Die CDU-Politikerin Erika Steinbach zieht mit einem Zitat zu Helmut Schmidts Tod starke Kritik auf sich. Doch das ist nicht das erste Mal, dass die Politikerin negativ auffällt. Große Empörung wegen fragwürdiger Kommentare ihrerseits machte sich schon häufig breit. Eine Auswahl:

Während Politiker aller Parteien Altkanzler Helmut Schmidt nach seinem Tod wegen seiner Ostpolitik, seines entschlossenen Vorgehens gegen die RAF oder seiner Wirtschaftskompetenz würdigen, reagiert Erika Steinbach (CDU) ganz anders: Sie twittert ein Bild des Altkanzlers sowie ein Zitat aus dem Jahr 1981: "Wir können nicht mehr Ausländer verdauen, das gibt Mord und Totschlag."

Schmidt hatte sich seiner Aussage zufolge auf die unterschwellige Neigung der Bürger bezogen, Ausländern die Schuld an allem zu geben. Politiker aus anderen Parteien empören sich darüber, dass Steinbach den Tod eines Kollegen für ihre eigenen politischen Zwecke ausschlachtet - hier, um die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel zu kritisieren.

Doch das ist nicht das erste Mal, dass Steinbach unpassende Tweets absendet.

Steinbach und die Flüchtlinge

Daraus, dass Steinbach von Merkels Flüchtlingspolitik nichts hält, macht sie keinen Hehl. CDU-Vize Julia Klöckner hatte ein Selfie mit der Kanzlerin und EU-Kommissar Günther Oettinger getwittert. Da fällt Steinbach gleich auf, was auf diesem Foto fehlt.

Vor allem zur Flüchtlingskrise finden immer wieder ironische Kommentare der CDU-Abgeordneten ihren Weg ins Netz: "Unglaublich! Ungarn lässt friedliche Flüchtlinge nicht ins Land." Diesem Witz fügt sie ein Foto von Ausschreitungen zwischen Flüchtlingen und Polizei hinzu, nachdem die ungarische Polizei die Grenze zu Serbien verschlossen hatte.

Smilie zum Terror?

Zum tragischen Terroranschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" twittert sie: "Nur kath. Kirche kritisieren, sonst lebenslänglich ;-)". Ihr Motto ist wohl: Nimm's mit Humor. Der zwinkernde Smilie verwirrt hinsichtlich der erschreckenden Meldung.

Steinbach zufolge waren die Nazis übrigens auch nicht rechts-, sondern linksorientert: "Die NAZIS waren eine linke Partei. Vergessen?", erinnert sie. Ob sie da nicht noch einmal den Geschichtsunterricht besuchen sollte?

Einfach alles kommentieren

Über Situationen, die ihr in ihrem Alltag begegnen, berichtet die CDU-Politikerin gerne im Netz. "Eine Kundin mit Kind. Lebt 10J in D u.spricht kein Wort Deutsch, das Kind etwas", twittert sie. Ihre Meinung pinnt sie auch gleich dahinter: Mit einem Daumen nach unten.

Zu einem Hungerstreik von Flüchtlingen wegen schlechter Heimbedingungen, hat Steinbach die Lösung parat: "Niemand zwingt, in D zu bleiben!" Man könne schließlich ja auch einfach wieder gehen.

Einen schmerzhaften Seitenhieb versetzt Steinbach dem Grünen-Politiker Volker Beck - ebenfalls auf Twitter: "Volker Beck, der seinerzeit Straffreiheit für Pädos wollte, soll sich lieber um die Opfer Pädophiler kümmern."

Peinlicher Facebook-Freund

2012 war Steinbach gerade erst Facebook beigetreten und schon ins Fettnäpfchen getreten: Steinbach akzeptierte Thorsten Thomsen, einen NPD-Politiker, als ihren virtuellen Freund. Aus seinem Profil ging die rechtsextremistische Haltung nicht hervor, doch bei Google ist diese sofort ersichtlich. Mittlerweile hat sie ihn wieder entfreundet.

Der Konter hat gesessen

Nach einem Urteil zur Homo-Ehe ließ die CDU-Politikerin auf Twitter verlauten: "Wer schützt eigentlich die Verfassung vor den Verfassungsrichtern?" Einem Twitter-User reicht es schließlich mit den fragwürdigen Kommentaren der Politikerin und er schreibt: "Wer schützt uns eigentlich vor @SteinbachErika?"