• Bayern hat als erstes Bundesland eine FFP2-Maskenpflicht eingeführt.
  • Doch wo liegt der Unterschied zwischen den nun geforderten Masken und den bisher üblichen Alltagsmasken?
  • Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zu den FFP2-Masken für Sie zusammengestellt.

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Was muss ich beim Kauf von FFP2-Masken beachten?

FFP2-Masken haben keine standardisierten Größen. Weil die meisten Hersteller individuell produzieren, unterscheiden sich die Modelle hinsichtlich der Passform, wie der Tüv Nord erklärt.

Verbraucher sollten deshalb darauf achten, ein Hersteller-Modell zu wählen, das auf dem eigenen Gesicht gleichmäßig anliegt und komfortabel sitzt. Nur dann ist auch ausreichender Schutz gewährleistet. Es ist daher ratsam, zunächst nur eine Packung Masken eines Herstellers zu kaufen und die Passform der FFP2-Maske zu prüfen.

Zudem sollten Verbraucher auf der Verpackung auf eine Kombination aus CE-Zeichen und vier Zahlen achten, rät der Tüv Nord. Diese Kennzeichnung erhalten die Masken, welche die Kriterien der entsprechenden Prüfnorm (DIN EN 149:2009-08) erfüllen und damit 95 Prozent der Aerosole abfangen. Die Nummer lässt Rückschlüsse auf das Prüf-Institut zu.

Kann ich FFP2-Masken mehrmals tragen?

FFP2-Masken sind eigentlich ein Einweg-Produkt. Nach einmaligem Tragen sollten sie entsorgt werden. Wie Sie die Maske richtig entsorgen, lesen Sie hier.

Wenn sie im Alltag allerdings nur kurz getragen werden, können sie nochmals verwendet werden, erklärt die Apothekerkammer Sachsen-Anhalt. Dies gelte aber nur, wenn die Maske nach dem Gebrauch so gelagert werde, dass sie gut austrocknen könne. Das schließe eine Aufbewahrung in einer Plastiktüte aus.

Ebenfalls möglich ist die Anwendung des 7-Tage-Modells der FH Münster. Dabei wird jeden Wochentag eine eigene FFP2-Maske getragen und dann eine Woche getrocknet. So kann der Atemschutz bist zu fünfmal ohne gesonderte Desinfektion wiederverwendet werden. Alle Informationen dazu, finden Sie hier.

Zudem können die Masken im Backofen desinfiziert werden - die Temperatur muss 80 Grad betragen (Ober-/Unterhitze, kein Umluft), die Masken müssen für 60 Minuten im Ofen bleiben - Experten warnen aber: Zu wenig Hitze und die Coronaviren überleben, zu viel Hitze und die Maske nimmt Schaden. Deswegen wird von dieser vor allem anfangs der Pandemie empfohlenen Methode von einigen Experten inzwischen abgeraten. Wer die Methode trotzdem nutzen möchte, dem wird der Einsatz eines genauen Bratenthermometers empfohlen, um die Temperatur im Ofen zu überprüfen.

Eine Desinfektion der Masken in der Mikrowelle ist nicht möglich, da die Wirkung des Geräts davon abhängt, wie feucht die Maske ist. Dadurch werden unterschiedliche Temperaturen in unterschiedlichen Materialien erzeugt. Eine gleichmäßige Desinfektion ist deshalb nicht gewährleistet.

Tüv Nord weist zudem darauf hin, dass FFP2-Masken nicht gewaschen werden dürfen. Das senke das Schutzniveau. Feuchtigkeit sei insgesamt ein großes Problem, erklärt auch Virologe Alexander Kekulé.

Sobald die Maske nur ein bisschen feucht sei, müsse sie sofort gewechselt werden: "Das ist noch wichtiger als bei einem einfachen Mund-Nasen-Schutz", betonte Kekulé gegenüber der dpa. Wer beispielsweise bei Regen oder Schnee vor einem Geschäft Schlange stehe, müsse eventuell unmittelbar vor dem Betreten des Ladens noch die Maske wechseln.

Wie lange kann ich eine FFP2-Maske am Stück tragen?

Für Privatpersonen gibt es derzeit keine konkreten Empfehlungen zur Tragedauer einer FFP2-Maske.

Im Arbeitsrecht sieht dies anders aus. Das Robert-Koch-Institut schreibt auf seinen Seiten: "Gemäß Vorgaben des Arbeitsschutzes ist die durchgehende Tragedauer von FFP2-Masken bei gesunden Menschen begrenzt (siehe Herstellerinformationen, i.d.R. 75 Minuten mit folgender 30-minütiger Pause), um die Belastung des Arbeitnehmers durch den erhöhten Atemwiderstand zu minimieren."

Wie setze ich die Maske richtig auf?

Hier ändert sich im Vergleich zu einer Alltags- oder OP-Maske nichts: Vor dem Anlegen und nach dem Absetzen sollten die Hände gewachsen oder desinfiziert werden. Die Masken müssen über Mund, Nase und Wange platziert werden. Grundsätzlich sollen die Masken nur an den Bändern angefasst werden.

Außerdem gilt, dass auch mit FFP2-Maske weiter mindestens anderthalb Meter Abstand einzuhalten sind.

Wie prüfe ich, ob die FFP2-Maske richtig sitzt?

Die Maske sitzt richtig, wenn sie beim Einatmen ans Gesicht angesaugt wird, erklärt Peter Paszkiewicz vom Institut für Arbeitsschutz bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA). Spürt man einen Luftstrom am Gesicht, sitzt sie nicht gut.

