Trotz Kälte haben Aktivisten von Extinction Rebellion in der Nacht rund um die Siegessäule in Berlin ausgeharrt. Erst am Dienstagmorgen wurde der Potsdamer Platz geräumt. Mit dem Dienstag startet Tag zwei ihrer Protestwoche für mehr Klimaschutz. Weltweit sind Aktionen geplant.

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Die Klimaaktivisten von Extinction Rebellion haben ihre Aktionen am Dienstag fortgesetzt: In Australien protestierten unter anderem in Brisbane und Melbourne mehrere Hundert Menschen.

In Berlin übernachteten Dutzende Aktivisten in Schlafsäcken unter der Siegessäule, um den Verkehr dort auch am zweiten Tag in Folge zu blockieren. Mehr als 150 Teilnehmer verharrten bis in die Nacht am Potsdamer Platz, nachdem die Polizei eine Räumung abgebrochen hatte. Über die genaue Art der für Dienstag geplanten Proteste gab es noch keine Auskünfte - sie sollen wieder relativ spontan stattfinden.

Polizisten tragen Extinction Rebellion-Aktivisten vom Platz

Am Dienstagmorgen setzte die Polizei die Räumung fort. Nachdem sich die Beamten in der Nacht zurückgezogen hätten, seien sie seit den frühen Morgenstunden wieder im Einsatz, schrieb die Polizei auf Twitter. "Den Personen, die auf den Straßen bleiben, werden Platzverweise ausgesprochen", sagte eine Sprecherin der Polizei. Die meisten Demonstranten seien der Aufforderung nachgekommen. Einige wurden weggetragen.

Rund 50 Teilnehmer besetzten allerdings weiterhin die Fahrbahn, berichtete ein dpa-Reporter. Zuvor befreiten mehrere Polizisten mit Zangen einige Demonstrierende von Ketten und forderten sie auf, Holzhäuser abzubauen, die sie einen Tag zuvor aufgestellt hatten. Um 11:45 Uhr berichtete der "Tagesspiegel", dass alle Akivisten die Straße verlassen hätten und die Stadtreinigung die Reste beseitige. Anschließend solle der Verkehr wieder freigegeben werden.

"Extinction Rebellion": Demonstranten loben Verhalten der Polizei

Die Lage in der Hauptstadt sei in der Nacht ruhig gewesen, sagte ein Sprecher der Polizei am frühen Morgen, und fügte an: "Die müssen ja schlafen, die wollen morgen weitermachen."

Am Montag hatten etwa 3.000 Demonstranten Straßen an der Siegessäule und am Potsdamer Platz in Berlin blockiert, um für mehr Klimaschutz zu protestieren. Zu Beginn der Demonstrationswoche blieben die Auswirkungen der Straßenblockaden in Berlin, wo die Schulen derzeit Herbstferien haben, aber trotzdem überschaubar.

Zunächst hatte die Polizei die Aktivisten gewähren lassen. Am frühen Abend begannen die Beamten allerdings, die Kundgebung am Potsdamer Platz zu räumen. Eine Sprecherin von Extinction Rebellion lobte dabei das Verhalten der Polizei als "extrem positiv".

Festnahmen in London und Amsterdam

Später brach die Polizei die Räumung ab, wie die Verkehrsleitzentrale Berlin mitteilte. Die Einrichtung gehört zur Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Die Polizei äußerte sich nicht dazu. Die Klimaaktivisten teilten mit: "Unsere Rebellion hat gerade erst begonnen."

Es gab in mehreren Großstädten weltweit Aktionen von Extinction Rebellion. In mehreren australischen Städten wurden am zweiten Tag Aktivisten festgenommen.

Am Montag waren in London und Amsterdam knapp 200 Aktivisten bei Blockaden festgenommen worden. Extinction Rebellion (auf Deutsch etwa: Rebellion gegen das Aussterben) kommt ursprünglich aus Großbritannien. (dpa/mcf)

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"Extinction Rebellion": Weltweit Demonstrationen zum Klimaschutz

In Städten wie London, Berlin, Sydney oder Amsterdam gehen Anhänger der Bewegung Extinction Rebellion auf die Straße. Sie demonstrieren für mehr Klimaschutz und wollen ihre Ziele durch gewaltfreien, zivilen Ungehorsam erreichen. In mehreren Städten wurden Demonstranten festgenommen.
Teaserbild: © picture alliance/dpa