Der blaue Himmel über den Alpen kündet vom Ende der massiven Schneefälle der vergangenen Wochen, vermittelt aber eine trügerische Sicherheit. Das einsetzende Tauwetter sorgt in Bayern und im angrenzenden Österreich dennoch für Gefahren.

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Die Menschen in der Alpenregion können zumindest kurz durchatmen: Dank hohen Luftdrucks in den höheren Luftschichten bleibt es bis einschließlich Mittwoch weitgehend niederschlagsfrei - das heißt im Bergland: schneefrei.

In den Alpen ist trotz des Endes des zweiwöchigen Dauer-Schneefalls die Lawinengefahr hoch. "Die Situation bleibt ernst", erklärte der Lawinenwarndienst Salzburg am Dienstag in seinem Lagebericht. "Für Wintersport abseits gesicherter Pisten sind die Verhältnisse sehr gefährlich", unterstrich auch der Lawinenwarndienst Tirol.

Autofahrer müssen sich bis zum Wochenende vielerorts auf Glätte durch Schnee, Schneematsch, gefrorene Nässe oder Reif einstellen.

Die Temperaturen bewegen sich auch in den kommenden Tagen um den Gefrierpunkt.

In der Nacht zu Freitag sei laut des Deutschen Wetterdienstes fast überall mit Frost zu rechnen, und auch das Wochenende dürfte eher kalt ausfallen.

Eisglätte und Hochwasser

Dies führt zu einem vor allem für Autofahrer gefährlichen Wechselspiel: Der in großen Mengen vorhandene Schnee beginnt erst zu tauen. Anschließend gefriert er als Wasser auf dem Boden.

Dazu kommen ab Donnerstag immer wieder Regenschauer. Die Flusspegel steigen kontinuierlich an und bedrohen die Menschen in Hochwassergebieten.

Sämtliche Unwetterwarnungen hob der Deutsche Wetterdienst zwar auf. In den von starken Schneefällen der vergangenen Tage betroffenen bayerischen Landkreisen blieb dennoch der Katastrophenfall bestehen.

So teilte etwa der Landkreis Berchtesgadener Land mit, die Zahl der wegen der Schneelast als kritisch gemeldeten Dächer sei auf mehr als 1.300 gestiegen. Davon seien aber mit 754 Dächern mehr als die Hälfte inzwischen geräumt worden.

Ein Ende des Winterwetters bestätigte der Deutsche Wetterdienst nicht: Bereits am Donnerstag sinkt die Schneefallgrenze wieder deutlich.

Die Kaltfront von Tief "Hinne" überquert Deutschland dann von Nordwest. Bis Freitagfrüh sind dann im Bergland einige Zentimeter Neuschnee drin. (hau/dpa/afp)

Wetter aktuell: Schneelage in Bayern und Österreich

Wegen des anhaltenden Schneefalls bleibt die Lage in den Alpen weiterhin angespannt. Dörfer sind von der Außenwelt abgeschnitten, Lawinen verschütten Straßen, Schulen bleiben geschlossen - das Winterwetter bedeutet vielerorts den Ausnahmezustand.
Teaserbild: © imago/Ralph Peters