Oft verhinderten Barthaare oder Narben den engen Sitz und beeinträchtigen die Schutzwirkung. Hier hilft nur: Rasieren oder eine andere Maskenform ausprobieren.

Einen weiteren Tipp zur Überprüfung des dichten Sitzes gibt die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW): Sie rät, die Filterfläche mit beiden (gewaschenen) Händen möglichst ganzflächig zu zuhalten. Dann versucht man, beim Einatmen Unterdruck zu erzeugen und beim Ausatmen Überdruck aufzubauen. Ströme dabei sofort Luft durch den Maskenrand oder Nasenbügel ein beziehungsweise aus, sitze die Maske nicht dicht und schütze nicht ausreichend.

Darf ich eine FFP2-Maske passend zuschneiden?

Der Zuschnitt der FFP2-Maske ist nicht möglich, wie die "Apotheken Umschau" schreibt. Bei einer Verletzung des Gewebes geht die Filterfunktion der Maske verloren.

Eine Anpassung ist lediglich an den Gummibändern möglich. Diese können durchtrennt und in passender Länge wieder zusammengeknotet werden. Auch können Zusatzstücke eingeknüpft werden, um die Halterung zu verlängern.

Was ist, wenn ich unter der Maske Hautprobleme bekomme?

Viele Menschen haben durch das Maskentragen in der Corona-Pandemie Hautprobleme, wie Hautärztin Uta Schlossberger aus Köln und Expertin vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen, erklärt: "Wir sehen sehr häufig Patienten, die eine Akne haben, die sie eigentlich gut im Griff hatten, und die nun wiederkommt." Bei Menschen mit Neurodermitis könne die Erkrankung durch das Maskentragen wieder ausbrechen. Auch wer sehr sensible Haut hat, kann Probleme bekommen.

Woran liegt das? Die Haut sei unter der Maske belastet, so die Expertin. Durch den Atem bilde sich eine Art Feuchtkammer unter dem Stoff. Zudem wird die Haut durch die Maske mechanisch gereizt.

Der Tipp der Expertin: Die Maske maximal zwei Stunden am Stück tragen und regelmäßig wechseln. Wichtig sei, morgens eine nicht zu fettige Creme aufzutragen. "Mehr so eine Feuchtigkeitscreme", präzisiert sie. Und kein Make-up: "Sonst haben wir eine doppelte Abdeckung der Haut."

Wo liegen die Vorteile einer FFP2-Maske im Vergleich zu einer Alltagsmaske?

Hochwertigere Atemschutzmasken beispielsweise der Klassen FFP2, N95 oder KN95 sind nach Angaben der Gesellschaft für Aerosolforschung in Köln sowohl für den Selbst- als auch den Fremdschutz effizient, sofern sie kein Ausatemventil haben.

Einfache Mund-Nasen-Bedeckungen hielten kleinere Partikel nicht so gut ab und seien daher für den Selbstschutz nicht so gut geeignet. Masken mit Ausatemventil wiederum dienen einem Positionspapier der Gesellschaft zufolge nur dem Selbstschutz "und widersprechen daher dem Solidaritätskonzept, dass Mitmenschen durch kollektives Maskentragen geschützt werden".

Mund-Nase-Masken filtern einen Teil der Partikel und Viren aus der Luft heraus. Dadurch sinkt deren Konzentration und damit das Infektionsrisiko. Ausgeatmete Aerosolpartikel sind nach Angaben der Gesellschaft für Aerosolforschung durch anhaftende Feuchtigkeit relativ groß, auch einfache Masken können sie daher recht effizient zurückhalten. In der Raumluft schrumpfen die Partikel aber - und können darum beim Einatmen durch einfache Masken hindurch gelangen. FFP2-Masken sind dichter und filtern so mehr und auch kleinere Partikel. In der Folge bieten sie mehr Schutz für den Träger.

Chirurgische und FFP2-Masken im Vergleich.

Warum wird dann nicht die sicherere FFP2-Maske bundesweit vorgeschrieben?

Neben einem höheren Preis bemängeln Kritiker die etwas kompliziertere Handhabung. Vor allem müssen FFP2-Masken optimal angelegt sein, damit sie die Verbreitung von Aerosolen stoppen und so ihre erwiesenen Vorteile ausspielen. Schon ein Bart kann zu Lücken führen, durch die Aerosole strömen - Bartträger müssten sich also für den vollen FFP2-Schutz rasieren.

Was kosten die unterschiedlichen Maskentypen?

Der Preisunterschied ist teilweise erheblich. In größeren Packungen gibt es OP-Masken zum Stückpreis von 50 Cent und weniger.

FFP2-Masken kosten dagegen nur in den günstigsten Varianten etwas unter einem Euro pro Stück. Viele Händler verlangen dagegen sogar Preise von zwei Euro und oft auch deutlich mehr für eine einzelne Maske.

Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert.

Verwendete Quellen:

  • Material der Deutschen Presseagentur (dpa)
  • Material der Agence France-Presse (afp)
  • Apothekerkammer Sachsen-Anhalt: FFP2-Masken nicht immer und überall tragen und nicht im Backofen desinfizieren
  • RKI
  • FH Münster: Möglichkeiten und Grenzen der eigenverantwortlichen Wiederverwendung von FFP2-Masken für den Privatgebrauch
  • apotheken-umschau.de: FFP2-Masken: Tipps für Privatpersonen
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Teaserbild: © picture alliance/dpa/Rolf Vennenbernd