Nicht nur die deutsche, auch die arabische Sprache hat so ihre Tücken. Vor allem, wenn man einen Nachnamen hat wie der Grünen-Spitzenkandidat für die Hessen-Wahl, Tarek Al-Wazir.

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Im Wahlkampf ist es nur eine Randnotiz - aber eine interessante: Sollte Tarek Al-Wazir tatsächlich Hessens neuer Ministerpräsident werden, droht andernorts die ultimative Sprachverwirrung.

Oder, wie es Arabist Yassin Musharbash auf Twitter ausdrückt: Dann "haben Arabisten Spaß und arabische Reporter Alpträume".

Demnach bedeutet der Nachname des Grünen-Politikers bereits "Minister". Ministerpräsident - also "Minister der Minister" - wäre "Wazir al-Wuzara'", wie Arabistin Dr. Bettina Gräf von der LMU München auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt.

Dabei handle es sich sprachlich nicht etwa um eine Verstärkung, sondern um eine Genitivverbindung: Der Ministerpräsident oder "Minister der Minister" werde aus dem Kreis der Minister gewählt oder bestimmt.

Musharbash legt noch eins drauf: "Al-Wazir wazir al-wuzara" heißt "Der Minister ist Ministerpräsident".

Ein zweiter Arabist und Journalist hält dagegen, dass in diesem Fall eher einiges leichter werden würde.

Gräf zufolge ist der Nachname Al-Wazir recht geläufig. Der Ausdruck "Wesir" hat übrigens denselben Wortstamm. Ursprünglich bedeutet das Wort "Helfer". (ank)

Verwendete Quellen: