauten Rums gibt. Die Diagnose: Federbruch links vorne. Das Problem: In ganz Georgien können wir keine neue (oder gebrauchte) Feder auftreiben.

VW-Werkstätten sind rar und die besondere Verstärkung der Feder macht es nicht einfacher. Wir lernen Geduld und Vertrauen, wir bekommen Hilfe und haben während des Wartens viele schöne Abende.

Am Ende wird uns nach zehn Tagen und über einige Umwege eine Feder aus Deutschland mitgebracht und wir können unsere Reise fortsetzen. Probleme am Camper, vor allem außerhalb Europas, können nervenzehrend sein. Schließlich ist es das eigene Tiny House auf Rädern, es ist Reisemobil und Zuhause zugleich. Aber aus Erfahrung weiß ich, dass es immer eine Lösung gibt. Manchmal ist sie nur nicht gleich ganz offensichtlich.

Georgiens bewegte Geschichte

Die simple Kurzfassung: Es war Teil des Russischen Reiches im 19. Jahrhundert, dann unabhängig von 1918 bis 1921, dann eingegliedert in die Sowjetunion, seit 1991 ist Georgien demokratisch und eigenständig. Überbleibsel der UdSSR sind aber immer noch zu sehen, zum Beispiel in Zqaltubo, einem der bedeutendsten und größten Kurorte in der Sowjetunion.

Leicht radioaktive Thermalquellen ließen hier viele Gebäude – Sanatorien, Hotels, Heime, Bäder – im von Stalin favorisierten Neoklassizismus entstehen. Was einst eine touristische Hochburg und Teil der sowjetischen Kurortpolitik war, ist jetzt ein Lost Place par excellence.

Die meisten touristischen Gebäude verfallen. Teilweise dienen sie seit Jahrzehnten geflüchteten Menschen aus Abchasien und Südossetien als Wohnraum, oft unter prekären Bedingungen. Lebensumstände – und Privilegien – hängen sehr stark vom Zufall ab. Abchasien und Südossetien sind zwei abtrünnige Gebiete in Georgien, unter russischem Einfluss. "20 % of our territory is occupied by Russia", steht auf Kassenzetteln, in Restaurants, auf T-Shirts und Hauswänden. Die Solidarität mit der Ukraine ist groß, das merken wir vor allem während unserer Zeit in Tbilisi.

Ab nach Tbilisi

Graffitis lassen keinen Interpretationsspielraum, was die vorherrschende Meinung angeht. Tbilisi selbst ist anders. Während wir auf unseren Reisen Städte, vor allem die Hauptstädte, meist meiden oder nur kurz besuchen, zieht uns die georgische Hauptstadt regelrecht in ihren Bann.

Chaos – das ist das erste Wort (absolut charmant gemeint), das mir einfällt, wenn wir durch die Straßen schlendern. Und wie der Zufall es will, hat Nika, unser Guide der Free-Walking-Tour, dieses Wort sogar in den Nacken tätowiert, als Hommage an seine Heimatstadt. Genau wegen solcher Gebäudeensembles habe ich damals Architektur studiert. Hier passt nichts und doch irgendwie alles zusammen und die Häuser sind für und mit den Menschen.

Offene Balkone mit wackeligem Geländer, innen und außen findet beinahe gleichermaßen statt. Wer in so einem Gebäude wohnt, der kennt die Nachbarschaft – und umgekehrt. Das lässt sich gar nicht vermeiden, schließlich spannt die eigene Wäsche kreuz und quer für jeden sichtbar im Innenhof entlang.

Der Zustand vieler Gebäude ist marode bis zu "eigentlich viel zu gefährlich zum Betreten oder gar Drinnen wohnen." Auf der anderen Seite wiederum glänzen sanierte Häuser, es steht seelenlose Glasarchitektur vor feinstem sowjetischen Brutalismus. Und wie immer liegt der größte Charme dabei im Unperfekten versteckt, nicht unbedingt schick im klassischen Sinn aber dafür umso authentischer. Am Ende reisen wir sogar mehrmals in die Stadt. Und wenn es uns doch zu viel wird, dann fahren wir einfach wieder raus.

