Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow wünscht sich eine neue, "wirklich gemeinsame" Nationalhymne für Deutschland. Viele Ostdeutsche würden die Hymne nicht mitsingen.

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Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich für eine neue Nationalhymne in Deutschland ausgesprochen. Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall würden viele Ostdeutsche die Hymne nicht mitsingen, sagte der Linke-Politiker der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf.

"Ich würde mir wünschen, dass wir eine wirklich gemeinsame Nationalhymne hätten", sagte Ramelow weiter. Bisher habe dieser Wunsch "leider immer nur für empörte Aufregung gesorgt".

Ramelow will etwas "ganz Neues"

Der Ministerpräsident plädierte für "etwas ganz Neues" - "einen neuen Text, der so eingängig ist, dass sich alle damit identifizieren können und sagen: Das ist meins".

"Ich singe die dritte Strophe unserer Nationalhymne mit, aber ich kann das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden", sagte er weiter.

Das Deutschlandlied wurde 1841 von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben gedichtet und in der Weimarer Republik zur Nationalhymne gemacht. Später missbrauchten die Nationalsozialisten die erste Strophe für ihre Zwecke. Die deutsche Nationalhymne besteht heute aus der dritten Strophe "Einigkeit und Recht und Freiheit", die Nazis ließen nur die erste Strophe singen ("Deutschland, Deutschland über alles"). (jwo/dpa/afp)




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