Etwa ein Viertel der Deutschen greift regelmäßig zur Zigarette. Besonders auffällig: Vor allem Menschen mit niedriger Bildung und niedrigem Einkommen rauchen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie.

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Rauchen kann Lungenkrebs verursachen und Herz- und Gefäße schädigen. Allein in Deutschland sterben nach WHO-Informationen jährlich etwa 125.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Dennoch greifen noch immer viele Deutsche zum Glimmstängel.

Einer Studie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf* zufolge konsumieren 28,3 Prozent der Bürger Zigaretten oder andere Tabakprodukte. Das sind 28 von 100 Deutschen. Im Schnitt rauchen sie täglich 14,1 Zigaretten.

Vor allem arme Bürger mit schlechter Bildung rauchen

Besonders auffällig: Vor allem in bildungsfernen und armen Schichten ist der Tabakkonsum hoch. "Sowohl beim Schulabschluss als auch beim Haushaltsnettoeinkommen zeigte sich ein (…) Zusammenhang", schreiben die Autoren der Studie "Deutsche Befragung zum Rauchverhalten" (DEBRA) im "Ärzteblatt". Je niedriger Bildungsgrad und Einkommen, desto höher ist der Anteil an Rauchern.

Der Studie zufolge rauchen 41,6 Prozent aller über 14-Jährigen, die keinen Schulabschluss haben. Menschen mit Abitur machen dagegen einen Anteil von 20 Prozent aus.

Die Raucherquote sinkt, je mehr Geld die Haushalte monatlich zur Verfügung haben – der Studie nach mit jedem Tausender mehr im Monat.

Außerdem sind den Wissenschaftlern zufolge sozial schwächere Bevölkerungsgruppen weniger erfolgreich bei dem Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören.

Die Folge: Der höhere Tabakkonsum trage "letztlich zu den ohnehin gesundheitlich nachteiligen Lebensbedingungen in dieser Bevölkerungsschicht bei".

Rauchen sei demnach für die Entstehung und Vergrößerung sozioökonomischer Ungleichheiten in Bezug auf Lebensqualität, Krankheitshäufigkeit und Sterblichkeit verantwortlich.

Hier wird am meisten geraucht

Die Studie brachte noch weitere überraschende Erkenntnisse: Zwischen den Bundesländern gibt es deutliche Unterschiede. So wird in Brandenburg am meisten geraucht (42,6 Prozent) und Hessen am wenigsten (18,1 Prozent).

Und im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern wie Italien, Großbritannien und skandinavischen Ländern ist der Tabakkonsum insgesamt sehr hoch. Auf etwa gleichem Niveau liegen Italien, die Slowakei und Portugal.

Die Kernaussagen der DEBRA-Studie:

  • 28 von 100 Deutschen sind Raucher.
  • 32,3 Prozent der Männer und 24,5 Prozent der Frauen rauchen.
  • Zwölf von 100 Jugendlichen greifen zur Zigarette.
  • Je niedriger der Bildungsgrad und je niedriger das Nettoeinkommen, desto höher die Konsumrate.
  • 41,6 Prozent der Menschen ohne Schulabschluss rauchen gegenüber 20 Prozent der Menschen mit Abitur.
  • Die am häufigsten genutzte Methode zur Entwöhnung ist die E-Zigarette.
* Für die DEBRA-Studie wurden seit 2016 mehr als 12.200 Menschen befragt. Die jüngsten Teilnehmer waren 14 Jahre alt. Die Ergebnisse veröffentlichten die Autoren der Studie im "Ärzteblatt".

(fab)

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