Wer im Sommer in die Gefriertruhe greift, um sich zum Beispiel ein Eis zu genehmigen, der mag womöglich auch noch auf die Reste des Weihnachtsbratens stoßen. Oder ein mühevoll gekochtes Gericht aus dem Vorjahr finden. Alles schlummert dort in der Kälte und wartet darauf, noch gegessen zu werden. Ab wann sollte man Eingefrorenes gar nicht mehr verzehren?

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Als "Vorraum zum Mülleimer" bezeichnet Monika Bischoff, Vorstandsmitglied im Berufsverband Oecotrophologie e. V. (VDOE), die Gefriertruhe. "Um das schlechte Gewissen zu überlisten, werden zum Beispiel Reste nur zwischengeparkt."

Vorräte zu haben, ist nicht verkehrt, doch oft liegen die Lebensmittel weit über ein Jahr in der Tiefkühltruhe. Wenn man das Eingefrorene doch noch essen und so vor dem Müll bewahren möchte, sollten Verbraucher einiges beachten.

Lagerzeiten für verschiedene Lebensmittel in der Tiefkühltruhe

Bei Obst und Gemüse liegt die Lagerungsdauer zwischen elf und 15 Monaten. Rindfleisch und Geflügel kann etwa neun bis zwölf Monate in der Tiefkühltruhe sein, Fisch und fettreiches Fleisch sollten dagegen nur sechs bis neun Monate bei minus 18 Grad lagern, empfiehlt das Bundeszentrum für Ernährung.

Ernährungswissenschaftlerin Dagmar von Cramm sieht im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur keine Gefahr darin, auch länger gelagerte Lebensmittel noch zu verzehren: "Da passiert überhaupt nichts. Sie fallen nicht tot um!"

Das gilt, sofern das Essen richtig eingefroren, die Kühlkette nie durchbrochen und das Essen langsam (am besten im Kühlschrank) wieder aufgetaut wurde. Bei Lebensmitteln, die schon länger in der Gefriertruhe liegen, kann es aber zu deutlichen Qualitätseinbußen kommen.

Meal Prep ist der Trend für alle, die sich trotz stressigem Alltag zwischen Büro, Terminen und Familie gesund ernähren wollen.

Woran erkenne ich Gefrierschäden?

Produkte mit einem hohen Fettanteil, wie zum Beispiel Lachs oder auch einige Fleischsorten, können nach langer Lagerung ranzig schmecken. Auch eine Veränderung der Farbe ist oft zu beobachten: Fleisch färbt sich grau-braun und kann zudem schneebedeckt sein.

"Die Ränder neigen zu Gefrierbrand. Das Lebensmittel ist dann weder verdorben noch giftig, aber eben unappetitlich", erklärt Dagmar von Cramm. Den Gefrierbrand können Verbraucher einfach wegschneiden. Auch Gemüse kann seine Farbe verlieren. Wer das vermeiden möchte, muss es vorher blanchieren.

Riecht Eingefrorenes oder Aufgetautes unangenehm, sollte es aber lieber weggeschmissen werden, da es wahrscheinlich ist, dass das Produkt nicht durchgängig richtig gekühlt wurde. Wasserreiche Lebensmittel können beim Auftauen matschig und somit ebenfalls weniger genießbar werden.

Wie friert man Lebensmittel am besten ein?

Dagmar von Cramm rät, statt roher Gerichte lieber bereits fertig gekochte einzufrieren. Weiterhin empfiehlt sie mehrere kleine Portionen. Am besten werden diese direkt nach dem Kochen in Kühlboxen oder Gefrierbeutel aufgeteilt.

Auch sollten Gerichte wenn möglich luft- und wasserdicht verpackt sein. "Eintöpfe etwa immer schön flach drücken und die Luft sorgfältig aus dem Gefrierbeutel streichen. Das bietet eine geringere Angriffsflächen, damit sich keine Eiskristalle bilden", erklärt die Ernährungsexpertin.

Wer Gerichte in großen Behältnissen einfriert und wieder auftaut, erhöht die Gefahr, dass sich die Konsistenz verändert. "Wurde beim Einfrieren nicht auf die Kühlkette geachtet oder stand das Essen vor dem Einfrieren stundenlang in der Küche, haben Bakterien nur geschlafen und vermehren sich beim Auftauen explosionsartig", erläutert Monika Bischoff vom Ökotrophologie-Verband.

Beim Einfrieren demnach folgende Regeln beachten:

  • kleine Portionen
  • direkt nach dem Kochen, aber schon abgekühlt
  • möglichst luft- und wasserdicht verpacken
  • Kühlkette zu jeder Zeit einhalten
  • Gefäß am besten mit dem Datum beschriften

Welche Lebensmittel sollte man nicht einfrieren?

Einige Lebensmittel gehören gar nicht in die Gefriertruhe. Eier, Blatt- und Frischkostsalate, Radieschen, rohe Kartoffeln, Zwiebeln, Gurken oder Tomaten sind Lebensmittel, die sich nicht für die Tiefkühltruhe eignen.

Laut Bundeszentrum für Ernährung sollten auch Weintrauben, ganze rohe Äpfel, Birnen sowie Makronen lieber nicht eingefroren werden. Joghurt, saure Sahne und Crème fraîche gehen zwar nicht sofort kaputt, trocknen im Gefrierschrank aber schnell aus und werden unbrauchbar.

Verwendete Quellen:

  • dpa
  • Bundeszentrum für Ernährung: Lebensmittel richtig lagern

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