Ein verrückter Tuner und Youtuber hat einen wilden Nissan GT-R zum braven Kombi umgebaut. Oder war es doch andersherum?
Im März 2025 endete eine Ära. Nissan produzierte die allerletzten GT-R-Exemplare und verkauft in den kommenden Wochen nur noch ein Restkontingent, und das ausschließlich in der Heimat Japan. Damit endet eine 18-jährige Karriere, die das auch als "Godzilla" bekannte Coupé zur Legende machte. Entsprechend kennt den GT-R wohl fast jeder Autofan.
Kenner-Kombi Nissan Stagea
Der Nissan Stagea ist dagegen nur Kennern ein Begriff. Das von 1996 bis 2007 in zwei Generationen angebotene Modell der Oberen Mittelkasse wurde ausschließlich als Kombi aufgelegt und in Japan verkauft. Doch Chris Watson ist ein solcher Kenner. Obwohl er in Neuseeland lebt, wollte der Youtuber und Chef der Tuning-Firma Tofu Auto Works unbedingt ein Projekt auf Stagea-Basis umsetzen. Und für ihn lag es irgendwie auf der Hand, den braven Kombi mit einem Nissan GT-R zu verheiraten.
Doch statt den GT-R zum Familienauto zu verlängern, zäumte Watson dieses Pferd von hinten auf – weil das der ungleich einfachere Weg war. Im Kern ging es also darum, ans vordere Ende eines Nissan Stagea die GT-R-Front anzuflanschen. Die Wahl des Basismodells fiel dabei auf einen Kombi aus dem Jahr 2007; es handelt sich also um ein spätes Exemplar der zweiten Serie.
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Die überzeugte mit durchaus leistungsstarken V6-Motoren, wobei die Power ein Spektrum von 215 bis 280 PS abdeckte. Chris Watson griff für sein Projekt zu einem Exemplar mit dem stärksten Motor, einem 2,5-Liter-Sechszylinder mit Turboaufladung. Von den Werten des sehr geschätzten 3,8-Liter-Godzilla-Biturbos kann der natürlich nur träumen, aber um die Familie flott von A nach B zu bewegen, reicht das Triebwerk locker aus.
GT-R Kombi (noch) ohne GT-R-Power
Obwohl Watson – zumindest bisher – auf eine Motorentransplantation hin zu einem GT-R-Aggregat verzichtete, war die Metamorphose vom Nissan Stagea zum GT-R-Zwitter ein aufwendiges Unterfangen, das etwa zweieinhalb Jahre in Anspruch genommen hat. Dabei ging es in erster Linie um Karosseriearbeiten, die mit einer Zerlegung begannen und dem Kombi dann neue Motorhaubenscharniere und -verschlüsse bescherten, damit die GT-R-Haube auch passt. Fehlten noch ein entsprechender Kühlergrill, GT-R-Scheinwerfer und eine passende Schürze, damit das Auto im Rückspiegel als leistungsstarker Sportwagen wahrgenommen wird.
Damit war der Stagea-GT-R-Zwitter aber noch längst nicht fertig. Damit der brave Nissan-Kombi nicht nur aufgrund seiner neuen Front sportlicher daherkommt, verpasste Watson dem Auto aufsehenerregende Kotflügelverbreiterungen sowie passende Seitenschweller und eine modifizierte Heckschürze. Auf die graue Grundierung hat Chris Watson letztlich eine Farbe namens "Millennium Jade" lackiert; den Ton hatte Nissan lange auch beim GT-R lange verwendet. Passend dazu stellte er sein Projektauto auf bronzefarbene Räder mit Breitreifen.

Was künftig mit dem Einzelstück passiert, ist bisher nicht bekannt. Aktuell scheint es Chris Watson privat zu nutzen und nicht für einen Verkauf vorgesehen zu haben. Und wer weiß, vielleicht erhält der GT-R Kombi ja irgendwann noch die passende GT-R-Power. © auto motor und sport