Skoda-Chef Klaus Zellmer hält den geplanten Aufschub der CO₂-Ziele durch die EU-Kommission für sinnvoll, betont zugleich, dass Skoda seine Elektrifizierungsstrategie weiter fortsetzen will. Zugleich bringt er eine Neuauflage der Abwrackprämie von 2009 ins Spiel.

Mehr zum Thema Mobilität

Skoda-Chef Klaus Zellmer begrüßt den Aktionsplan der EU-Kommission für die Autoindustrie. Dass Brüssel den Herstellern nun drei Jahre mehr Zeit geben will, das für 2025 vorgesehene CO₂-Ziel von 93,6 Gramm CO₂ pro Auto und Kilometer zu erreichen, sei "ein richtiger Schritt in die richtige Richtung", so der Manager gegenüber auto motor und sport. Zellmer betonte, dass Skoda seine Modellpalette weiter elektrifizieren werde. Vor allem, weil E-Fahrzeuge Verbrennern beim Energie-Wirkungsgrad überlegen seien.

"Wir legen uns nicht wieder hin"

Der mögliche Aufschub durch die Politik werde indes nicht dazu führen, dass Skoda im Hinblick auf Elektrifizierung nachlassen werde. Volkswagens tschechischer Ableger habe "ein höchstes Interesse daran, E-Fahrzeuge zu verkaufen", so Zellmer, "wir legen uns nicht wieder hin." Zudem wären noch nicht alle Kunden bereit für die E-Mobilität. Auch vor diesem Hintergrund wäre die gewonnene Zeit hilfreich.

"Mehr Entscheidungshärte"

Von der Politik wünscht sich der Manager "mehr Entscheidungshärte", also Verlässlichkeit. Als Negativ-Beispiel nennt er die plötzliche Abschaffung der Elektroauto-Kaufprämie im Dezember 2023. "Das Abdrehen der Förderung über Nacht war ein Schock", von dem sich der E-Auto-Markt bisher nicht erholt habe. Zellmer bringt auch eine Neuauflage der Abwrackprämie von 2009 ins Spiel. Diese könne ebenfalls helfen, CO₂-Anforderungen zu erfüllen. "So ließe sich ein kompletter Fuhrpark von Autos mit schlechten gegen einen mit guten Emissionsstandards durchtauschen."

IAA: Octavia-Konzept

Am wichtigsten für einen endgültigen Durchbruch der Elektromobilität wären aber "vernünftige Energiekosten" sowie ein konsequenter Ausbau der Ladeinfrastruktur. Für die IAA im September in München kündigt Zellmer "ein Konzeptfahrzeug auf Basis des Octavia" an. Dieser werde auf der neuen Plattform SSP (Scalable Systems Platform) basieren. Der Grund: Die Vorgänger-Basis MEB hat einen zu engen Radstand für den größeren Antriebsakku und SSP ist – wie der Name schon sagt – skalierbar, also verstellbar.

In unserer Bildergalerie finden Sie den aufgefrischten Skoda Ocatvia RS.

Viele Vorteile mit ams+
Erhalten Sie werbereduzierten Zugang zu allen Inhalten von auto-motor-und-sport.de inkl. der digitalen Zeitschrift als E-Paper. Monatlich kündbar.

Vita

Klaus Zellmer, geboren 1967 in Mallersdorf, studierte Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Nürtigen-Geislingen, arbeitete nach seinem Abschluss 1994 dort drei weitere Jahre am Lehrstuhl. 1997 erfolgte der Einstieg bei Porsche als Assistent des Vorstandsmitglieds für Vertrieb und Marketing. Nach diversen Stationen beim Sportwagen-Spezialisten, zuletzt als Chef von Porsche Cars North America, wechselte Zellmer im September 2020 zu Volkswagen als Vorstandsmitglied für Vertrieb und Marketing. Seit 1. Juli 2022 führt er Skoda.  © auto motor und sport