Düsseldorf (dpa) - Beschäftigte eines Linienbus-Unternehmens in NRW sollen Blanko-Monatswertmarken auf dem Schwarzmarkt verkauft und damit einen Millionenschaden verursacht haben.

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Tatverdächtig sind vier Beschäftigte des Unternehmens sowie zwei Beschäftigte der Busgesellschaft DB Regio Bus, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Düsseldorf sagte. Die insgesamt vier Männer und zwei Frauen seien alle um die 50 Jahre alt. Das Linienbus-Unternehmen fahre im Auftrag von DB Regio Bus. Um welches Unternehmen es sich handelt, teilte die Behörde nicht mit.

Die Beschäftigten sollen die Fahrscheinvordrucke entwendet haben, um sie weiter zu verkaufen. "Die fälschlich ausgestellten Monatswertmarken im jeweiligen Wert von 120 Euro und 200 Euro für "Tickets 2000" wurden auf dem Schwarzmarkt verkauft", hieß es. Es seien ganze Fahrscheinrollen oder größere Abschnitte gestohlen worden. Eine Sprecherin der Bundespolizei schätzte den entstandenen Schaden auf mindestens vier Millionen Euro.

Die Wohnungen der sechs Beschuldigten in Düsseldorf, Krefeld und Neuss wurden am Dienstagmorgen durch etwa 70 Beamte der Bundespolizei durchsucht. Dabei seien unter anderem einige gestohlene Blanko-Fahrscheine entdeckt worden, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit.

Bei den Durchsuchungen sei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden. Dies werde nun ausgewertet, um weitere Hinweise auf Bezahlwege sowie mögliche weitere Mittäter zu erhalten. Ermittelt werde wegen gewerbsmäßigen Diebstahls, gewerbsmäßiger Hehlerei und des Verdachts der gewerbsmäßigen Urkundenfälschung in mehreren Fällen.

Nach Angaben der Deutschen Bahn hatte DB Regio Bus die polizeilichen Untersuchungen mit einer Anzeige ins Rollen gebracht. Zuvor seien dem Unternehmen Unregelmäßigkeiten bei den Blanko-Fahrscheinen aufgefallen, teilte eine Bahnsprecherin mit. "Sollte sich der Verdacht erhärten, dass auch einzelne Mitarbeiter von DB Regio Bus an dem Betrug beteiligt sind, hätte das auch zivil- und arbeitsrechtliche Konsequenzen für die betroffenen Mitarbeiter", hieß es weiter.  © dpa

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