Arthur Wagner, ehemaliges Vorstandsmitglied der Brandenburger AfD, ist nach eigenen Angaben zum Islam konvertiert. Ein ungewöhnlicher Schritt für den Anhänger einer Partei, die mit Parolen gegen die "Islamisierung Deutschlands" von sich reden macht. Die Partei selbst sieht darin jedoch keinen Widerspruch.

Auf die Nachfrage des "Tagespiegel", warum Arthur Wagner zum Islam konvertiert sei, gab dieser nur spärlich Auskunft: "Das ist meine Privatsache", so das ehemalige Vorstandsmitglied der Brandenburger AfD.

Auch die Parteispitze übe deswegen keinen Druck auf ihn aus: "Es hat sich nichts geändert", sagte er der Tageszeitung.

"Religion ist Privatsache"

Dies deckt sich mit den Aussagen des AfD-Pressesprechers Daniel Friese, der dem "Tagesspiegel" mitteilte: "Für uns ist das kein Problem. Ich glaube auch nicht, dass es für die Mehrheit in der Partei ein Problem ist." Schließlich gebe es auch Parteimitglieder muslimischen Glaubens.

Der "Berliner Zeitung" führte Friese darüber hinaus an: "Religion ist Privatsache. Wir stehen zur Religionsfreiheit des Grundgesetzes. Herr Wagner hätte auch eine andere Religion wählen können."

Dennoch mutet Arthur Wagners Konvertierung skurril an. Als Vize-Kreischef des Bezirks Havelland und ehemaliger Beisitzer des Vorstands der Brandenburgischen AfD kommt Wagner aus einem Kernland der rechtspopulistischen Partei.

2012 war er aus der CDU ausgetreten, um fortan die Leitlinie des Landesverbandes zumindest mitzutragen. Diese postuliert laut Homepage: "Wir bekennen uns zur deutschen Leitkultur: Der Islam gehört für uns nicht zu Deutschland."

Arthur Wagner tritt zurück

Nach Aussagen von Pressesprecher Friese gebe es in der Partei dennoch Interessensgemeinschaften für Muslime, Christen und Homosexuelle.

Außerdem bestätigte er den Rücktritt Wagners aus dem Vorstand der Brandenburgischen AfD zum 11. Januar aus "privaten Gründen".  © 1&1 Mail & Media / CF