In seinem Urlaub in Südtirol lässt sich Frank-Walter Steinmeier mit einem Politiker-Kollegen ablichten - ohne Schutzmaske und Mindestabstand. Für das Foto erntet der Bundespräsident viel Kritik. Nun hat er sich für sein Fehlverhalten entschuldigt.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat einen Verstoß gegen die Corona-Hygieneregeln im Urlaub in Südtirol eingeräumt und bedauert. "Fünf Sekunden Unaufmerksamkeit, die ich mir selbst vorwerfe und die nicht hätte passieren dürfen", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". "Das tut mir leid."

Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender hatten sich im Juli während ihres Urlaubs in Südtirol am Ende einer Wanderung mit Landeshauptmann Arno Kompatscher und dessen Frau zum Abendessen auf einer Alm getroffen.

Im Anschluss an das Treffen hatte die "Neue Südtiroler Tageszeitung" am 29. Juli ein Foto veröffentlicht, das den Bundespräsidenten zusammen mit Kompatscher und vier Musikantinnen zeigt - ohne Mund-Nase-Schutz und ohne Mindestabstand.

"In meinem Urlaub bin ich beim Verlassen einer Bergalm dem spontanen Wunsch nach einem gemeinsamen Foto an der frischen Luft nachgekommen", sagte Steinmeier dazu. Dabei sei die Abstandsregel nicht eingehalten worden.

Auch der Südtiroler Landeshauptmann Kompatscher hatte bereits bedauert, dass dabei die Corona-Regeln nicht eingehalten wurden. "Das war gedankenlos und nicht vorbildhaft", sagte er der "Neuen Südtiroler Tageszeitung".

Steinmeier erntet Kritik für Foto in Südtirol

Das Bundespräsidialamt erklärte zu dem Vorfall, grundsätzlich achte der Bundespräsident auch im Urlaub darauf, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. An Orten, an denen das nicht möglich sei, trage er eine Mund-Nasen-Bedeckung. Das spontan entstandene Foto zeige, dass dies "nicht immer ideal klappt".

Steinmeier hatte in den vergangenen Wochen bei Terminen in Deutschland auf Gruppenfotos verzichtet, weil diese mit 1,50 Meter Abstand nicht möglich sind.

So musste zum Beispiel selbst der neue Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth, bei seiner Ernennung im Juni im Schloss Bellevue ohne das sonst übliche Foto mit dem Bundespräsidenten auskommen.

In sozialen Medien wurde Steinmeier für das Foto in Südtirol kritisiert - auch weil er erst am vergangenen Montag mit den Teilnehmern der Berliner Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen hart ins Gericht gegangen war.

"Die Verantwortungslosigkeit einiger Weniger ist ein Risiko für uns alle", hatte er in eine Video-Botschaft gesagt. "Wenn wir jetzt nicht besonders vorsichtig sind, dann gefährden wir die Gesundheit vieler." (dpa/afp/thp)

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