• Die Erstürmung des US-Kapitols am 6. Januar 2021 gilt als Tiefpunkt in der Geschichte der US-amerikanischen Demokratie.
  • Es gingen Bilder um die Welt, die wie ausgedacht anmuteten.
  • Doch es war die Realität, an deren Entstehen der frisch abgewählte US-Präsident entscheidend beteiligt war.
  • Donald Trumps ehemalige Pressechefin belastet den 75-Jährigen.

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Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat nach Angaben der früheren Pressesprecherin des Weißen Hauses vor der Erstürmung des US-Kapitols Geheimtreffen abgehalten. Es habe Treffen in den Wohnräumen des Präsidenten im Weißen Haus gegeben, sagte Stephanie Grisham am Freitag dem Sender CNN. Grisham hat dies auch dem Untersuchungsausschuss zur Kapitol-Attacke am 6. Januar 2021 mitgeteilt. "Ich habe keinen Einblick in das, was dort besprochen wurde", sagte Grisham. Aber sie gehe davon aus, dass neben den juristischen Beratern Trumps auch der damalige Stabschef Mark Meadows anwesend gewesen sei.

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Die aufgeheizte Stimmung nach dem Sieg des Herausforderers Joe Biden über Amtsinhaber Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl im Dezember 2020 mündet am 6. Januar 2021 in einen blutigen Sturm aufgebrachter Trump-Anhänger auf den Sitz des US-Kongresses, das Capitol in der Hauptstadt Washington D.C.

Trump habe oft Treffen in den Wohnräumen abgehalten, weil er Angst vor "undichten Stellen" im Weißen Haus gehabt habe, so Grisham. Ein "sehr, sehr kleiner Kreis" sei bei solchen Gesprächen dabei gewesen. Auch Trumps Ehefrau Melania habe häufig an derartigen Treffen teilgenommen. "Sie wusste wahrscheinlich auch, was vor sich ging", so Grisham.

Die frühere Pressesprecherin geht davon aus, dass es weitere Details zu den Treffen in Dokumenten des Weißen Hauses gibt. Trump hatte im Streit um die Herausgabe solcher Unterlagen gerade erst eine Niederlage vor dem Obersten Gericht erlitten.

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Der ehemalige US-Präsident Donald Trump führt seine Wahl-Niederlage gegen den demokratischen Herausforderer Joe Biden Ende 2020 auf eine manipulierte Stimmauszählung zurück. Diese aber konnte Trump nicht nachweisen. (Archivbild)

Stephanie Grisham bezeichnet Ivanka Trump als "Stimme der Vernunft"

Mit Blick auf Trumps Tochter Ivanka sagte Grisham: "Ich kann sagen, dass Ivanka oft die Stimme der Vernunft war." Der Untersuchungsausschuss zur Kapitol-Attacke möchte auch sie als Zeugin befragen und erhofft sich Informationen zu den Vorgängen und Gesprächen im Weißen Haus rund um den Angriff auf den Sitz des US-Kongresses.

Sie wisse nicht, welche Rolle Ivanka Trump, die zu dem Zeitpunkt eine ranghohe Beraterin ihres Vaters war, rund um den 6. Januar gespielt habe, sagte Grisham weiter. "Ich kann sagen, dass Mitarbeiter (...) oft zu ihr gingen, wenn sie in einer brenzligen Situation waren." Diese hätten Ivanka Trump dann gebeten, mit ihrem Vater darüber zu sprechen.

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Stephanie Grisham hat ein Buch über ihre Zeit im Weißen Haus veröffentlicht

Grisham war von 2017 bis 2019 Pressesprecherin der ehemaligen Präsidentengattin, bevor sie rund neun Monate lang die Posten der Pressesprecherin und der Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses übernahm. Danach wurde sie erneut Sprecherin und zeitweise Stabschefin von Melania Trump. Sie hat jüngst ein Buch über ihre Zeit im Weißen Haus veröffentlicht. (dpa/hau)

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