Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Aber auch Männer können betroffen sein. Einen Tumor früh zu erkennen, erhöht deutlich die Heilungschancen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu der Erkrankung:

Wie häufig kommt Brustkrebs vor?

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Nach Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft hat sich die Zahl der Erkrankungen seit den 1980er Jahren verdoppelt: Knapp 0,16 Prozent der Frauen entwickeln ein sogenanntes "Mammakarziom".

Brustkrebs kann auch Männer treffen, das Risiko ist jedoch deutlich geringer. "Auf etwa 115 Erkrankungen bei Frauen kommt eine bei einem Mann", so die Deutsche Krebsgesellschaft.

Brustkrebs tritt in der Regel relativ spät auf. Das mittlere Erkrankungsalter liegt der Deutschen Krebshilfe zufolge bei 64 Jahren.

Wie gefährlich ist Brustkrebs?

Brustkrebs kommt bei Frauen zwar häufig vor, sie ist aber nicht die gefährlichste Krebsart. In der Mehrzahl der Fälle ist die Erkrankung heilbar, wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Trotz der steigenden Zahl an Neuerkrankungen sinkt die Sterberate seit einigen Jahren. Die Deutsche Krebsgesellschaft führt das auf eine verbesserte Früherkennung, gezieltere Therapiemethoden und eine interdisziplinäre Betreuung der Erkrankten in den Behandlungszentren zurück. Heute seien 87 Prozent der Patienten fünf Jahre nach der Diagnose noch am Leben.

Wer ist besonders gefährdet?

Die Deutsche Krebshilfe nennt eine Reihe von Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung an Brustkrebs erhöhen. Dazu zählt eine Veränderung des Hormonhaushals etwa durch eine Hormonersatztherapie. Auch Übergewicht beeinflusst den Östrogenspiegel und erhöht damit das Brustkrebsrisiko.

Forscher haben eine krebsfördernde Wirkung eines hohen Alkoholkonsums festgestellt. Trinkt eine Frau täglich 25 Gramm Alkohol – das entspricht etwa 0,3 Liter Wein oder 0,6 Liter Bier – steigt das Brustkrebsrisiko um 31 Prozent. Bei einem Konsum von täglich 100 Gramm Alkohol erhöht es sich um 270 Prozent. Außerdem zählen Frauen ab dem Alter von 50 Jahren zur Risikogruppe und sollten Vorsorgeangebote regelmäßig in Anspruch nehmen.

Welche Anzeichen sind verdächtig?

In einem frühen Stadium verursacht Brustkrebs keine Schmerzen. Wenn sich die Form oder Größe einer Brust verändert, kann das ein Anzeichen für Brustkrebs, aber auch für einen gutartigen Knoten sein. Darauf weist das Patienteninformationsportal des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hin. In einem solchen Fall sollten betroffene Frauen so schnell wie möglich zum Arzt gehen.

Gleiches gilt, wenn sich die Brustwarze oder Haut nach innen zieht oder die Haut gerötet ist oder schuppt und nicht heilt. Auch wenn aus einer Brustwarze klare oder blutige Flüssigkeit austritt und natürlich wenn man in der Brust oder Achselhöhle einen Knoten ertastet, sollte man das abklären lassen, rät die Webseite gesundheitsinformation.de.

Wie können Frauen ihre Brust selbst abtasten?

Frauen sollten einmal im Monat ihre Brust selbst abtasten. Das geht am besten mit feuchter Haut und im Liegen, erklärt Prof. Werner Bader, Chefarzt des Zentrums für Frauenheilkunde am Klinikum Bielefeld. Entweder legt man sich also in die Badewanne oder verwendet etwas Bodylotion.

Dann tastet man mit der linken Hand die rechte Brust und umgekehrt ab. "Man arbeitet sich mit kreisenden Bewegungen mit den Spitzen der drei mittleren Finger über den gesamten Brustkörper", erklärt Bader. "Es soll also nicht nur um die Brustwarze herum getastet werden", betont Bader. Stattdessen tastet man den Bereich von der Umschlagsfalte der Brust bis kurz unter das Schlüsselbein sowie von der Achselhöhle bis zum Brustbein ab.

Die Selbstuntersuchung hält Bader für ein äußerst wichtigen Teil der Krebsvorsorge. "Ungefähr 80 Prozent aller Brusttumore werden durch die Patientin selbst getastet." Meist steckt hinter kleineren Knötchen aber eine Drüsenschwellung oder auch etwas seltener eine Zyste.

(ada/dpa)