• In Teilen Deutschlands beginnt die Christi-Himmelfahrts-Woche mit Unwetterwarnungen.
  • Von Gewittern und Starkregen, Sturm und Hagel werden laut Vorhersage vor allem der Westen und der Süden heimgesucht.
  • Wetterexperte Jörg Kachelmann warnt in einem Interview: "Deutschland ist auf Tornados nicht vorbereitet."
  • Die Bilder aus Paderborn aus der Vorwoche bestärken den Schweizer in diesem Urteil.

Mehr Panorama-Themen finden Sie hier

Klimawandel gleich Zunahme von Extremwetter: Deutschland steckt seit Jahren in einem Umbruch. Dies ist auch zu Beginn der 21. Kalenderwoche 2022 zu spüren.

Der Deutsche Wetterdienst hat für Teile Deutschlands Unwetterwarnungen herausgegeben. Gewitter, Starkregen und Hagel ergeben gemeinsam mit teils schweren Sturmböen einen gefährlichen Mix.

Vornehmlich im Westen und Süden der Republik müssen sich die Menschen in Acht nehmen. Ursächlich für die Wetterlage ist - wie schon in der Vorwoche - ein aus Frankreich heranziehendes Tief.

Jörg Kachelmann: "Deutschland ist auf Tornados nicht vorbereitet"

Angesichts der Tornado-Bilder aus Nordrhein-Westfalen warnte in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" Wetterexperte Jörg Kachelmann: "Der Paderborner Tornado war nicht einmal besonders stark, trotzdem sind die Opferzahlen unheimlich hoch." Das zeige: "Deutschland ist nicht vorbereitet."

Paderborn, Wetter, Unwetter, Sturm, Tornado, Baum, 2022, Nordrhein-Westfalen
Durch Paderborn fegt am 20. Mai 2022 ein Tornado. Diesen Baum hat er einfach eingedreht und abgeknickt, als sei eine mächtige Hand am Werk gewesen.

Mit den Worten "Das ist doch nicht mehr normal", kommentierte Tim Vollert, Juso-Vorsitzender aus dem Kreis Höxter, ein Video aus Paderborn, das er am 20. Mai per Twitter weiterverbreitete.

Die neue Wetter-Normalität ist nach Meinung Kachelmanns in Deutschland noch nicht angekommen. Spätestens ab Freitagnachmittag sei erkennbar gewesen, welche Orte betroffen sein könnten. "Eine knappe halbe Stunde, bevor der Tornado durch Paderborn zog, hat man eine stark rotierende Gewitterwolke in der Region gesehen mit Zugrichtung Paderborn", sagte er. "Ab dann tickt die Uhr." In den USA würden ab einem solchen Zeitpunkt Sirenen heulen und Livestreams laufen. Das müsse auch in Deutschland etabliert werden, "sonst wird es sehr gefährlich".

In Paderborn wurden am 20. Mai 43 Menschen verletzt, 13 davon schwer. Auch in Lippstadt in Ostwestfalen und Lütmarsen nahe Höxter im Weserbergland gab es laut DWD Tornados.

  • Heute 32°C
  • Mo 35°C
  • Di 26°C
  • Mi 28°C
  • Do 29°C
Ihr Ort kann nicht ermittelt werden

Wo es heute gefährlich werden könnte, zeigt unser Überblick:

