• Zu mindestens dreimal Sport pro Woche raten viele Expertinnen und Experten.
  • Eine Studie aus den USA zeigt nun aber auf, dass eine große Einheit am Wochenende für die Gesundheit ausreichend ist.
  • Denn es kommt auf die Dauer der Einheiten an, nicht auf die Häufigkeit.

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Wie oft pro Woche sollten Erwachsene Sport treiben, um fit zu sein und ihre Gesundheit zu fördern? 150 Minuten pro Woche empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Denn durch "regelmäßige körperliche Aktivität lässt sich das Gesamtsterblichkeitsrisiko erheblich senken". Entscheidend ist demnach, die Bewegung ausdauerorientiert zu gestalten. Expertinnen und Experten des Amtes schlagen etwa vor, fünfmal pro Woche 30-minütige Einheiten zu absolvieren.

Ob es bei Bewegung auf die Regelmäßigkeit oder die Gesamtdauer ankommt, zeigt nun eine Studie aus den USA, die im Jama Health Forum veröffentlicht wurde. Dabei haben sich Forscherinnen und Forscher den Unterschied zwischen Menschen, die mehrmals pro Woche Sport treiben und "Weekend Warriors" (zu Deutsch: Wochenendkrieger) angeschaut. Sie analysierten, ob ein bis zwei Sporteinheiten wöchentlich das Gesamtsterblichkeitsrisiko anders beeinflussen als mehr als dreimal pro Woche Sport zu treiben. Für die Studie werteten sie Daten von fast 351.000 US-Bürgerinnen und -Bürgern aus, die zwischen 1997 und 2013 im Rahmen der Nationalen Gesundheitsumfrage der USA (National Health Interview Survey) Angaben zu ihrer körperlichen Aktivität gemacht hatten.

150 Minuten Sport pro Woche – Aufteilung spielt kaum eine Rolle

Die Forschenden unterscheiden in der Studie zwischen Wochenendsportlern (ein- bis zweimal Sport pro Woche) und regelmäßig Aktiven (mindestens dreimal Sport pro Woche). Im Vergleich zu Teilnehmenden, die keinen Sport trieben, sank das Sterberisiko bei Menschen, die mindestens 150 Minuten pro Woche aktiv oder 75 Minuten intensiv aktiv waren. Unter aktiv verstehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler laut des britischen National Health Service Betätigungen wie zügige Spaziergänge, leichte Fahrradtouren oder ein Tennisdoppel. Als intensives Training gelten etwa laufen, schwimmen, Fußball spielen oder Spinning-Kurse.

Ob nur ein- oder zweimal in der Woche oder auf mehrere Einheiten verteilt, spielte dabei kaum eine Rolle. Die Wochenend-Sportler hatten eine ähnliche Gesamtmortalität sowie eine ähnliche ursachenspezifische Mortalität, etwa Krebserkrankungen, wie regelmäßig Aktive. Laut der Studie gibt es also "keine signifikanten Unterschiede". "Daher können Personen, die sich in dem empfohlenen Umfang körperlich betätigen, den gleichen Nutzen haben, unabhängig davon, ob die Einheiten über die ganze Woche verteilt sind oder sich auf wenige Tage konzentrieren", heißt es.

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Bewegung ist das A und O für die Gesundheit

Joanne Whitmore, leitende Herzkrankenschwester der British Heart Foundation, sagte BBC: "Diese große Studie legt nahe, dass es bei körperlicher Betätigung nicht darauf ankommt, wann man sie ausübt. Das Wichtigste ist, dass man sich überhaupt körperlich betätigt." Entscheidend sei, 150 Minuten mäßig intensive Bewegung pro Woche anzustreben. "Bewegung kann Ihre Gesundheit verbessern und Ihr Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall verringern", erklärt sie.

Das verdeutlichen auch Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die unter Nennung diverser epidemiologischer Studien schreibt, dass das Gesamtsterblichkeitsrisiko bei aktiven Menschen um rund 30 Prozent niedriger ist als bei inaktiven Personen.

Verwendete Quellen:

  • jamanetwork.com: "Association of the "Weekend Warrior” and Other Leisure-time Physical Activity Patterns With All-Cause and Cause-Specific Mortality" (5. Juli 2022)
  • nhs.uk: "Physical activity guidelines for adults aged 19 to 64"
  • bbc.com: "Weekend burst of exercise can be enough to stay fit"
  • Bundesgesundheitsministerium: "Nationale Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung" (PDF)
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