New York führt als erste Stadt der USA eine City-Maut ein. Ab Mitte Juni 2024 müssen die meisten Pkw-Fahrer 15 Dollar (13,98 Euro) pro Tag zahlen, wenn sie in die Zone hineinfahren wollen. In der Nacht (wochentags zwischen 21 und 5 Uhr, Wochenende 21 und 9 Uhr) kostet die Einfahrt nur 3,75 Dollar (3,50 Euro). Kleine Lkw müssen 24 Dollar (22,37 Euro) zahlen und Motorräder 7,50 Dollar (6,99 Euro). Auch die für Touristen interessanten Taxifahrten in die Maut-Zone berechnet die Stadt mit 1,25 Dollar (1,17 Euro) Aufpreis, Fahrdienstvermittler, wie Uber und Lyft, kosten 2,75 Dollar (2,56 Euro) mehr.

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Betroffen ist das südliche Manhattan

Das entsprechende Gebiet umfasst, mit wenigen Ausnahmen, den ganzen südlichen Teil von Manhattan, bis hinauf zur 60th-Street, so die New York Times. Grund für diese Entscheidung ist das zu hohe Verkehrsaufkommen in der Stadt. Die Metropolitan Transportation Authority (MTA; die Verkehrsgesellschaft des US-Bundesstaates New York) stimmte dem lange vorher entwickelten Plan mehrheitlich zu. "Dieses Programm wird den Verkehr im Wirtschaftszentrum von New York reduzieren, Verschmutzung reduzieren und entscheidende Finanzierung von Verbesserungen der Verkehrsinfrastruktur ermöglichen”, gibt die MTA bekannt. Das eingenommene Geld soll vorwiegend in die öffentlichen Verkehrsmittel fließen. Seit Ende Februar 2024 sind die 110 dafür nötigen elektronischen Mautstellen installiert.

Anwohner klagen

Doch nicht jeder Politiker und Anwohner identifiziert sich mit dieser Idee, weshalb aktuell zahlreiche Klagen laufen. Die Maut trifft nämlich jene der 24 Millionen New Yorker besonders hart, die nicht auf den öffentlichen Nahverkehr ausweichen können. Laut der New York Times hätten viele Pendler keinen Zugang zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Daher ist anzunehmen, dass die New Yorker Verkehrsbehörde bei Ausnahmefällen nachzubessern hat.

Konflikte gibt es schon länger

Streit entzündete sich vor einiger Zeit außerdem daran, wer von der Gebühr ausgenommen werden soll. Fahrzeuge, die eine behinderte Person befördern, sollen ebenso befreit werden wie Rettungs- und andere Einsatzfahrzeuge. Menschen, die innerhalb der Maut-Zone wohnen und weniger als 60.000 Dollar (etwa 56.400 Euro) im Jahr verdienen, sollen einen Nachlass erhalten. Dasselbe fordern die Einwohner von New Jersey und Staten Island, da sie bereits Mautgebühren für die Brücken und Tunnel entrichten, die ins Stadtzentrum New Yorks führen. Wie sich die MTA hier entscheidet, bleibt abzuwarten.

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Uber betreibt teure Lobbyarbeit pro City-Maut

Interessant in diesem Zusammenhang: Uber gilt als einer der größten Unterstützer der New Yorker City-Maut. Laut "Financial Times" soll der US-Fahrdienstvermittler bis 2019 bereits etwa zwei Millionen Dollar (fast 1,9 Millionen Euro) für die entsprechende Lobbyarbeit aufgewendet haben. Das mutet anfangs eigenartig an, schließlich müssten auch Uber-Fahrer die Maut bezahlen, sobald sie nach Manhattan fahren. Andererseits hofft das Unternehmen, dass möglichst viele Menschen aufgrund der Straßengebühr ihr eigenes Auto stehen lassen und stattdessen Uber für ihre Tour nach Manhattan nutzen.

Hinweis: In der Fotoshow zeigen wir Ihnen Auszüge einer Reportage über die New Yorker Lowrider-Szene.  © auto motor und sport

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