  • Nordrhein-Westfalen: Die Woche startet mit neuen Gewittern. Ab Montagmittag rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) vermehrt mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. Besonders im Westen und Süden des Landes sei die Wahrscheinlichkeit für lokal schwere Gewitter mit Unwetterpotenzial durch teils heftigen Starkregen und schwere Sturmböen hoch. Im Süden sei ein geringes Tornadorisiko nicht auszuschließen. In den späteren Abendstunden und in der Nacht zu Dienstag soll sich das Wetter nach DWD-Angaben wieder beruhigen. Demnach bleibt es zunächst zwar noch stark bewölkt und örtlich auch schauerartig. Im Laufe des Tages wird es aber nur noch wechselnd bewölkt mit gelegentlichen Schauern. Die Temperaturen erreichen Werte zwischen 17 und 21 Grad und um die 15 Grad im höheren Bergland. Die Nacht zum Mittwoch bleibt voraussichtlich niederschlagsfrei.
  • Rheinland-Pfalz und Saarland: Ab dem Mittag kommt es vermehrt zu teils kräftigem Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. Die Temperaturen erreichen Werte von 21 bis 25 Grad und um die 19 Grad im Bergland. Die Nacht zum Dienstag wird voraussichtlich zunächst stark bewölkt, aber es soll auch auflockern. Der Dienstag wird laut DWD bewölkt und zeitweise schauerartig mit verstärktem Niederschlag. Im Laufe des Tages nehmen die Schauer jedoch ab. Die Temperaturen kühlen leicht ab und erreichen Werte zwischen 17 und 22 Grad und 16 Grad im höheren Bergland. Die Nacht zum Mittwoch bleibt voraussichtlich frei von Niederschlag.
  • Baden-Württemberg: Bis in den Vormittag soll es Starkregen geben. Ab Mittag bis zum Abend seien starke Gewitter vor allem im Südwesten möglich. Dabei könne es lokal Hagel und orkanartige Böen geben. Der Wind sei im Bergland und im Süden des Schwarzwaldes besonders stark.
  • Bayern: Vor allem in Schwaben und im Westen Oberbayerns soll es im Laufe des Vormittags Starkregen geben. Dabei seien Hagel und Sturmböen möglich. Ab Nachmittag bis in die Nacht hinein soll es in den Alpen und der Umgebung teilweise schwere Gewitter geben. Das sei auch im Westen Bayerns möglich.

Tornadorisiko in Hessen

  • Hessen: In Hessen werden kräftige Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel erwartet. Örtlich kann es auch zu schwerem Gewitter mit Unwetterpotenzial durch teils heftigen Starkregen und schweren Sturmböen kommen. Besonders im Süden seien einzelne orkanartige Böen und sogar ein vereinzelt geringes Tornadorisiko nicht auszuschließen. In der Nacht zu Dienstag soll das Gewitter dann wieder nachlassen. Nur vom Südwesten her werden hier noch einzelne Schauer erwartet. Am Dienstag rechnet der DWD zunächst mit stark bewölktem Wetter und zeitweise auch schauerartig verstärktem Niederschlag. Im Laufe des Tages sollen die Gewitter aber immer seltener werden. Vor allem im Norden komme es nur noch vereinzelt zu Schauern. Die Temperaturen erreichen Höchstwerte zwischen 18 und 22 und im höheren Bergland um die 16 Grad. Die Nacht zum Mittwoch bleibt voraussichtlich gering bewölkt und niederschlagsfrei mit einem Temperaturrückgang auf neun bis fünf Grad.

Aufräumen und Reparieren: Nach Tornados in NRW steht viel Arbeit an

Die Aufräumarbeiten nach Tornados in drei NRW-Städten werden noch länger dauern. In Paderborn wohnen einige Betroffene vorerst im Hotel. Das Land prüft Hilfen.
  • Thüringen: Auch die Menschen in Thüringen müssen sich auf Gewitter einstellen. Der Tag startet bereits wolkig, am frühen Nachmittag ist dann auch mit Regen zu rechnen. Am Abend sollen sich dann kräftige Gewitter mit Starkregen und Sturmböen entwickeln. Auch Hagel sei möglich, so der DWD. Für den südlichen Teil Thüringens besteht Unwetterwarnung. Die Höchsttemperaturen liegen bei 25 Grad. Im Lauf der Woche wird es voraussichtlich immer weiter abkühlen, wie der DWD weiter mitteilte. Dabei ist es wechselhaft und unbeständig mit Wolken, Regenschauern und nur gelegentlichen Sonnenstrahlen
  • Sachsen: Der Tag startet zwar sonnig, am Nachmittag ziehen dann aber immer mehr Wolken auf, die auch Regen mitbringen. Am Abend sei dann mit kräftigen Gewittern, Starkregen und Sturmböen zu rechnen. Für das Vogtland besteht laut DWD eine Unwetterwarnung. Die Höchsttemperaturen liegen dabei bei 25 Grad.
  • Sachsen-Anhalt: Der Tag beginnt zwar freundlich, im Laufe des Tages ziehen aber dichte Wolken auf, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Bereits am frühen Nachmittag sei daher mit Regen zu rechnen. Am Abend wird es dann voraussichtlich kräftige Gewitter mit Starkregen und Sturmböen geben. Auch Hagel sei laut DWD möglich. Die Höchsttemperaturen liegen bei 25 Grad.

(dpa/AFP/hau)

Nachrichten aus anderen Regionen