Natur im Vashlovani National Park

Das nächste spektakuläre Naturhighlight ist nämlich nie wirklich weit entfernt. So landen wir auch im Vashlovani National Park. Das ist ein wenig besuchter Nationalpark, den viele Reisende außer Acht lassen, da er sich am äußersten Zipfel rechts unten befindet, direkt an der Grenze zu Aserbaidschan. Für mich gehört er zu den Orten, die Georgien so besonders machen. Es ist eine Mischung aus Steppe, Halbwüste, Canyon, Hügellandschaft, mit endemischen Pflanzen und vielen wilden Tieren. Hier gibt es zum Beispiel Gazellen! Und Wölfe und Braunbären.

Anfang der 2000er-Jahre lief sogar ein Kaukasischer Leopard in eine Fotofalle. Und einige der hiesigen Pistazienbäume sind mehrere hundert Jahre alt. Innerhalb des Nationalparks liegt das Vashlovani Strict Nature Reserve, in das man nur zu Fuß gelangt. Drumherum gibt es aber ein paar offizielle Routen, die man nach der Anmeldung im Visitor Center in Dedopliszqaro mit dem eigenen Fahrzeug fahren darf. Möchte man auf allen Routen unterwegs sein, muss man sich zusätzlich bei der Polizei registrieren, da die Wege bis ins Grenzgebiet führen. Empfohlen wird zwar eigentlich ein 4WD, aber wir haben es mit unserem 2WD mit hoher Bodenfreiheit versucht und sind relativ weit gekommen.

Die Routenführung ist wirklich abenteuerlich. Steckenbleiben sollten wir besser nicht, denn Empfang gibt es keinen und bis auf die wenigen Ranger sind wir allein. Auch wenn wir am Ende die Gazellen nicht finden, bleibt mir diese Zeit noch lange in Erinnerung. Und da wir schon mal in der Gegend sind, bleiben wir noch eine Weile in Kachetien und besuchen das Kloster Dawit Garedscha, später dann die Weinregionen an den Südhängen des Großen Kaukasus und den Lagodechi-Nationalpark. Am Ende treiben uns die hohen Temperaturen wieder in die Berge. Stepanzminda ist, neben Mestia im Westen, ein weiterer Ort, der touristisch gut erschlossen und relativ einfach erreichbar ist.

Auf der Georgischen Heerstraße

Von Tbilisi aus geht es auf der legendären Georgischen Heerstraße Richtung russische Grenze. "Ich habe die Georgische Heerstraße erlebt. Das ist keine Straße, sondern Poesie, eine wunderbare, phantastische Erzählung!", soll der russische Dichter Anton Tschechow gesagt haben. Mittlerweile asphaltiert, verläuft sie entlang eines jahrtausendealten Karawanenwegs und führt zum einzigen offiziellen Grenzübergang zwischen Russland und Georgien und somit auch zur wichtigsten Handelsroute zwischen Russland und Armenien.

Viele Lkw quälen sich über den Kreuzpass. Mehr als zwei Wochen erwandern wir die Gegend. Der Kasbek ist mit seinen 5.047 m der dritthöchste Berg des Landes. An diesen Berg soll Prometheus gekettet worden sein, nachdem er den Göttern das Feuer gestohlen und den Menschen gegeben hatte. Die Gergetier Dreifaltigkeitskirche im Vordergrund ist wiederum nicht nur ein schönes Fotomotiv, sondern auch viel besuchte Pilgerstätte vieler Georgier. Die ersten 90 Tage neigen sich dem Ende zu und somit auch die erlaubte Zeit, die wir unseren Camper zollfrei einführen dürfen. Also reisen wir im Süden Georgiens aus und verbringen einen Monat in Armenien.

