Der frühere Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen ist laut einem Medienbericht ins Visier seiner ehemaligen Behörde geraten. Maaßen zeigt sich "darüber empört".

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Der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) und CDU-Politiker Hans-Georg Maaßen ist offenbar ins Visier seiner ehemaligen Behörde geraten. Das berichtet die "Bild"-Zeitung in ihrer Mittwochsausgabe. Demnach fragte das BfV im Rahmen einer "Erkenntnisabfrage" Daten zu Maaßen an. Dabei handelt es sich um eine Anfrage des Verfassungsschutzes zur Person Maaßen an das Bundeskriminalamt (BKA).

"Von der Erkenntnisabfrage ans BKA habe ich gehört", sagte Maaßen der "Bild". Er sei "darüber empört" und werde "Auskunft verlangen, welche Daten meine früheren Mitarbeiter über mich speichern", fügte er hinzu.

Eine Sprecherin des für Verfassungsschutz und BKA zuständigen Bundesinnenministeriums dementierte die Abfrage zu Maaßen dem Bericht zufolge nicht. "Wir äußern uns zu Einzelsachverhalten allein schon aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht", sagte sie der Zeitung.

Verbindungen zur Reichsbürger-Razzia?

Recherchen der "Bild" zufolge sei dem Verfassungsschutz eine Verbindung Maaßens zu dem Reichsbürger-Fall um den "Prinzen" Reuß aufgefallen. Im Dezember hatte die Polizei bei der Reichsbürger-Razzia insgesamt 25 Personen festgenommen, die an der Planung eines Staatsstreichs beteiligt gewesen sein sollen.

Maaßen wurde laut "Bild" von einem Frankfurter Unternehmer angerufen, nachdem dessen Haus zu Ermittlungszwecken durchsucht worden war.

Es wird nun spekuliert, ob der Verfassungsschutz vom BKA das Protokoll des Telefonats erhalten wollte, um herauszufinden was der Unternehmer nach der Hausdurchsuchung mit Maaßen zu besprechen hatte. (AFP/lko)

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