Mindestens 42 Pferde starben seit Dezember 2018 nach Renn- oder Trainingsunfällen auf der kalifornischen Anlage Santa Anita Park. Auch im neuen Jahr mussten bereits vier Tiere eingeschläfert werden. Liegt ein Fluch über der Galopprennbahn? Oder ist das liebe Geld an allem schuld?

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Liegt auf dieser Galopprennbahn etwa ein böser Fluch? Das jüngste Opfer: der vierjährige Wallach "Tikkun Olam".

Nach einem Trainingsunfall im Santa Anita Park in Kalifornien musste das Pferd auf Empfehlung des Tierarztes am vergangenen Sonntag eingeschläfert werden.

"Tikkun Olam" war bereits das vierte Tier, dass im noch jungen Jahr 2020 nach einem Training oder Rennen auf der nahe Los Angeles gelegenen Anlage getötet werden musste. Damit stieg die Anzahl der toten Pferde im Santa Anita Park aufgrund von Renn- oder Trainingsunfällen seit Dezember 2018 auf mindestens 42 an.

PETA fordert Schließung des Santa Anita Park

Dementsprechend groß ist die Kritik an der prestigeträchtigen Bahn, die 1934 eröffnet wurde und 1984 Schauplatz der Reiterwettkämpfe der Olympischen Spiele war.

"Drei tote Pferde in drei Tagen erfordern sofortiges Handeln", sagte Brooke Rossi, Sprecherin der Tierschutzorganisation PETA, und forderte die Verantwortlichen auf: "Wenn es die Schließung der Rennbahn braucht, um die Todesfälle zu stoppen, dann schließen Sie die Rennbahn."

Im vergangenen März war der Rennbetrieb im Santa Anita Park nach 20 toten Pferden in den ersten drei Monaten des Jahres zeitweise stillgelegt worden. Es wurden strengere Regeln für den Gebrauch von Medikamenten und den Einsatz der Peitsche durch die Jockeys erlassen.

Eine Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft von Los Angeles brachte keine Beweise für kriminelles Fehlverhalten oder Tierquälerei zutage.

US-Pferderennsport steht unter Druck

Im November 2019 ging die Unglücksserie dennoch weiter. Im letzten der 14 Rennen des hoch dotierten Breeders' Cup verletzte sich der vierjährige Wallach Mongolian Groom so schwer am linken Hinterbein, dass er eingeschläfert werden musste.

Schon vor den mit 28 Millionen Dollar dotierten Rennen hatten Tierschützer gegen die Veranstaltung protestiert. Breeders'-Cup-Chef Craig Fravel verteidigte das Event, es sei "alles Menschenmögliche getan" worden, um zu verhindern, dass etwas passiert", sagte er. Dennoch setzte sich die Serie der Todesfälle fort.

Der Pferderennsport in den USA steht unter großem Druck. Die kalifornische US-Senatorin Dianne Feinstein hatte vor dem Breeder’s Cup in einem Brief an die Regulierungsbehörde California Horse Racing Board (CHRB) von "einem kritischen Test für die Zukunft der Pferderennen in Kalifornien und den Vereinigten Staaten" geschrieben. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom bezeichnete die Todesfälle als "Schande" und drohte damit, die Rennen auszusetzen.

Warm sterben so viele Pferde im Santa Anita Park?

Die Frage, warum ausgerechnet im Santa Anita Park so viele Tiere sich schwer verletzen und eingeschläfert werden müssen, ist schwer zu beantworten.

Generell vermuten Tierärzte, dass die hohe Todesrate im US-Pferderennsport damit zu tun hat, dass – anders als in Europa oder Asien – die Medikamentenregeln nicht ganz so streng befolgt werden. Der Gebrauch des blutungshemmenden Medikaments Lasix ist üblich. Die Tiere werden so noch extremer an ihr Leistungslimit getrieben, Verletzungen werden verschleiert oder gar nicht erkannt.

Wie der "Spiegel" berichtet, verendeten in den vergangenen zehn Jahren in den USA über 6.000 Rennpferde. Laut den Angaben des Pferdeverbandes "Jockey Club" starben im Jahr 2018 durchschnittlich knapp zehn Rennpferde pro Woche.

Doch auch das erklärt nicht die hohe Todesrate im Santa Anita Park.

Besitzer Stronach Group: Profitmaximierung vor Tierwohl?

Viele sehen die Schuld bei der Stronach Group, die als Besitzer der Bahn schwer in der Kritik steht. Ihr wird unter anderem in einem Bericht der "New York Times" vorgeworfen, zur Profitmaximierung zu viele Rennen mit zu vielen Pferden auszutragen.

Die Rennställe würden teilweise gezwungen, ihre Pferde trotz leichter bis mittlerer Beschwerden für die Rennen zu melden. Wer sich dagegen wehre, werde ausgeladen.

Ein weiterer Vorwurf: Zu selten werde Rücksicht genommen auf die Wetterbedingungen und den Zustand des Untergrunds der Rennbahn. Ein gleichmäßiges, ebenes, nicht zu matschiges Geläuf ist unerlässlich für die Sicherheit der Pferde.

Bis das Zwerchfell schmerzt: Süßer Fuchs hat Lachkrampf

Dieser Fuchs hat sichtlich Spaß am Leben. Das Tier kann einfach nicht aufhören zu lachen.

Verwendete Quellen:

  • Agenturmaterial von afp
  • nytimes.com: "Why So Many Horses Have Died at Santa Anita"