Höhlenstadt Wardsia und Festung Rabati

Nach unserer Wiedereinreise gehen die nächsten 90 Tage von vorn los, diesmal geht es für uns in den Kleinen Kaukasus. Auch hier faszinierende Vielfalt. Die Höhlenstadt Wardsia wurde im 12. Jahrhundert für bis zu 50.000 (!) Menschen errichtet. Nur noch ein kleiner Teil davon ist übrig, was das Klettern und darin wandeln aber nicht weniger spektakulär macht.

Und apropos "Vielfalt": In Achalziche besuchen wir die mittelalterliche Festung Rabati, in der eine Moschee steht mit einer Medresse und einem Minarett, dann gibt es dort Bäder, eine Kirche, eine Zitadelle, ein Schloss und eine steinerne Burg. Es ist ein Symbol der Toleranz für ethische und religiöse Diversität.

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Die vorherrschende und offizielle Staatsreligion ist übrigens georgisch-orthodox, auf Gott wird daher auch bei jeder Festlichkeit angestoßen – ihm gilt meist der erste Trinkspruch. Das nennt sich Supra und Tamada und meint georgische Tischkultur (Supra, mit vielen Gerichten auf einer großen Tafel) mit einem Tischmeister (Tamada), der die Trinksprüche in einer bestimmten Reihenfolge ausbringt (auf Gott, auf die Verstorbenen, auf das Leben usw.). In diesem Sinn: "Sakartvelos gaumarjos!" – Prost auf Georgien.

Reisetipps für Georgien

Georgien ist eines meiner Wohlfühl-Länder. Es ist unkompliziert zu bereisen, es gibt unglaublich viel Natur, die Menschen sind nett und die Vielfalt ist riesig. Deshalb fällt es mir schwer, eine Reise durch dieses Land auf ein paar Tipps herunterzubrechen, aber ich möchte es gerne versuchen:

  • Hinterhöfe in Tbilisi anschauen (z. B. mit einer der Free-Walking-Touren, auf Spendenbasis)
  • Chatschapuri, Chinkali, Lobio, Pkhali und Badrijani essen (am besten traditionell)
  • Tschatscha, Qvevri-Wein (aus Kachetien) und Kompott trinken
  • Wanderungen unternehmen (Swanetien und die Täler rund um Stepanzminda sind dafür ein Paradies)
  • Märkte besuchen (z. B. den Dezerter Bazaar in Tbilisi oder den Green Bazaar in Kutaisi)
  • über traditionelle Architektur staunen (viele Orte in Swanetien eignen sich hervorragend dafür)
  • Pässe bezwingen (z. B. den Abano-Pass und den Zagari-Pass, meist jedoch nur für Allradfahrzeuge möglich)
  • Höhlenstädte besuchen (Wardsia und Uplisziche sind Paradebeispiele dafür)

