Die Ebola-Gebiete in der Demokratischen Republik Kongo haben den Schulbetrieb wieder aufgenommen. Nach den Sommerferien findet für rund zwei Millionen Kinder der Unterricht unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen statt. Das Kinderhilfswerk UNICEF hat Lehrkräfte medizinisch geschult, Kinder über die Gefahren der Krankheit und richtiges Verhalten aufgeklärt und die Schulen mit Hilfsmitteln ausgestattet.

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In den Ebola-Gebieten der Demokratischen Republik Kongo hat nach den Sommerferien die Schule für rund zwei Millionen Kinder unter Vorsichtsmaßnahmen wieder begonnen. UNICEF hat vor Schulbeginn Lehrerinnen und Lehrer geschult, Kinder über die Gefahren von Ebola informiert und Schulen mit Fieber-Thermometern und Stationen zum Händewaschen ausgestattet, um eine Ansteckung mit der meist tödlichen Krankheit zu verhindern. Der deutsche Außenminister Heiko Maas besucht am Mittwoch (4. September) die Demokratische Republik Kongo, um sich unter anderem über die Situation in den Ebola-Gebieten zu informieren.

Schulunterricht garantiert ein Stück Normalität

"Ebola hat verheerende und zerstörerische Auswirkungen auf die Familien und Gemeinschaften hier", sagte der Leiter von UNICEF in der Demokratischen Republik Kongo, Edouard Beigbeder. "Indem wir sicherstellen, dass die Kinder sicher und geschützt zur Schule gehen können und dort willkommen sind, helfen wir ihnen zur Normalität zurückzukehren und wieder lernen zu können."

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Von den rund 6.500 Grund- und weiterführenden Schulen in den von Ebola betroffenen Gebieten in Ituri, Nord Kivu und Süd Kivu sind 3.800 in Hochrisikogebieten. Unter den Kindern, die jetzt wieder zur Schule gehen, sind auch Hunderte Ebola-Überlebende oder Kinder, die durch Ebola ihre Eltern verloren haben.

"Zu Beginn des letzten Schuljahrs war der Ebola-Ausbruch noch neu", sagte Fati Bagna Seyni von UNICEF Kongo. "Viele Eltern haben ihre Kinder nicht zur Schule geschickt aus Angst, dass sie sich im Unterricht anstecken könnten.

Den Lehrerinnen und Lehrern fehlten das Wissen und das Training, um die Schülerinnen und Schüler über die Krankheit zu informieren und sich um Kinder aus von Ebola betroffenen Familien zu kümmern. Sehr viel hat sich seitdem geändert."

Lebenswichtige Informationen und Schulungen machen Unterricht möglich

UNICEF hat insgesamt über 32.400 Lehrerinnen und Lehrer im Kongo darin geschult, lebenswichtige Informationen über Ebola und Hygienemaßnahmen zum Schutz vor Ansteckung zu vermitteln und sich um trauernde Mädchen und Jungen zu kümmern sowie Stigmatisierung zu vermeiden.

Über 928.000 Schülerinnen und Schüler wurden über Ebola aufgeklärt. Rund 2.350 Schulen in Hochrisikogebieten wurden mit Stationen zum Händewaschen, Fieber-Thermometern und Hygieneartikeln wie Seife ausgestattet. Darüber hinaus werden 432 Kinder, die Ebola überlebt haben oder durch die Krankheit zu Waisen wurden, durch die Übernahme der Schulgebühren, neue Schuluniformen und Lernmaterialien unterstützt.

Jeder dritte Ebola-Infizierte in der Demokratischen Republik Kongo ist ein Kind oder Jugendlicher unter 18 Jahren. Rund 600 Kinder sind seit dem Ausbruch der Epidemie im August 2018 an der Krankheit gestorben. UNICEF benötigt 126 Millionen US-Dollar, um Kinder und Familien vor der Krankheit zu schützen und um betroffenen Familien zu helfen. Aktuell steht erst rund ein Drittel der benötigten Gelder zur Verfügung. Die Stiftung United Internet for UNICEF unterstützt die Hilfsprojekte von UNICEF im Kongo.

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