Der VfL Wolfsburg hat Borussia Mönchengladbach zum Abschluss des 15. Spieltags der Bundesliga von der Tabellenspitze gestoßen. Das Tor, das den 2:1-Sieg der Gastgeber einleitete, hätte aber nicht zählen dürfen.

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Erst das bittere Aus in der Gruppenphase der Europa League, dann der Sturz von der Tabellenspitze der Bundesliga: Borussia Mönchengladbach erlebte innerhalb von drei Tagen die Schattenseiten einer bis dahin starken Saison.

Der VfL Wolfsburg hatte erst in der Nachspielzeit zum 2:1 getroffen. Ein regulärer Treffer. Nicht so aber das 1:0 der Wölfe – doch das Tor war gegeben worden, obwohl sich der Video-Assistent die fragwürdige Tor-Szene sogar angesehen hatte. Eine Fehlentscheidung:

"Nach unserer fachlichen Analyse der Szene wäre die Sichtbehinderung des Gladbacher Torwarts nach den vorliegenden TV-Bildern eher zu bejahen", sagte Jochen Drees auf der Internetseite des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

"Dementsprechend wäre die Empfehlung eines On-Field-Reviews an den Schiedsrichter richtig gewesen", fuhr der Projektleiter Videobeweis des DFB fort, "sodass dieser nochmals eine eigene Einschätzung und Bewertung hätte vornehmen können."

Joao Victor steht bei Xaver Schlagers Schuss im Abseits

Der Österreicher Xaver Schlager hatte den VfL in der 13. Minute in Führung gebracht. Die TV-Bilder deuteten allerdings darauf hin, dass Schlagers Teamkollege Joao Victor bei dem Treffer im Sichtfeld des Gladbacher Torwarts Yann Sommer und dabei wohl knapp im Abseits stand.

Zu dieser Einschätzung gelangte auch der Schiedsrichter-Experte unserer Redaktion, Alex Feuerherdt. Victor habe sich bei Schlagers Schuss "in der Flugbahn des Balles" befunden und Sommer die Sicht genommen.

"Eine solche Beeinträchtigung des Sichtfelds ist aus den Blickwinkeln des Schiedsrichters und seiner Assistenten auf dem Platz sehr schwer zu erkennen", so Feuerherdt. "Doch dem Video-Assistenten stehen bekanntlich mehrere Perspektiven zur Verfügung."

Günter Perl sieht keinen Anlass für On-Field-Review

Insofern trat er in Aktion. Dienst im Kölner Keller hatte Günter Perl. Der Münchner aber teilte die Einschätzung seines Münchner Kollegen Felix Brych auf dem Platz. Für Brych und Perl war das Tor unter korrekten Umständen erzielt worden.

Somit seien die verfügbaren kalibrierten Linien, mit deren Hilfe die genaue Position des Wolfsburger Spielers zu ermitteln gewesen wäre, nicht zum Einsatz gekommen, schilderte Drees den Ablauf der Entscheidung. Perl habe Brychs einleitende Frage der Sichtbehinderung verneint. Er hält diese Entscheidung für falsch.

Perl hatte am 4. Mai 2019, dem 32. Bundesliga-Spieltag, im Heimspiel von Hertha BSC gegen den späteren Absteiger VfB Stuttgart ein klares Handspiel des Berliner Verteidigers Karim Rekik übersehen und seinen Fehler anschließend mit "schöne Scheiße" kommentiert.

"Es war fahrlässig von mir. Zeitgleich fand ein potenzielles Foul in Herthas Strafraum statt. Dieses wurde von uns überprüft, dabei haben wir das Handspiel übersehen", sagte Perl damals der "Bild"-Zeitung. (hau/dpa)

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