Es ist unwahrscheinlich, dass Ebola nach Deutschland kommt und sich hier sogar zu einer Epidemie entwickelt. Doch was passiert, wenn in Deutschland eine Seuche ausbricht? Welche Mechanismen greifen dann?

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Sollte in Deutschland ein Ebola-Fall auftreten, würde der Patient ziemlich sicher auf die Sonderisolierstation einer dieser drei Krankenhäuser verlegt werden: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, die Charité in Berlin oder das Klinikum Schwabing in München. Auch andere Einrichtungen haben Isolierstationen, aber in München, Berlin oder Hamburg könnte ein mit Ebola Infizierter am besten versorgt werden.

Der Ruf der deutschen Spezialisten ist so gut, dass erst vor wenigen Tagen die Weltgesundheitsorganisation beim Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf anfragte, ob die Hamburger einen hochrangigen Mitarbeiter aufnehmen könnten. Doch der Mann aus Sierra Leone starb kurz darauf an der Krankheit. Dazu sagte Pressesprecherin Christine Trowitzsch: "Es liegen inzwischen keine Anfragen mehr vor. Auch eine Voranfrage wurde zurückgezogen. Wir erwarten somit keine Verlegung eines Patienten. Selbstverständlich ist unser Behandlungszentrum wie immer einsatzbereit für Patienten mit hochansteckenden Erkrankungen."

Pläne für den Seuchenausbruch

Ebola ist also in Deutschland nicht angekommen, geschweige denn ist eine unkontrollierte Ausbreitung zu befürchten. Doch für den Fall der Fälle gibt es trotzdem Vorsorgepläne. Für einen weltweiten Ausbruch von Influenza hat zum Beispiel das Auswärtige Amt detaillierte Pandemiepläne für das Ausland erarbeitet. Demnach würde schon im Vorfeld einer weltweiten Seuche der Informationsaustausch zwischen regionalen Ärzten, Gesundheitsdienst, internationalen Institutionen und Robert-Koch-Institut intensiviert. Die Daten würden beim Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amtes zusammenlaufen.

Während einer Pandemie würde es zu allererst um die Versorgung der Erkrankten mit Arzneimitteln und das Impfen - im Fall einer Influenza - der gesunden Bevölkerung gehen. Ergänzend würden Behörden Hygiene-Vorschriften oder Verhaltensregeln zum Tragen von Nasen- und Mundschutz veröffentlichen. Zudem tagte dann das Krisenreaktionszentrum regelmäßig zusammen mit Vertretern des Gesundheitsministeriums und des Robert-Koch-Instituts.

Der nationale Pandemieplan entspricht weitgehend inhaltlich dem des Auswärtigen Amtes, wobei auf Bundesebene andere Akteure beteiligt sind. Weil das Gesundheitswesen aber hauptsächlich Ländersache ist, haben diese eigene Vorsorge getroffen. Gesundheitsämter auf Stadt und Landkreisebene sind Ansprechpartner auf kommunaler Ebene, die Vorort sich um Behandlung und Schutzmaßnahmen kümmern sowie Informationen sammeln.