Die Lage der deutschen Automobilindustrie wird immer düsterer. Einer Analyse der Beratungsfirma EY zufolge verzeichnen die großen deutschen Autobauer massive Umsatz- und Gewinneinbußen. Und jetzt drohen auch noch die Zölle aus den USA.
Die deutsche Autoindustrie gerät immer weiter unter Druck. Sogar ohne die von
Demnach verzeichnen die drei größten deutschen Autobauer im vergangenen Jahr ein Umsatzminus von 2,8 Prozent, während der Umsatz der 16 größten Autobauer weltweit um 1,6 Prozent stieg. Auch bei der Gewinnentwicklung schneiden Mercedes und Co. schlechter ab als die internationale Konkurrenz. Der Gewinn ging um 27 Prozent zurück.
Trotzdem befinden sich die Konzerne weiterhin in der Gewinnzone. Allerdings verliert man aktuell Boden – insbesondere mit Blick auf die Autobauer aus Japan und den USA.
Japan und USA sind die Gewinner
Die US-Autobauer legten sowohl beim Umsatz (sechs Prozent) als auch beim Gewinn (fünf Prozent) zu. Die japanischen Hersteller Suzuki und Toyota konnten ihren Umsatz um 8 Prozent steigern und ihren Gewinn stabil halten.
Der Mobilitätsexperte von EY, Constantin Gall erklärt die Gründe für die Krise: "Die hohen Investitionen in die Elektromobilität amortisieren sich nicht, weil die Nachfrage bei weitem nicht so stark ist wie erhofft. Hinzu kommen hausgemachte Probleme wie teure Software-Fehlschläge, Restrukturierungskosten und Rückrufe. Auch hohe Investitionen in neue Modelle und Innovationen kosten viel Geld und belasten die Marge."
Düstere Zukunft für deutsche Autokonzerne
Einen weiteren Grund sieht Gall in dem einbrechenden China-Geschäft. Dort verkauften die deutschen Autobauer zehn Prozent weniger Fahrzeuge als im Jahr zuvor. "Der chinesische Markt ist gerade extrem schwierig für alle etablierten westlichen Autobauer", erklärt er.
Die Absatzschwäche dort schmerzt die deutschen Konzerne aber besonders stark. Das liegt an der starken Abhängigkeit vom China-Geschäft. Immer noch gehen 32 Prozent der deutschen Autos an Kunden in China. 2020 waren es sogar noch 39 Prozent.
Auch für das laufende Jahr zeichnet Gall ein düsteres Bild. Gründe dafür sind die lahmende Konjunktur in Europa und ein harter Preiswettbewerb in China. Dazu kommen womöglich noch die Zölle, die auch den Absatz in den USA schwächen werden. US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche Zölle in Höhe von 25 Prozent auf alle nicht in den USA produzierten Autos angekündigt.
Gall sieht deshalb das Gebot der Stunde in Einsparungen und vor allem einer strategischen Neuausrichtung. "Bei alldem haben die Unternehmen keine Zeit zu verlieren." (lko)