Sucht man ein Kosmetik- oder Pflegeprodukt im Drogeriemarkt, wird man von der Auswahl oft fast erschlagen. Welches der 40 Shampoos ist wohl das beste? Artikel werben mit Slogans wie "klinisch getestet" oder auch "dermatologische Wirksamkeit geprüft". Doch was steckt dahinter? Sind diese Produkte wirklich besser verträglich als andere?

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Cremes für Mischhaut, Shampoo für trockenes Haar und Deo mit besonders lange anhaltendem Schutz: Im Drogeriemarkt kann man für jeden Typ das richtige Produkt finden. Oft wirken Kosmetika besser verträglich, wenn ein Slogan wie "dermatologische Wirksamkeit bestätigt" draufsteht.

Die Qualität des Produkts kann man aber anhand des Aufdrucks auf der Packung nicht beurteilen. "Ausdrücke wie 'klinisch getestet', 'dermatologisch getestet' oder auch 'augenärztlich getestet' sagen erst mal nichts über das Produkt aus", erklärt Dermatologe Christoph Liebich im Gespräch mit unserer Redaktion.

50 Deos im Öko-Test: Diese Marken fallen durch

Deos wirken im Gegensatz zu Antitranspirantien ohne Aluminiumsalze gegen Schweizgeruch. Zwar sind sich Wissenschaftler über die Gefährlichkeit des Stoffes nicht sicher, doch könnte von ihm ein Risiko für die Gesundheit ausgehen. Das Magazin "Öko Test" hat nun 50 Deos ohne Aluminium getestet.

Dass das Produkt mithilfe einer Studie getestet wurde, impliziert der Aufdruck nämlich nicht: "Hinter einer solchen Aufschrift steckt keine wissenschaftliche Studie. Vielleicht wurde das Produkt nur an einer Person oder eben an gar keiner getestet. Bei solchen Aussagen handelt es sich um reine Werbeslogans, kein Qualitätsmerkmal."

Oftmals drucken die Hersteller selbst noch eine Information zu der Aussage hinzu. Dann steht auf der Verpackung irgendwo wie viele Menschen beispielsweise bei einem Test teilgenommen haben. Wissenschaftliche Überprüfbarkeit gibt es dabei aber meist nicht.

Kein einheitliches Label bei Pflegeprodukten

Von solchen Aufschriften sollte man sich demnach nicht in die Irre führen oder beeinflussen lassen. Ein einheitliches Label, um zu erkennen, ob das Produkt auch im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie getestet wurde, gibt es nicht.

Trotzdem meint Liebisch: "Um in der EU zugelassen zu werden, müssen Kosmetika aber bestimmte Anforderungen erfüllen." In den Zulassungsbedingungen werden beispielsweise die Inhaltsstoffe je nach Produkt geregelt. Willkürlich oder gesundheitsschädlich kann die Zusammensetzung daher nicht sein.

Einen Tipp, worauf man bei Produkten achten kann, hat der Experte aber doch parat: "Wenn auf einem Produkt beispielsweise ‚Testsieger bei Stiftung Warentest‘ steht, kann man darauf durchaus vertrauen. Dahinter steckt ein Testvorgang und wonach bewertet wurde kann man sich bei der Stiftung durchlesen."

Über den Experten: Dermatologe Dr. med. Christoph Liebich ist Praxisinhaber und Leiter des "Dermazent – Dermatologie im Zentrum" in München.

Verwendete Quellen:

  • Gespräch mit Dr. med. Christoph Liebich
  • Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: "Rechtliche Rahmenbedingungen für
    Kosmetika"
  • EUR-Lex: "COMMISSION REGULATION (EU) No 655/2013"
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