Anreise und Informationen für Camper-Reisende

  • Anfahrt: Auf dem Landweg erreicht man Georgien über die Türkei. Es gibt zwei Grenzübergänge, einen großen bei Sarpi (nahe Batumi, direkt an der Küste) und einen kleinen in den Bergen nahe Achalziche. Alternativ kann man auch über den Seeweg einreisen. Autofähren verkehren zwischen Bulgarien und Georgien, Ankunftshäfen sind Poti oder Batumi. Die Dauer dafür beträgt rund 2,5 Tage. Möglichkeiten zur Weiterreise gibt es nach Armenien und Russland, der Grenzübertritt nach Aserbaidschan ist noch immer geschlossen.
  • Einreise: Deutsche Staatsbürger dürfen für 360 Tage visumfrei einreisen, es reicht theoretisch sogar der Personalausweis (die Mitnahme eines Reisepasses wird aber empfohlen). Die max. Verweildauer fürs Fahrzeug beträgt 90 Tage. Eine Haftpflichtversicherung für den Camper muss entweder online (unter tpl.ge) oder nach dem Grenzübertritt z. B. in Batumi abgeschlossen werden, die deutsche Versicherung gilt nicht.
  • Reisezeit: Georgien hat sieben Klimazonen, verteilt auf einer Größe von Bayern. Es gibt Berge und Küste, Seen und Wälder, Hochebenen und Steppen. Grundsätzlich sind der Frühling und der Herbst die besten Reisezeiten, da es vielerorts im Sommer sehr heiß und in den Bergen im Winter kühl und schneereich werden kann; einige Orte sind dann sogar von der Außenwelt abgeschnitten. Der Wintersport hält aber langsam Einzug.
  • Vor Ort: Bezahlt wird mit Lari (GEL), den es an vielen Geldautomaten im Land zu holen gibt, Kartenzahlung wird oft akzeptiert. Für den Einkauf auf den kleinen Märkten und an den Obst- und Gemüseständen ist Bargeld Pflicht. Dort kauft man am besten auch die frischen und lokalen Lebensmittel ein. Für etwas mehr (internationale) Auswahl gibt es große Supermarktketten, jedoch nur in größeren Städten. Es gibt drei Prepaid-Anbieter für SIM-Karten (Silknet, Beeline and Magti), mit entsprechenden Läden überall verteilt. Wir nutzten jedes Mal Magti, wo es für rund 10 € für 30 Tage unlimited Internet gibt bei hervorragender Netzabdeckung. Außerhalb touristischer Gegenden ist Englisch nicht weit verbreitet, die Kommunikation mit Händen und Füßen klappt dort aber hervorragend. Vor allem viele ältere Georgier sprechen Russisch.
  • Gasversorgung: Das Auffüllen der (deutschen) Gasflasche ist problemlos möglich.
  • Straßenverhältnisse: Die Straßenverhältnisse sind oft schlecht. Schlaglöcher, Bodenwellen, abgebrochene und unterspülte Abschnitte machen bereits die Fahrt zu einem Abenteuer. Freilaufende Tiere, vor allem Kühe und Schweine, sind ‚Verkehrsteilnehmer‘, an die man sich beizeiten gewöhnt. Einige Straßen in den Bergen sind nur bei gutem Wetter und mit ausreichender Bodenfreiheit befahrbar, für manche Pässe benötigt man Allrad. Mautstraßen gibt es keine. Der Verkehr ist meist recht chaotisch und unübersichtlich, Überholmanöver wirken ziemlich riskant. Die Aufmerksamkeit sollte definitiv ganz auf die Straße gerichtet sein.
  • Sicherheit: Es gab keinen einzigen Moment, in dem ich mich unsicher gefühlt habe. Die größte Gefahr geht wahrscheinlich von anderen Verkehrsteilnehmern aus. Mit Abchasien und Südossetien gibt es zwei autonome Republiken im Land, die zwar völkerrechtlich zu Georgien gehören, sich aber unter russischem Einfluss in den 90er Jahren für unabhängig erklärt haben. Diese Gebiete sollte man strikt meiden. Aufgrund der geografischen Nähe zu Russland und der politischen Nähe zu Europa wirkt die Stimmung manchmal etwas angespannt.
  • Übernachten: Die Zahl an (offiziellen) Campingplätzen für Fahrzeuge ist überschaubar und lässt sich wahrscheinlich an einer Hand abzählen. Die meisten Plätze befinden sich an der Schwarzmeerküste, empfehlen möchte ich das Camp Itara – camp-itara.com – bei Ozurgeti, rund 25 km im Landesinneren. Freistehen ist vielerorts geduldet, alternativ werden von Einheimischen auch die eigenen Gärten zur Verfügung gestellt (und so eine weitere Einnahmequelle generiert). Bitte die Camping-Etikette beachten, was Lautstärke, Müll- und korrekte Fäkalienentsorgung sowie das Herausstellen der Campingmöbel betrifft. Öffentliche Mülltonnen stehen überall, genauso wie Wasserstellen zum Befüllen der Wasserkanister.

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