Das Coronavirus trifft ältere Menschen besonders hart. Der Vorsitzende der Senioren-Union, Otto Wulff, sorgt sich selbst um seine Gesundheit. Aus Sicht des 87-Jährigen müssten nun "besondere Anstrengungen" unternommen werden, um ältere Menschen mehr zu schützen.

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Das Coronavirus infiziert Menschen aller Altersgruppen. Gesundheitlich besonders gefährdet sind jedoch vor allem ältere Menschen. "Es häufen sich Berichte über COVID-19-bedingte Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern", schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Lagebericht.

An der durch das Virus verursachten Lungenkrankheit COVID-19 sind laut RKI deutschlandweit bis Dienstag 1.607 Menschen gestorben – 1.395 der Toten waren älter als 70 Jahre.

Seit jeher gehören ältere Menschen zu den Risikogruppen für schwere Erkrankungen, weil sie oft andere Grunderkrankungen haben und ihr Immunsystem nicht mehr so gut funktioniert. Doch die Corona-Pandemie zeigt das Risiko, schwer zu erkranken oder gar an dem Virus zu sterben, besonders deutlich.

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"Durchseuchung ist für mich eine Horrorvorstellung"

"Ich sorge mich um meine eigene Gesundheit und befürchte, Fehler zu machen", sagt Senioren-Union-Chef Otto Wulff im Gespräch mit unserer Redaktion. "Deshalb passe ich jetzt besonders auf." Er gehe nach wie vor draußen spazieren. "Eine Nachbarin hat sich angeboten, Einkäufe für mich zu erledigen, wofür ich sehr dankbar bin", erzählt Wulff.

Der 87-Jährige fordert, auf die ältere Generation mehr zu achten, "da sie höheren Schutz verdient, weil die Epidemie für sie weitaus gefährlicher ist, als für die Jüngeren". Ebenso betont er: "Selbstverständlich müssen wir besondere Anstrengungen unternehmen, den Schutz älterer Menschen zu Hause, in der ambulanten Pflege und Pflegeeinrichtungen zu verstärken." Dazu gehörten mehr Pflegekräfte und eine funktionierende Gesundheitstechnik.

Die Idee, eine Herdenimmunität innerhalb der Bevölkerung durch unkontrollierte Ansteckungen zu erlangen, kritisiert der Christdemokrat scharf: "Die 'Durchseuchung' der Gesellschaft ist für mich eine Horrorvorstellung, weil niemand die Folgen voraussehen kann." Erste Aufgabe sollte es vielmehr sein, zu verhindern, dass sich Menschen infizieren.

"Coronakrise bedroht Zusammenhalt der Gesellschaft"

Der CDU-Politiker sieht in der Coronakrise aber nicht nur eine Bedrohung für die Gesundheit, "sondern auch eine Bedrohung für den Zusammenhalt der Gesellschaft, so sie längere Zeit andauert". Es könnte zu "Verwerfungen" sowohl in Familien als auch in der Wirtschaft kommen. Deshalb müsse man auch mit Blick auf die Folgen nachdenken, "wie wir stufenweise die Bedrohung vermindern können".

Zwar werde die Krise nicht "ohne Blessuren für unsere Bevölkerung" bleiben, sagt Wulff, der auch im Bundesvorstand der Christdemokraten sitzt. Er bekräftigt aber zugleich: "Ich bin davon überzeugt, dass wir die wirtschaftliche Krise überstehen."